Abgesang auf Amerika? Ein Ökonom zeigt, weshalb dies falsch ist

Amerikanischer Traum, Einkommensmobilität, Manipuliertes System

Opioid-Krise, «Tod durch Hoffnungslosigkeit»: Es gibt vieles, was Amerikaner bekümmern muss. @MichaelRStrain kämpft nun mit einem neuen Buch gegen die schlechte Stimmung. Eine Besprechung von @Ch_Eisenring. @nzzwirtschaft

Amerikanischer Traum, Einkommensmobilität

25.2.2020

Opioid-Krise, «Tod durch Hoffnungslosigkeit»: Es gibt vieles, was Amerikaner bekümmern muss. MichaelRStrain kämpft nun mit einem neuen Buch gegen die schlechte Stimmung. Eine Besprechung von Ch_Eisenring. nzzwirtschaft

Opioid-Krise, «Tod durch Hoffnungslosigkeit»: Es gibt vieles, was Amerikaner bekümmern muss. Ein Ökonom kämpft nun gegen die schlechte Stimmung: Sein neues Buch zeigt, dass das System nicht «manipuliert» ist, wie Politiker von links und rechts behaupten.

. Aber besonders eine Kennziffer zeigt das Malaise: Die Zahl der Suizide hat sich seit 2000 von 30 000 auf knapp 50 000 erhöht. In den USA sterben seit zehn Jahren mehr Menschen durch Selbsttötung als durch Autounfälle. Wider den grassierenden Pessimismus Es gibt also vieles, das die Amerikaner herunterziehen könnte. Da kommt ein neues Buch gerade richtig, das mit Fakten gegen diese Trostlosigkeit ankämpft. Wäre der amerikanische Traum ein Glas, wäre dieses gut gefüllt und nicht fast leer, schreibt der Autor Michael Strain vom American Enterprise Institute, einem konservativen Think-Tank in Washington. Der Ökonom negiert all die Schwierigkeiten nicht, aber er wehrt sich gegen den grassierenden Pessimismus in den USA. Und er führt viele Argumente an, die einen Abgesang auf den amerikanischen Traum als verfrüht erscheinen lassen. Für das Gros der Gesellschaft jedenfalls verbessern sich die Lebensumstände fortwährend. Das liegt auch am langen Aufschwung unter Barack Obama und nun unter Donald Trump. Seit September 2010 schafft die amerikanische Wirtschaft Monat für Monat mehr Stellen, als verloren gehen, im Schnitt beträgt der Zuwachs 200 000 Jobs pro Monat. Die Arbeitslosenquote ist auf ein Niveau gesunken, wie man es zuletzt vor fünfzig Jahren gemessen hat. Sicher, auch hier findet man ein Haar in der Suppe, wenn man will: Während vor fünfzig Jahren 96% der Männer in ihrem Haupterwerbsalter (25- bis 54-jährig) am Arbeitsmarkt teilgenommen haben, sind es derzeit 89%, wobei der Rückgang jüngst gestoppt wurde. Drei Viertel überholen die Eltern Wenn sich der Arbeitsmarkt aber so gut entwickelt hat, wie steht es mit den Löhnen? Eine Konkurrentin von Sanders bei der Nomination der Demokraten, Elizabeth Warren, behauptet, dass nur die Reichen reicher würden und alle anderen zurückfielen. Doch Strain hält in seinem Buch dagegen. Er betrachtet, wie sich die Löhne seit Mitte 1990 entwickelt haben, weil damals die Konjunktur ebenfalls gut lief und dreissig Jahre den grössten Teil eines Arbeitslebens abdecken. Demnach nahm der Stundenlohn des typischen Angestellten über diese Zeit real um 34% zu. Auch wenn das Lohnwachstum bei den Grossverdienern deutlich höher war, ist ein Plus von real 1% pro Jahr auch nicht nichts. Letztlich ist aber entscheidend, was ein Haushalt zur Verfügung hat. Auch hier sieht es nicht schlecht aus: Der Haushalt in der Mitte der Einkommensverteilung erzielte laut dem Congressional Budget Office – einem unabhängigen Think-Tank des Kongresses – 2016 am Markt ein Einkommen, das real 21% höher war als 1990. Das ist ebenfalls nicht spektakulär, aber bei diesem Tempo hat immerhin jede Generation ein Fünftel mehr als die vorherige. Nach Steuern und Transfers liegt das Plus sogar doppelt so hoch. Betrachtet man das unterste Fünftel in der Verteilung, gab es auch da Verbesserungen, die prozentual erst noch markanter ausfielen. Mit dem amerikanischen Traum verbindet man aber vor allem ein Aufstiegsversprechen: Wenn sich jemand anstrengt, sollte er die soziale Leiter hochklettern und die Früchte seiner Arbeit ernten können. Und da machen Strains Auswertungen durchaus Mut: Drei Viertel der Amerikaner, die heute in ihren Vierzigern stehen, haben ein höheres Einkommen als ihre Eltern. Und für Personen, deren Eltern dem untersten Fünftel der Einkommenspyramide angehörten, gilt dies sogar in 86% der Fälle. Strain schliesst daraus, dass die USA keine Klassengesellschaft sind. Allerdings räumt er ein, dass die Mobilität früher grösser war. Und als Europäer möchte man anfügen, dass es in vielen hiesigen Ländern einfacher ist, von einer unteren Einkommensklasse in eine höhere aufzusteigen. Immer besser qualifiziert Vergessen geht auch oft, dass die Amerikaner im Schnitt immer besser ausgebildet sind. Während 1980 erst jede siebte Frau einen College-Abschluss hatte, ist es heute gut jede dritte. Bei den Männern stieg dieser Anteil über denselben Zeitraum von 21% auf ebenfalls 35%. Was sich früher zudem nur die Reichsten leisten konnten, ist heute auch für Normalsterbliche erschwinglich. Ein Flug von New York nach Los Angeles etwa kostete 1974 fast 1500 $ (auf heute umgerechnet), mittlerweile ist ein solcher Flug für 300 $ zu haben. Was aber bedeutet das alles? Die Ungleichheit bei den Einkommen hat besonders bis 2007 zugenommen, sie ist seither aber kaum noch gestiegen. Stagniert haben die Löhne in den 1970er und 1980er Jahren – weshalb es nicht der Ironie entbehrt, dass man in den USA die «früheren» Zeiten oft verklärt. Beklagt wird ferner die Aushöhlung des Mittelstands. So ist der Anteil von Stellen mit mittlerer Qualifikation über fünfzig Jahre von 38 auf 23% gesunken. Man sollte dann aber auch erwähnen, dass der Anteil von Jobs, die höhere Anforderungen stellen, von 30 auf 46% zugenommen hat. Dies ist eine Chance: Die öffentliche Hand, die Firmen, aber auch die Beschäftigten selbst müssen entsprechende Fähigkeiten entwickeln. Doch der Elan, sich anzustrengen, erlahmt, wenn man von der Politik ständig hört, dass das sowieso nichts bringt. Strain erwähnt in seinem Buch zahlreiche Fakten, weshalb dieser Pessimismus unbegründet und das System nicht zuungunsten des typischen Amerikaners manipuliert ist. Das Glas in den USA ist zumindest halb voll und nicht halb leer. Strain, Michael: The American Dream is Not Dead (But Populism Could Kill It), Templeton Press, 2020, 168 S. Mehr zum Thema Suizide und Todesfälle durch Drogen oder Alkohol haben unter weissen Amerikanern stark zugenommen, wie die Forschung von Angus Deaton und Anne Case zeigt. Ein möglicher Grund: Traditionelle Bande über die Arbeit, die Familie und die Kirche erodieren. Christoph Eisenring Weiterlesen: Neue Zürcher Zeitung

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