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Massaker von El Mozote, El Salvador: US-Berater war dabei

Beharrlich leugnete die US-Regierung unter Ronald Reagan die Existenz des Massakers von El Mozote in El Salvador. Neue Erkenntnisse werfen nun Licht auf die Beteiligung der USA am blutigsten Moment des salvadorianischen Bürgerkriegs.

11.05.2021 14:15:00

Beharrlich leugnete die Reagan-Regierung die Existenz des Massakers von El Mozote in ElSalvador. Neue Erkenntnisse werfen nun Licht auf die Beteiligung der USA am blutigsten Moment des salvadorianischen Bürgerkriegs. Ein Hintergrund von NZZAusland.

Beharrlich leugnete die US-Regierung unter Ronald Reagan die Existenz des Massakers von El Mozote in El Salvador. Neue Erkenntnisse werfen nun Licht auf die Beteiligung der USA am blutigsten Moment des salvadorianischen Bürgerkriegs.

TeilenEin Campesino liest in El Mozote die Namen von Ermordeten an einem Denkmal für die Opfer des Massakers.José Cabezas / ReutersIm Dezember 1981 lernten die Bewohner des Departamento Morazán im Norden von El Salvador den blanken Terror kennen. Die Eliteeinheit Batallón Atlácatl, die schnelle Eingreiftruppe des salvadorianischen Militärs, war auf dem Rückweg von einer fehlgeschlagenen Kommandoaktion gegen die Guerilla des Frente Farabundo Martí para la Liberación Nacional (FMLN) in das Dorf El Mozote gekommen. Der FMLN, ein Verbund von Widerstandsgruppen, der die Region nahe der Grenze zu Honduras als Rückzugsgebiet nutzte, hatte sich dem Zugriff entzogen. Zuvor hatten die Guerilleros die Bewohner zur Flucht aufgefordert. Doch viele waren in den Dörfern geblieben.

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Die Berichte, welche die wenigen Überlebenden über jene drei Tage und Nächte des Horrors später ablieferten, sind schwer zu ertragen. Die Soldaten bezichtigten die Bauern der Kollaboration mit dem FMLN, verhörten die Männer, folterten und töteten sie. Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt, bevor auch sie ermordet wurden. Ganze Familien wurden erschossen, ganze Schulklassen abgeschlachtet. Die Soldaten sollen gar Kleinkinder in die Luft geworfen und dann mit ihren Bajonetten aufgespiesst haben.

Fast tausend Todesopferoffiziellen Zahlen, welche der Staat El Salvador 2017 bekanntgab, wurden in den Dörfern 978 Personen ermordet, unter ihnen 533 Kinder, 248 von ihnen unter sechs Jahre alt. Bis heute gilt das Massaker von El Mozote als das blutigste Kapitel des Bürgerkriegs, der zwischen 1980 und 1992 rund 75 000 Opfer forderte. El Salvadors Militärdiktatur verneinte zunächst die Existenz des Massakers, später schob man die Verantwortung auf den FMLN, der den Tod von Zivilisten bei Kampfhandlungen riskiert habe. Elliott Abrams, der damals in der Reagan-Regierung Assistenzsekretär für Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten war und Jahre später im Iran-Contra-Skandal verurteilt wurde, verneinte ebenfalls, dass es zu einem Massaker gekommen sei. headtopics.com

Die USA hatten Zentralamerika selten besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Doch als die sandinistische Revolution in Nicaragua im Jahr 1979 den Diktator Anastasio Somoza Debayle stürzte, schrillten in Washington die Alarmglocken. Man befürchtete eine von Kuba und Nicaragua ausgehende Stärkung kommunistischer Gruppen in Mittelamerika, mit El Salvador als dem nächsten Dominostein. Der amerikanische Präsident Ronald Reagan erhöhte deshalb die Finanzhilfen für das salvadorianische Regime und liess dessen Soldaten ausbilden, unter ihnen die Eliteeinheit Batallón Atlácatl. Allerdings verlangte der Kongress für die Fortführung der Hilfen halbjährliche Bestätigungen, dass sich die Menschenrechtslage in El Salvador verbessere.

In El Salvador waren nach offiziellen Angaben fünfzig amerikanische «Ausbilder» für die Truppen des Regimes zuständig. Die amerikanische Regierung vermied dabei ausdrücklich die Bezeichnung «Militärberater» für die Entsandten, um Erinnerungen an die Rolle der Militärberater in Vietnam zu vermeiden. Viele von Reagans Zentralamerika-Strategen hatten Erfahrungen im Vietnamkrieg gesammelt. So titelte die «Washington Post» Ende 1982: «The Gang That Blew Vietnam Goes Latin». Es gebe einen klaren Unterschied zu Vietnam, stellte Thomas Ostrom Enders, Leiter der Lateinamerika-Abteilung des State Department unter Ronald Reagan, klar: Die Ausbilder beschränkten sich auf Schulungen in Camps und seien «nicht in Militäroperationen involviert».

Dokumente aus der akademischen ForschungVon der amerikanischen Politologin Terry Lynn Karl von der Stanford University vorgelegte Dokumente belegen nun das Gegenteil. Karl gilt als eine der weltweit führenden Expertinnen zum Bürgerkrieg in El Salvador. Sie steuerte bereits Aussagen zu Prozessen gegen salvadorianische Militärs bei, unter anderem im Prozess um die Ermordung des Erzbischofs Óscar Arnulfo Romero.

Seit nahezu vierzig Jahren trägt sie zudem die Puzzleteile des Massakers von El Mozote zusammen. Ihr Gutachten ist Teil der Ermittlungen gegen fünfzehn ehemalige Militärs, die demnächst in El Salvador wegen ihrer Beteiligung an dem Massaker vor Gericht gestellt werden sollen. Ende April trug Karl ihre Erkenntnisse in einer Vorverhandlung vor, die die Beweise gegen die Militärs sichtet. headtopics.com

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Sie enthüllte, dass der amerikanische Sergeant Major Allen Bruce Hazelwood das Batallón Atlácatl im Dezember 1981 bei dem Einsatz im Departamento Morazán dienstlich begleitete und in El Mozote vor Ort war. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass Hazelwood Kenntnisse über den Auftrag des Militärs gehabt habe. Es sei jedoch nicht zu klären, inwieweit er in das Massaker verstrickt gewesen sei, so Karl. Danach folgte eine «anspruchsvolle Verschleierungsaktion» der amerikanischen Regierung und der Militärjunta El Salvadors, um die Spuren des Massakers zu verwischen.

Enthüllung durch «Washington Post» und «New York Times»Es war der Beharrlichkeit von Journalisten der «Washington Post» und der «New York Times» zu verdanken, dass die Welt vom Massaker erfuhr. Die Berichte wurden am 27. Januar 1982 veröffentlicht, einen Tag bevor Reagan die Finanzhilfen für die salvadorianische Junta verlängerte. Dabei bestätigte er, wie vom Kongress verlangt, dass sich die Menschenrechtslage in El Salvador verbessert habe.

«Wäre Hazelwoods Anwesenheit in El Mozote damals ans Licht gekommen, hätte dies das Ende der amerikanischen Unterstützung bedeutet», erklärte Karl nun. «Denn die Anwesenheit eines Militärberaters bei Kriegshandlungen verstösst gegen unsere Gesetze und war auch damals schon illegal.»

So aber konnte die Unterstützung der USA für das Regime weitergehen. Die Politologin berichtet über illegale amerikanische Waffenlieferungen und über Vietnamveteranen, die als Söldner im Batallón Atlácatl für die Militärjunta «gegen den Kommunismus» kämpften. Die Veteranen hätten die von den Kommandanten vorgetragene Notwendigkeit, Zivilisten zur Abschreckung zu töten, geteilt, so Karl. headtopics.com

Die Enthüllungen passen zu dem bereits bekannten Handlungsmuster der Reagan-Regierung. Sie finanzierte den Kampf der von Honduras aus in Nicaragua operierenden Contras, selbst nachdem der Kongress 1982 die Finanzierung untersagt hatte. Im Jahr 1986 wurden die illegalen amerikanischen Verwicklungen in den Bürgerkrieg in Nicaragua durch den Iran-Contra-Skandal bekannt.

Amnestiegesetz für ungültig erklärtIn El Salvador blieb das Massaker wegen eines 1993 erlassenen Amnestiegesetzes bisher ungesühnt. Im Jahr 2012 erklärte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte in San José de Costa Rica die Regierung El Salvadors für schuldig an den Verbrechen und forderte sie zur Aufklärung und Entschädigung der Opferfamilien auf. Im gleichen Jahr entschuldigte sich der damalige Präsident Mauricio Funes bei den Angehörigen.

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El Salvadors oberstes Gericht erklärte 2016 die Amnestie für ungültig und eröffnete damit die Möglichkeit einer Strafverfolgung. Das Militär wehrt sich seitdem gegen die Ermittlungen und verweigerte die Öffnung der Archive. Aufgrund der Pandemie musste die Prozessvorbereitung nun über ein Jahr lang ruhen. Enttäuscht zeigen sich Menschenrechtsvertreter von Präsident Nayib Bukele, der ursprünglich seine volle Unterstützung für den Prozess angekündigt hatte. Allerdings verwehrte er Ende vergangenes Jahr dem zuständigen Richter den Zugang zu Archiven und warf Anwälten der Opferfamilien vor, sich an dem Prozess bereichern zu wollen. Jüngst legte Bukele Wert darauf, sein enges Verhältnis zum Militär zu betonen.

Für die USA kommen die Enthüllungen zum El-Mozote-Massaker zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die neue Regierung unter Joe Biden versucht, mit den zentralamerikanischen Ländern eine Zusammenarbeit aufzubauen. Wirtschaftshilfen sollen dafür sorgen, dass die Flüchtlingswellen abebben, die Biden zunehmend vor Probleme an der amerikanischen Südgrenze stellen.

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