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Für die Schweiz ungewohnt radikal: Expressionismus in Winterthur

Der Expressionismus war eine Notwendigkeit des Herzens – und die bedeutendste Avantgarde der Schweizer Moderne.

25.07.2021 18:10:00

Der Expressionismus war eine Notwendigkeit des Herzens – und die bedeutendste Avantgarde der Schweizer Moderne. NZZfeuilleton

Der Expressionismus war eine Notwendigkeit des Herzens – und die bedeutendste Avantgarde der Schweizer Moderne.

PrivatsammlungDa geht er tapfer seinen Weg, der Maler. Die Leinwand hat er unter den Arm geklemmt, mit dem Stock stützt er sich auf den Gebirgspfad. Grell sind die Farben, in denen er eingebettet ist: rote, grüne und blaue Bergkuppen, Tannenbäume, die von flammenden Aureolen gefasst sind. Über allem ein goldgelber Himmel. Was für eine Natur. Der Maler hat sich darin selbst gemalt. Von all der Pracht scheint er nichts zu merken. Sein Ausdruck ist düster, als wäre es sein Schicksal, sich nicht zu freuen. Doch schreitet er entschlossen vorwärts, die Farben halten ihn im Raum. Seine Bilder wird er malen, so dass sie heute erzählen können, was er gesehen hat.

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Sollte man lieber sagen: was er gefühlt hat? Der Expressionismus ist ja Gefühl – alles, was ein Mensch empfinden kann, findet in dieser Malerei Farbe und Form. Hermann August Scherer, der sich 1925 im Gebirge porträtiert hat, wusste sicher, was es braucht, um die Spannungen der Existenz in Malerei umzusetzen. Er war ein Schüler des deutschen Meisters Ernst Ludwig Kirchner und hat dessen Vorbild in sein eigenes Kunstwollen eingebracht. Die Strahlkraft von Kirchner, der in der Alpenwelt Zuflucht vor dem Krieg und Heilung gesucht hatte, war gross. Er war das Zentrum einer Generation von Schweizer Künstlern, die eine neue Kunst wollten, eine radikale Kunst, in der die Brüche und Spannungen der Zeit Ausdruck finden konnten.

Wild und schockierendDer Expressionismus war die bedeutendste Avantgarde der Schweizer Moderne. Wie in Deutschland war er keine einheitliche Stilform, sondern durchsetzt von allem, was die frühe Moderne mit sich gebracht hatte: Kubismus, Konstruktivismus, Futurismus. Auch der Einfluss des französischen Fauvismus spielte mit. Die Künstler formierten sich in Gruppen, um sich gegen die Anfeindungen des Publikums behaupten zu können. Denn die neue Malerei war wild, sie schockierte durch ihre krasse, von jeder Realität ferne Farbigkeit – und durch ihre Sujets: die Ödnis der modernen Stadtlandschaften, das Elend der Strassenarbeiter, die Zerrissenheit des Menschen angesichts einer Welt, die aus dem Gefüge der alten Ordnung geraten war. headtopics.com

Albert Müller (1897–1926): «Interieur», Gemälde, 1924.SIK-ISEA, ZürichWas Moderne eigentlich heisst, wird noch heute an der Kunst der Expressionisten spürbar. Es ist kaum möglich, sich den Appellen dieser Bilder und Skulpturen zu entziehen. Die grosse Schau im Museum Reinhart in Winterthur widmet sich dem Schweizer Anteil am Expressionismus – und sie hat viel zu bieten. Es gibt herausragende Gemälde, Skulpturen und Holzschnitte von Kirchner und seinen Schülern Albert Müller, Paul Camenisch und Hermann August Scherer. Diese beherrschen den Raum im Obergeschoss des Museums. Man staunt, welche Intensität von Alpenlandschaften und Interieurs ausgehen kann, unpolitischen Sujets per se, die doch aufgeladen sind mit der ganzen Kraft einer unruhigen Zeit.

Nicht weniger aber fesseln die Maler, deren Namen man heute kaum sehr gut kennt: Eduard und Max Gubler, Ignaz Epper, Arnold Brügger, Otto Morach. Sie transportieren in ihren Bildern explizit die sozialen und politischen Verwerfungen ihrer Zeit, die auch in der von Kriegsereignissen weitgehend verschonten Schweiz spürbar waren.

Was aber zeichnet diese Bilder im Innern aus? Warum reissen sie den Blick an sich? Ihre Farben sind grell, und ihre Formen zucken wie der Wahnsinn der Erleuchtung. Das hat eine eigene Schönheit, aber zweifellos geht auch Schmerz davon aus. Mit einer überlegten Reflexion künstlerischen Tuns hat das nichts mehr zu tun. Es ist eine Nacktheit des Gefühls, direkt und heftig. In der Eigenart des Expressionismus sei ein Destruktionswille erkennbar, heisst es in kunsthistorischen Definitionen. Das stimmt zweifellos. Diese Kunst will etwas zerschlagen, das haltlos geworden ist. Vor allem aber wird deutlich: Die Künstler konnten gar nicht anders malen. Ihre Expression war eine Notwendigkeit des Herzens, ein Schrei, eine Ekstase der Empfindung.

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938): «Sertigtal», Gemälde, 1924.Bündner Kunstmuseum ChurEinige von Kirchners besten Bildern entstanden in der Zeit kurz nach seiner Übersiedlung in die Schweiz. Das war in den letzten Jahren des Ersten Weltkriegs. Er war traumatisiert von dem, was er erlebt hatte. 1918 schuf er die Holzschnittfolge «Petrarka: Triumpf [sic!] der Liebe» – keine Vision aus dem Schützengraben oder dem Lazarett, sondern eine Vision des Geschlechterkampfs. Die Verzerrungen dieser ungeheuren Blätter sind dennoch ein Krieg. Blitze, Explosionen und Gewaltakte regieren das Geschehen, in der Schwärze der Druckfarbe konzentriert sich die kranke Seele. Kirchner hat sich abgearbeitet, den Landschaften konnte er sich erst später wirklich zuwenden. headtopics.com

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Kampf der ModerneViele Künstler des Expressionismus suchten in der Natur die Eindrücke für ihre Kunst. Das Leben in der Stadt war unwirtlich und beängstigend geworden. Manche aber bannten die Welt der Häuserschluchten, Schlote und Fabriken in ihre Bilder – und auch den Takt der Arbeit, der die Menschen in die Maschinen der Technik einspannt. Im Rauch des Asphalts stehen Otto Morachs Arbeiter an den Bottichen der Teermasse als Köche des Strassenbaus. Da ist kein Heroismus drin. Es ist ein unbarmherziger Takt im Bild. Die zylindrischen Formen der Asphaltkocherei ballen sich zu einer riesigen Maschine. Der Mensch ist nur ein Rädchen der Produktion. Sein Tun ist der Kampf der Moderne.

Otto Morach (1886–1942): «Asphaltarbeiter», Gemälde, um 1916.SIK-ISEA, ZürichUnd diese Moderne hat viele Facetten. Auch die Anklage des sozialen Elends und der Protest der Revolte finden in den Bildern von Epper, Gubler und Johannes Robert Schürch Ausdruck. Die Künstler sind eine Entdeckung wert. Hat man sie vergessen, weil ihre Sujets mit dem Selbstverständnis der Bürgerschichten nicht gut vereinbar waren? Unverkennbar ist in den Bildern ein Leiden an der Zeit. Die Visionen der Städte und die Gewalt der Umwälzung waren starke Vorgaben für diese Malerei. Die Zeitläufte mögen vergangen sein. Kalt lassen einen diese Bilder auch heute nicht.

Expressionismus Schweiz. Kunstmuseum Winterthur / Reinhart am Stadtgarten, bis 16. Januar 2022. Katalog Fr. 39.–. Weiterlesen: Neue Zürcher Zeitung »

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