Paternoster, Paternoster Waren Einst Symbole Des Fortschritts, Heute Wecken Sie Nostalgische Gefühle, Feuilleton, Nachrichten

Paternoster, Paternoster Waren Einst Symbole Des Fortschritts

Paternoster: Einst Fortschrittssymbol, heute Objekt der Nostalgie

Wer zu faul zum Treppensteigen war und ein wenig Mut besass, liess sich vom ruckelnden und zuckelnden offenen Fahrstuhl befördern.

18.2.2020

Wer zu faul zum Treppensteigen war und ein wenig Mut besass, liess sich vom ruckelnden und zuckelnden Paternoster befördern. Heute muten diese Aufzüge, die wie aus der Vergangenheit kommend an uns vorbeiziehen, wie gemütliche Vehikel an.

Wer zu faul zum Treppensteigen war und ein wenig Mut besass, liess sich vom ruckelnden und zuckelnden offenen Fahrstuhl befördern.

Ich fahre Paternoster. Und der alte Witz geht doch so: Wer auszusteigen vergisst, der wird aller Schwerkraft zum Trotz auf dem Kopf stehend wieder abwärtsfahren. Aber nein, natürlich ist das nicht so, wenngleich ein mulmiges Gefühl bleibt. In Wirklichkeit hält sich der Kabinenboden exakt in der Waagrechten.

«Es ist etwas Altes, aber man fühlt sich herrlich jung darin», sagt beruhigend und lockend der «Paternostermacher» zum ängstlichen Erzähler in Jess Jochimsens Roman «Abschlussball». Und tatsächlich ist dieser Aufzug, der bedächtig und ohne Unterbrechung seine Kabinen durch die Etagen mehrstöckiger Häuser gleiten lässt, ein technisches Relikt aus vergangener Zeit, das uns heute noch zu faszinieren versteht.

Auch bei den Hamburgern, die zwei Jahre später in einem der grossen Kontorhäuser den ersten Aufzug auf dem Kontinent sahen, überwog Skepsis. Trotzdem bewährte sich diese Art vertikaler Rolltreppe schnell. In Verwaltungsgebäuden (der Begriff «Beamtenbagger» war schnell gefunden) und Fabriken, Kauf- und Funkhäusern zwischen Berlin und Wien, Prag und Zürich war der Paternoster von Beginn des 20. Jahrhunderts an beim Personal bald beliebter als die beschwerliche Treppe, die parallel zu ihm verlief. Er war ein Verkehrsmittel seiner Zeit aus ganz verschiedenen Gründen.

Schliesslich gehe es um das Credo «Nütze deine Zeit!», auch im Sinne eines wirtschaftlichen Erfolges: ein Beförderungsmittel ohne Wartezeiten, mit dem man permanent und wirtschaftlich sinnvoll überall hingelangen kann in der Vertikalen. Stadt, Bürgertum, neue Technik, Kapitalismus – für Payer ist der Paternoster das Symbol des Aufbruchs in einer Ära, in der man ohne dauernde Bewegung, ohne Unabhängigkeit und Schnelligkeit kaum mehr bestehen konnte.

Heute muten diese Aufzüge, die wie aus der Vergangenheit kommend an uns vorbeiziehen, wie gemütliche Vehikel an. Dabei waren sie ehedem nicht nur beliebt und freiwillig stark frequentiert. Fritz Lang zeigte in «Metropolis» die ganz andere Seite des in der Regel sanft rotierenden Verkehrsmittels. In der Anfangssequenz des Monumentalfilms strömen Massen von Arbeitern wie getriebenes Vieh in Paternoster, deren Kabinen Hunderte fassen.

Man besteigt sie mit einem beherzten Schritt und gleitet dann durch das Haus, schwebend fast, vorbei an den offenen Stockwerken. Man schaut, und je nachdem, in welche Richtung man fährt, sieht man wartende Menschen sich aufbauen: zunächst die Schuhe, die Beine, den Oberkörper, den Kopf – oder umgekehrt. All diese Leute des kurzen Augenblicks werden gleich in der nächsten Box zusteigen, eine Etage vielleicht nur überwinden und wieder hinaustreten, manche springen. Man wird sie nie mehr sehen.

Gar nicht so einfach – und doch relativ ungefährlich. In der über 130-jährigen Erfolgsgeschichte des Paternosters kamen kaum nennenswerte Unfälle vor. Dennoch sind die Aufzüge, die in unserer Zeit noch in Betrieb sind, mit Warnhinweisen versehen, so ausufernd ausführlich wie Beipackzettel starker Medikamente. Überhaupt ist er heute aus der Mode und in den Status der Duldung gekommen.



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