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Der Fussball-Ultra: Freund und Helfer in der Corona-Krise

Jüngst hat das Image der Ultras in der Fussball-Bundesliga arg gelitten – in der Corona-Krise treten die Anhänger als Helfer auf den Plan.

29.03.2020 22:02:00

Jüngst hat das Image der Ultras in der Fussball-Bundesliga arg gelitten – in der Corona-Krise treten die Anhänger als Helfer auf den Plan. NZZ Sport

Jüngst hat das Image der Ultras in der Fussball-Bundesliga arg gelitten – in der Corona-Krise treten die Anhänger als Helfer auf den Plan.

Sina Schuldt / DPAIn einer Krise wandelt sich so manches Image. Noch vor wenigen Wochen wurde in Fussball-Deutschland heftig über die Diffamierungen und Beleidigungen gegen Dietmar Hopp diskutiert. Der Hoffenheimer Mäzen war von Ultras an verschiedenen Orten mit Begriffen wie Hurensohn tituliert worden. Mittlerweile geniesst Hopp, der den Ultras als Inbegriff des Fussballkapitalisten gilt, mancherorts Heldenstatus. Er soll ein Biotechunternehmen, an dem er Anteile hält und das an einem Impfstoff gegen das Coronavirus arbeitet, nach gängiger Lesart vor dem Zugriff des US-Präsidenten Donald Trump bewahrt haben.

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Einkaufen, BotengängeDie Fans von Borussia Dortmund hatten sich besonders hervorgetan mit Parolen gegen Hopp. Doch gerade sie nutzen die Phase der überspannten Ereignislosigkeit in Zeiten der Pandemie, um in einem positiv besetzten Kontext auf sich aufmerksam zu machen. In einer Zeit, in der allenthalben Solidarität eingefordert wird, wollen die Fussball-Fundamentalisten nicht zurückstecken.

«FC Bayern München, BVB, Schalke: HIER zeigen die Ultras ihr WAHRES Gesicht», jubilierte die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung». In München setzt sich die Gruppe Südkurve München für Blutspenden ein. In Dortmund besteht das Engagement vor allem darin, dass die Ultras von The Unity, den Desperados und den Jubos in der Zeit von 11 bis 17 Uhr gefährdeten Personen sowie solchen, die bereits in Quarantäne sind, Botengänge anbieten: einkaufen, Briefe zur Post bringen, Pakete abholen – all die Dinge eben, die diesen Kreisen nicht mehr möglich sind.

Auch die Leverkusener Ultras ziehen mit: «Immer mehr Menschen müssen zu Hause bleiben, immer mehr Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Aus diesem Grund wollen wir auch nicht tatenlos bleiben und bieten ab sofort einen Einkaufsdienst an, um den Menschen in unserer Stadt zu helfen!» Bei Schalke 04 gehen Fans einen ganz ähnlichen Weg, bloss dass sie ein von ihnen zusammengestelltes Paket frei Haus an die betroffenen Personen liefern: sogenannte «Kumpelkisten» mit Lebensmitteln. Eines aber können die Anhänger bei ihrer Hilfe nicht leisten: die Isolation lindern, in der die Betroffenen stecken. Denn die Infektionsgefahr ist stets gegeben, Distanz daher auch bei den Hilfen angezeigt.

Woher kommt das Engagement? Insider erklären zwar häufig, dass den Ultras ihr Ruf in der Öffentlichkeit gleichgültig sei. Ihre Rolle als Opposition gegen den Kommerz sei Teil der Mission. Sig Zelt vom Bündnis Pro Fans, unter dessen Dach sich 48 Gruppierungen versammelt haben, ist da allerdings anderer Ansicht. Er sagte der Agentur DPA: «Ich hoffe, dass das auch den Ruf der Ultras etwas verbessert.»

In Sachen Hopp hatte sich eine breite Front der Ultras aufgetan. Das unausgesprochene Motto lautete: Alle gegen einen! Es trat ein, was zuvor unvorstellbar gewesen war: Schalke, Bayern, Dortmund – sie alle hatten den gleichen Gegner erkannt. Nun vereint etliche Ultragruppen das gleiche Ziel: der Dienst an der Gesellschaft – und die damit verbundene Chance, das wenig schmeichelhafte Bild ein wenig zu korrigieren.

Gemeinsame Verantwortung Davon, dass ein Zusammenhang mit den Vorgängen im Februar bestehe, wollen die Ultras allerdings nichts wissen. Gegenüber der Münchner «Abendzeitung» erklärte die Münchner Vereinigung Club Nr. 12: «Wir halten es für nicht zielführend, das Thema Hopp mit dem Thema Corona zu verbinden. Dazu ist Zweites einfach zu wichtig.» Den Dortmunder Ultras geht es erklärtermassen darum, sich «solidarisch zu zeigen und gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen».

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Der Ultra – dein Freund und Helfer? Auf so eine Pointe muss man erst mal kommen. Dabei ist es gar nicht abwegig, die Aktionen der Ultras als ein Angebot zum Dialog zu begreifen. So wundert sich Sig Zelt, der Berliner Aktivist, nicht über die spontane Hilfe an vielen Orten. Dies, so meint Zelt, entspreche vielmehr dem Selbstverständnis vieler Ultras, dass sie der Gesellschaft etwas Gutes tun wollten – nach dem Motto: «Wenn ihr unsere Fankultur akzeptiert, dann geben wir euch auch etwas zurück.»

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