Coronakrise, Schulden, Staatsschulden İn Corona-Zeiten: Das Loch İst Grösser Als Nach Dem Zweiten Weltkrieg, Wirtschaft, Nachrichten

Coronakrise, Schulden

IMF zu Corona: mehr Schulden, grüne Investitionen und Steuern

Dass sich Staaten verschulden, um die #Coronakrise abzumildern, ist vernünftig. Weil die meisten aber schon vorher von soliden Staatsfinanzen wenig wissen wollten, erreichen ihre #Schulden bedrohliche Höchststände. Ein Bericht von @pfi_nzz.

07.04.2021 19:54:00

Dass sich Staaten verschulden, um die Coronakrise abzumildern, ist vernünftig. Weil die meisten aber schon vorher von soliden Staatsfinanzen wenig wissen wollten, erreichen ihre Schulden bedrohliche Höchststände. Ein Bericht von pfi_nzz.

Dass sich Staaten verschulden, um die Corona-Krise abzumildern, ist vernünftig. Weil die meisten aber schon vorher von soliden Staatsfinanzen wenig wissen wollten, erreichen ihre Schulden bedrohliche Höchststände. Statt zu sparen, empfiehlt ihnen der Währungsfonds nun grüne Investitionen und höhere Steuern.

TeilenDer IMF bringt nebst höheren Mehrwertsteuern eine temporäre Covid-19-Wiederaufbausteuer ins Spiel, die nur auf hohen Einkommen oder Vermögen zu erheben wäre.Yuri Gripas / ReutersOhne die Schuldenwirtschaft des vergangenen Jahres wäre es zweifellos noch schlimmer gekommen. 2020 haben die Regierungen laut den

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neuesten Daten des Internationalen Währungsfonds (IMF)weltweit ein Defizit von durchschnittlich 11,7% des Bruttoinlandprodukts (BIP) schreiben müssen. Im laufenden Jahr soll das Minus noch einmal 10,4% betragen.Der IMF lobt die schnelle Reaktion und warnt davor, die Unterstützung der Wirtschaft durch die Fiskalpolitik und eine expansive Geldpolitik zurückzufahren. Zuerst müsse die Erholung gesichert und soziale Spannungen verhindert werden. Nebst der direkten Unterstützung besonders betroffener Menschen und Firmen würden sich dazu Investitionen in einen «Green New Deal» besonders eignen, schreiben die

ganz im Duktus der neuen US-Regierung und der EU-Kommission.Die USA gehen unrühmlich voranUnd tatsächlich: Wann, wenn nicht in dieser Jahrhundertpandemie, sollte sich Schuldenmachen rechtfertigen lassen? Das Problem dabei ist allerdings: Die allermeisten Staaten haben vorher nicht gespart, sondern auf den Chor derjenigen gehört, die schon nach der Finanzkrise vor einer «frühzeitigen» Reduktion der unkonventionell expansiven Geld- und Finanzpolitik warnten. headtopics.com

Historisch hohe Schulden und tiefe Kosten – wie lange noch?Entwicklung der Schulden in % des BIP und der Zinskosten in entwickelten Ländern 1880–2020Quelle:Internationaler WährungsfondsNZZ / joe.So ist die Bruttoverschuldung in den entwickelten Ländern von bereits hohen 108% des Bruttoinlandprodukts (BIP) im Jahr 2018 auf 127% Ende des vergangenen Jahres gesprungen – das ist ein Prozentpunkt mehr als auf dem bisherigen Höhepunkt nach dem Zweiten Weltkrieg. Finanzpolitisch leben wir quasi wie Kriegsversehrte.

Gleichzeitig sind die Langfristzinsen mit durchschnittlich noch 0,5% so tief wie noch nie (vgl. Grafiken). Ändert sich das wieder, dürfte der Schuldendienst für viele Staaten schnell untragbar werden. Für rund 70 Entwicklungsländer ist er das bereits; von diesen haben über 40 schon einen Zahlungsaufschub erwirkt.

In den entwickelten Ländern wird die Lage dadurch akzentuiert, dass die bereits hochverschuldeten Länder in dieser Krise nochmals stark reagiert haben. Wegen ihrer Funktion als Emittent der Weltwährung dürften die USA zwar nicht am schnellsten unter Druck geraten. Doch ihr Finanzgebaren ist besonders unrühmlich. Für die Vereinigten Staaten rechnet der IMF mit einem Defizit, kumuliert für das vergangene und das laufende Jahr, von 31% der Wirtschaftsleistung; der Schuldenstand werde auf 133% des BIP steigen. Eine Trendwende ist nicht abzusehen. Spitzenreiter bleibt vorläufig aber Japan mit sage und schreibe 257%, bei Griechenland sollen es 210% werden, bei Italien 157% und bei Frankreich 115%.

Trotz ebenfalls präzedenzloser staatlicher Spendierfreudigkeit kommen Deutschland mit 70% und die Schweiz mit 45% vergleichsweise gut weg.IMF bringt Reichtumssteuer ins SpielDer staatliche Finanzbedarf ist teilweise enorm. Japan wird alleine in diesem Jahr zur Finanzierung von auslaufenden und neuen Schulden Kredite im Umfang von 61% der Wirtschaftsleistung aufnehmen müssen und die USA Treasuries im Umfang von 50% des BIP. In Italien werden es 26% sein, in Spanien 23% und in Frankreich 19%. Nur dank der tatkräftigen Mitfinanzierung durch die Zentralbanken dürfte sich ein deutlicher Anstieg der Renditen vermeiden lassen – die Marktsignale werden ausgehebelt. headtopics.com

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