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Putin, Wie Putins Verfassungstricks Die Russische Witzkultur Bereichern

Russland: Putins Verfassungstricks regen zum Lachen an

Im Eilzugstempo hat der Kreml eine Reform durchgedrückt, die Putin eine Herrschaft bis 2036 ermöglicht. Das Volk sieht sich vor vollendete Tatsachen gestellt – da bleibt bitterböser Humor die einzige Medizin.

29.03.2020 20:48:00

Im Eilzugstempo hat der Kreml eine Reform durchgedrückt, die Putin eine Herrschaft bis 2036 ermöglicht. Das Volk sieht sich vor vollendete Tatsachen gestellt – da bleibt bitterböser Humor die einzige Medizin. Die Kolumne «Aufgefallen» NZZAusland.

Im Eilzugstempo hat der Kreml eine Reform durchgedrückt, die Putin eine Herrschaft bis 2036 ermöglicht. Das Volk sieht sich vor vollendete Tatsachen gestellt – da bleibt bitterböser Humor die einzige Medizin.

TeilenRusslands Präsident Putin, hier in einer Aufnahme vom 27. März, sitzt fest auf seinem Sessel im Kreml – und will dies auch weiter tun.Michael Klimentyev/Sputnik/EPAEs ist eine bittere Ironie, dass die Proteste der russischen Opposition weniger erreicht haben als ein mikroskopisch kleiner Krankheitserreger: Wegen der Corona-Krise kann die Volksabstimmung über die geänderte Verfassung und damit auch über die Streichung der Amtszeitbeschränkung für Präsident Putin vorläufig nicht stattfinden. Für den Kreml bedeutet dies eine ärgerliche Panne in der Operation «Machterhalt», die sonst ganz nach Drehbuch verlief. Am Ergebnis ändert sich gleichwohl nichts. Denn die Volksabstimmung ist nur Dekor; in rechtlicher Hinsicht ist die Reform bereits unter Dach und Fach. Putin – seit 20 Jahren der starke Mann Russlands – hat damit die Möglichkeit, noch bis ins Jahr 2036 zu regieren.

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Aufmüpfigen Russinnen und Russen bleibt nichts anderes, als die Faust im Sack zu machen – oder sich in Sarkasmus zu flüchten. Wie schon zur Sowjetzeit erleben wenigstens die Flüsterwitze eine Blüte. Humor ist ein Ventil, um das Unabänderliche erträglicher zu machen. «Wegen der Quarantäne sieht sich Putin ausserstande, den Kreml zu verlassen», konstatiert ein Witzbold trocken.

Andere spotten über die Hauruckmethode, mit der das Regime die geltende Beschränkung auf zwei Amtszeiten aushebelte. Den Anstoss dazu gab die Duma-Abgeordnete und einstige Kosmonautin Walentina Tereschkowa mit dem Vorschlag, bei Putins bisherigen Amtszeiten den «Zähler» wieder auf null zu stellen, so dass der Präsident nochmals für zwei Amtszeiten antreten darf. Den demokratischen Grundgedanken der Verfassung führt dies zwar ad absurdum. Aber wenigstens bietet die Reform fruchtbaren Boden für neue Witze wie diesen:

Putin klopft nach seinem Tod an die Himmelspforte. Gott verspricht ihm das Paradies, allerdings erst nach einer Läuterung im Fegefeuer. Für jede seiner sechs Amtszeiten soll er dort einen Hieb erdulden. Sechs Hiebe sind ein geringer Preis für den Zutritt ins Paradies, sagt sich Putin. Als er im Fegefeuer ankommt, staunt er aber, im Kreis der vielen Teufel auch Tereschkowa zu sehen: «Was machst du hier?» – «Ich bin dafür zuständig, den Zähler jeweils auf null zu stellen.»

Wie die Verfassung ändern sich auch die russischen Witze. Dass es der Kremlherr darin mit einer himmlischen Allmacht zu tun bekommt, passt bestens zu einer Zeit, in der sich die Verfassung erstmals ausdrücklich auf Gott bezieht. Weiterlesen: Neue Zürcher Zeitung »

Ausland scheint, dass herr putin das ewige leben hat Ausland Mir ist bei dem Thema Putin schon lange nicht mehr zum lachen zu mute. Ausland Im Eilzugstempo hat der deutsche Bundestag unzählige Gesetze und Bestimmungen zur Abschaffung der Grundrechte durchgedrückt, die ein Durchregieren bis irgendwann ermöglichen. Das Volk sieht sich vor vollendete Tatsachen gestellt - da bleibt bitterböser Humor die einzige Medizin.

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