Unfall auf A3 - Horror-Crash mit drei Toten – Porsche-Fahrer zu 6,5 Jahren Gefängnis verurteilt

Nach Horror-Crash mit drei Toten auf A3: Gericht verurteilt Porsche-Fahrer zu 6,5 Jahren Gefängnis.

01.12.2021 18:37:00

Nach Horror-Crash mit drei Toten auf A3: Gericht verurteilt Porsche-Fahrer zu 6,5 Jahren Gefängnis.

Drei Personen starben im November 2019 bei einem Unfall auf der A3 vor dem Bözbergtunnel. Der Unfallfahrer musste sich nun vor Gericht verantworten.

Durch die Wucht war der Renault in den vor ihm fahrenden Sattelschlepper gestossen und zerquetscht worden. Der Lenker des Porsches blieb unverletzt.Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren mit anschliessend zehn Jahren Landesverweisung.

Ein psychiatrisches Gutachten kam zum Schluss,«Der Porsche-Fahrer zieht vor Gericht eine Show ab»6,5 JahrenDas Gericht habe acht Stunden über das Urteil befunden. Wie der Gerichtspräsident erklärt, glaube das Gericht, dass der Beschuldigte sowohl seine gefahrene, wie auch die signalisierte Geschwindigkeit auf dem Autobahnabschnitt kannte. Aufgrund des Telefonats der Ehefrau an die Polizei gehe man davon aus, dass der Beschuldigte in

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Mittwoch, 01.12.2021 Zusammenfassung Der Horror-Crash auf der A3 erschütterte vor zwei Jahren die Schweiz. Mit 133 km/h war der weisse Porsche Cayenne laut Anklage am 27. November 2019 ins Heck eines roten Renaults geprallt, der langsam in der Kolonne vor dem Bözbergtunnel in Fahrtrichtung Zürich unterwegs war. Die drei Insassen kamen dabei ums Leben. Durch die Wucht war der Renault in den vor ihm fahrenden Sattelschlepper gestossen und zerquetscht worden. Der Lenker des Porsches blieb unverletzt. Nun musste sich der 46-jährige Montenegriner vor dem Bezirksgericht Brugg verantworten. Der auf drei Tage angelegte Prozess fand aus Platzgründen im Gemeindesaal in Hausen statt. «Es fällt mir schwer, dass drei Leben ausgelöscht wurden» , sagte der Beschuldigte am ersten Prozesstag. «Daran werde ich mein ganzes Leben denken müssen. Was passiert ist, tut mir leid und wird mir immer leid tun.» Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren mit anschliessend zehn Jahren Landesverweisung. Der Beschuldigte habe durch sein Fahrverhalten den Tod der Insassen zumindest billigend in Kauf genommen. So habe er unter anderem die Sperrung des Überholstreifens missachtet und sei mit massiv überhöhter Geschwindigkeit bis unmittelbar vor ein Signalisationsfahrzeug gefahren, bevor er nach rechts in die langsam fahrende Kolonne auswich. Der Montenegriner machte in den Einvernahmen geltend, sich weder an die Fahrt auf dem gesperrten Überholstreifen, noch an den tödlichen Unfall selbst erinnern zu können. Ein psychiatrisches Gutachten kam zum Schluss, dass der Zweifachvater aufgrund einer psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt nur vermindert schuldfähig war. Das Gericht verurteilte den Porsche-Fahrer am Mittwoch zu 6,5 Jahren Gefängnis und fünf Jahren Landesverweis. «Wir sind froh, dass das Ganze ein Ende hat und er endlich ins Gefängnis kommt. Wir schauen noch, ob wir das Urteil weiterziehen», sagte Ali Ekici nach dem Urteil. Der 40-Jährige verlor bei dem Unfall seine Eltern und seinen Schwager. «Der Porsche-Fahrer zieht vor Gericht eine Show ab» Der Horror-Crash vor dem Bözbergtunnel erschütterte 2019 die Schweiz. Ali Ekici, der beim Unfall seine Eltern sowie seinen Schwager verloren hat, erzählte vom ersten Prozesstag. Urteil Das Bezirksgericht Brugg verurteilte den Porsche-Fahrer wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung und qualifiziert grober Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 6,5 Jahren und fünf Jahren Landesverweis. Da das Gericht eine Fluchtgefahr sieht, wurden drei Monate Sicherheitshaft angeordnet. Auf eine ambulante Massnahme wurde verzichtet. Das Gericht habe acht Stunden über das Urteil befunden. Wie der Gerichtspräsident erklärt, glaube das Gericht, dass der Beschuldigte sowohl seine gefahrene, wie auch die signalisierte Geschwindigkeit auf dem Autobahnabschnitt kannte. Aufgrund des Telefonats der Ehefrau an die Polizei gehe man davon aus, dass der Beschuldigte in suizidaler Absicht seine Fahrgeschwindigkeit gewählt habe und gegen den Prellbock fahren wollte. «Beim 21 Seiten langen Brief handelt es sich um einen Abschiedsbrief», so der Gerichtspräsident. Der Beschuldigte sei auf der A3 mit einer Geschwindigkeit von minimal 152 km/h gefahren. « Die Opfer hatten nicht nur einen Hauch einer Chance. » Wie der Gerichtspräsident sagt, war der Porsche-Fahrer nicht auf einem leerem Autobahnstück in der Mitte der Nacht unterwegs, sondern am Morgen als dieses stark befahren war. Somit könne sein Entscheid nicht anders verstanden werden als « Après moi, le déluge Dienstag, 30.11.2021 «Ich werde mir nie verzeihen können, solange ich lebe» Zum Schluss ergreift der Beschuldigte das Wort. Er entschuldigt sich zuerst beim Gericht für den Vorfall am Dienstagmorgen. Danach nimmt er Stellung zum Unfall: «Es tut mir leid, dass die Leute gestorben sind. Ich werde mir das nie verzeihen können, solange ich lebe. Es wäre mir lieber, wenn ich gestorben wäre .» Das Urteil wird am Mittwochnachmittag erwartet. «Dass Leute sterben werden, war ihm klar» In der Entgegnung zu den Ausführungen des Verteidigers erläutert der Staatsanwalt erneut, wieso der Beschuldigte vorsätzlich handelte. «Es war klar, dass, wenn er dort Suizid begehen würde, dies mit dem Tod Dritter verbunden sei. Es waren Bauarbeiter auf der Tagesbaustelle. Es hatte Verkehr auf der rechten Spur. Dass Leute sterben werden, war ihm bewusst. » Kein bewusster Entscheid Was dem Beschuldigten vor der Tat durch den Kopf ging, wisse man leider nicht. «Was wir wissen, ist, dass er unmittelbar vor der Tat seiner Ehefrau am Telefon gesagt hat, dass er Suizid begehen möchte. Da gibt es keine Zweifel, da sie danach aus diesem Grund die Polizei kontaktierte.» Auch der 21 Seiten lange Brief sei ein Abschiedsbrief gewesen, auch wenn sein Mandant dies nicht zugeben möchte. Zum Verhalten des Beschuldigten vor Gericht sagt der Verteidiger: «Mein Klient ist alles andere als manipulativ. Er ist auch nicht emotionslos . Er kann diese einfach nicht ausdrücken.» Zur Frage, ob der Beschuldigte den Tod Dritter in Kauf genommen habe, sagt der Verteidiger: «Wenn das kognitive System eingesetzt hätte, dann hätte er gebremst . Der Beschuldigte hatte seine Fahrt aber ungebremst fortgesetzt. Bis zum letzten Schluss wollte er in den Prellbock fahren und Suizid begehen.» Die Lenkung auf die rechte Fahrbahn sei ein Überlebensreflex und kein bewusster Entscheid Bedingte Freiheitsstrafe von zwanzig Monaten Der Beschuldigte wurde von den Ärzten als verhandlungsfähig eingestuft. Als nächstes plädiert sein Verteidiger. Dieser fordert, dass sein Mandant der mehrfachen fahrlässigen Tötung und der Verletzung der Verkehrsregeln schuldig zu sprechen sei. Er fordert eine bedingte Freiheitsstrafe von zwanzig Monaten . Die Probezeit sei auf zwei Jahre festzusetzen. Auf eine ambulante Massnahme und eine Landesverweisung sei zu verzichten. «Der Unfall war schrecklich und sinnlos.» Auf menschlicher Ebene gebe es nichts zu diskutieren. «Das wünscht man niemandem. Und auch mein Mandant wollte das nicht.» Der Beschuldigte schäme sich für seine Tat . «Er kommt aus einem ähnlichen Kulturkreis wie die Opfer. Er kann sich nicht vorstellen, dass er derjenige sei, der so etwas verursacht haben soll. Hat er aber.» «Er hat unsere Herzen aus der Brust gerissen» Als Teil des Plädoyers seines Anwalts kommt Ali Ekici, der Sohn des verstorbenen Ehepaars, zu Wort. «Meine Geschwister und ich waren die reichsten Menschen auf der ganzen Welt. Unsere Eltern waren nicht nur unsere Eltern, sie waren wie unsere Geschwister. Sie waren sehr tolle Menschen.» Ekici habe jeden Tag mit seinen Eltern verbracht. «Der Beschuldigte hat unsere Herzen aus der Brust gerissen. Ich kann nicht atmen. Ich kann nicht schlafen. Ich denke immer an sie .» Ekici verlor nicht nur seine Eltern N. (55) und E. (64) bei dem Unfall, auch sein Schwager (42) kam dabei ums Leben. «Ihm war immer alles egal» «Trotz der gestrigen Befragung des Beschuldigten wissen wir praktisch nichts», so Martin Lutz, Anwalt der Opferfamilie. Das Verhalten des Beschuldigten vor Gericht sei « manipulativ » und « vorgespielt ». Dazu sagt Lutz: «Ich wünsche mir, dass sie kein Verständnis für diese Tat haben. Es gibt nichts, für das man Verständnis haben müsste.» «Der Beschuldigte war der Höllenreiter, der diese Familie zerstört hat», sagt Nikolaus Tamm, Anwalt der Familie des verstorbenen Ehepaars. Der Porsche-Fahrer habe eine Familie zerrissen und viel Leid über die Hinterbliebenen gebracht. Für sie sei es schlimm, dass er nicht dazu bereit sei, Hinweise zu den Hintergründen des Unfalls zu geben. «Toxischer Egoismus» sei in jeder Phase des Verfahrens zum Ausdruck gekommen. « Ihm war immer alles egal », so Tamm. Der Strafantrag der Staatsanwalt wird von den Vertretern der Privatklägerschaft unterstützt. Plädoyer der Staatsanwaltschaft Laut der Staatsanwaltschaft gibt es « erhebliche Zweifel », dass sich der Beschuldigte nicht an den Vorfall erinnern könne. Bei einer Einvernahme nach dem Unfall habe er sich an Details, wie die angeschriebene Baustelle und seine Fahrt auf dem Überholstreifen, noch erinnern können. «Es muss davon ausgegangen werden, dass er vom Unfall mehr weiss, wie er zu Protokoll geben wollte. » Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass der Beschuldigte am Tattag von suizidalen Absichten geleitet wurde. «Dass er sein Leben beenden wollte, zeigt sich auch in seinem Verhalten nach dem Unfall, als er über die Fahrbahn rannte.» «Der Beschuldigte wusste, dass er Personen töten würde, als er auf die rechte Spur lenkte. Er rechnete mit dem Tode Dritter und nahm dies billigend in Kauf.» Die Staatsanwaltschaft beantragt wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung und qualifizierter grober Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren mit anschliessend zehn Jahren Landesverweisung. Zudem wird gefordert, dass eine ambulante Massnahme für den Beschuldigten angeordnet wird. Verhandlung wird fortgesetzt Das Gericht beschliesst die Verhandlung fortzuführen. Der Beschuldigte will dem Gericht einen Brief überreichen . Dieser soll später durch die Dolmetscherin übersetzt werden. Zudem sollen mobile Ärzte und Ärztinnen den Beschuldigten in Bezug auf seine Verhandlungsfähigkeit untersuchen. «Eine Art Panikattacke» Der zweite Verhandlungstag ist eröffnet. Zu Beginn verkündet das Gericht, dass beschlossen wurde, dass kein Obergutachten durchgeführt wird. Es entspreche den rechtlichen Vorgaben. Während der Begründung des Beschlusses unterbricht der Beschuldigte den Gerichtspräsidenten und verlässt den Saal. Er habe laut seinem Verteidiger « eine Art Panikattacke ». Der Beschuldigte wolle den Gerichtssaal nicht wieder betreten. Der Verteidiger beantragt, dass die Verhandlung verschoben wird oder dass sein Mandant von seiner Anwesenheitspflicht am heutigen Verhandlungstag befreit wird. Die Verhandlung wird zur Beschlussfassung unterbrochen. Montag, 29.11.2021 Die Vertreter der Privatklägerschaft fordern, dass ein Obergutachten durchgeführt wird. «Ich bin mit dem Inhalt nicht einverstanden», sagt Vertreter Martin Lutz. Die Zweifel an dem Gutachten des forensischen Psychiaters seien gross. Ebenfalls solle ein weiterer Zeuge befragt werden. Laut der Staatsanwaltschaft sei der Forensiker sehr erfahren. Der Gutachter habe sich mit Interpretationen zurückgehalten. Der Staatsanwalt sei der Ansicht, dass das Gutachten nachvollziehbar sei. Das Gericht wird über die Anträge befinden. Damit ist der erste Verhandlungstag zu Ende. Am Dienstag stehen die Plädoyers der Parteivertreter an. Das Urteil wird am Mittwoch erwartet. «Es wird mir immer leid tun» Der Richter erläutert, was vor und nach dem Unfall geschah. Auf jegliche Fragen habe der Porsche-Fahrer geantwortet: « Ich kann mich nicht erinnern. » Laut dem Gerichtspräsidenten habe sich der Beschuldigte bei der ersten Befragung im Dezember 2019 noch an verschiedene Details, wie beispielsweise das rote Auto oder die Ambulanz, erinnern können. In den letzten zwei Jahren habe der Porschefahrer keinen Kontakt mit der Opferfamilie aufgenommen. Zum Schluss sagte der Beschuldigte noch: «Was passiert ist, tut mir leid und wird mir immer leid tun.» «Ab Pratteln kann ich mich an nichts mehr erinnern» Laut dem Gerichtspräsidenten hatte der Beschuldigte bei einem Bluttest nach dem Unfall 0,24 Promille im Blut . «Ich habe am Vorabend 2 bis 3 Gläser Whisky getrunken. Um 1 Uhr habe ich aber aufgehört zu trinken», so der Beschuldigte. Auch hatte er an diesem Tag Medikamente eingenommen. «Nachdem ich diese Medikamente genommen hatte, habe ich mich anders gefühlt .» Am Morgen des Unfalls sei der Beschuldigte bei seinem Bekannten ins Auto gestiegen, um ein wenig rumzufahren. Wie er erzählt, sei er mehrmals auf die Autobahn gefahren und habe an verschiedenen Ausfahrten gewendet. «Schliesslich bin von ich Oensingen aus in Richtung Basel gefahren. Bei Pratteln habe ich noch einmal gewendet. Von da an kann ich mich an nichts mehr erinnern. » Einvernahme des Beschuldigten Nun wird der Beschuldigte einvernommen. Wie er sagt, sei ihm die Trennung von seiner Ehefrau schwer gefallen. Er und seine Ehefrau hätten kein gutes Verhältnis mehr gehabt, nachdem er in den Sommerferien ein Telefon unter dem Kissen seiner Frau gefunden hatte, von dem er nichts wusste. Laut dem Gericht hat der Beschuldigte einen Tag vor dem Unfall einen 21 Seiten langen Brief verfasst. Wieso? «Ich habe meinen Kindern geschrieben. Ich hatte keine Absichten. Ich wollte den Brief haben, um ab und zu darin lesen zu können.» Der Brief fasse die Lebensgeschichte des Beschuldigten seit der Geburt seiner Kinder zusammen. Zum Unfallzeitpunkt hatte der Beschuldigte den Brief im Auto dabei. «Ich hatte den Brief bei mir, damit meine Kinder den Brief zu Hause nicht finden.» Befragung eines Bekannten Beim dritten Zeugen handelt es sich um einen Bekannten des Beschuldigten. Am Abend vor dem Unfall sei der Beschuldigte zu ihm nach Hause gekommen und habe mit ihm etwas getrunken. «Danach wollte er nach Hause fahren, aber ich habe ihm davon abgeraten. Dann hat er bei mir übernachtet und ist erst am nächsten Tag wieder gegangen.» Worüber die beiden am Abend gesprochen hatten, kann sich der Zeuge nicht mehr genau erinnern. «Wir haben unter anderem über familiäre Probleme geredet.» Er habe dem Beschuldigten angesehen, dass er psychisch nicht stabil war. « Er war traurig und in sich gekehrt. » «Er war nicht mehr der Mann, den ich gekannt habe» Die Ehefrau bezeichnet den Beschuldigten als einen «liebevollen Mann». Die Familie sei ihm immer sehr wichtig gewesen. Doch im Oktober 2019 habe sie ihn verlassen, weil er Wahnvorstellungen hatte. « Er dachte immer, dass ich ihn betrüge .» Seit August habe er in der Nacht oft geweint. « Er war plötzlich ein anderer Mensch. Er war nicht mehr der Mann, den ich gekannt habe.» Er habe mehrmals ihre Familie angerufen und ihnen falsche Dinge über sie erzählt. «Ich sah keine andere Möglichkeit, als ihn zu verlassen. Ich dachte, es hilft ihm, wenn er mich nicht mehr sieht.» Am Tag vor dem Unfall habe die Ehefrau mit dem Beschuldigten zu Mittag gegessen. «Da sagte er mir, dass er nicht wisse, was mit ihm los sei . Nur ich könne ihm helfen, sagte er. Er schaute ständig um sich, wie wenn ihn jemand verfolgen würde.» Zum Fahrstil des Beschuldigten sagte die Zeugin, dass er sonst immer besonnen gefahren sei. «Er hatte nie eine Busse erhalten. Er ist immer vorsichtig gefahren .» Zum Schluss ihrer Befragung ergreift die Zeugin noch das Wort und spricht den Angehörigen der Verstorbenen ihr Beileid aus. Befragung der Ehefrau Am Nachmittag beginnt das Gericht mit der Befragung der Ehefrau des Beschuldigten . Sie wird als Zeugin einvernommen. Die Ehefrau habe am Tattag ein Telefongespräch mit dem Beschuldigten geführt. Beim Telefonat habe der Beschuldigte wiederholt gesagt: «Wieso hast du das unseren Kindern angetan?» Nach dem Gespräch habe sie die Polizei alarmiert . «Ihm ging es psychisch schlecht. Ich wollte, dass man ihn in eine Psychiatrie bringt», sagt sie am Montag vor Gericht. Danach spielt das Gericht ein Telefonat vom Tattag zwischen der Polizei und der Frau ab. In den Aufnahmen sagt sie: «Mein Mann hat mit gesagt, dass er Suizid begehen will. Er ist im Auto, aber ich weiss nicht genau, wo er ist. Ich habe ihm gesagt, er soll zu mir kommen, aber er kommt nicht .» Vor Gericht sagte die Ehefrau am Montag, dass sie sich nicht mehr daran erinnern könne, ob der Beschuldigte während des Telefongesprächs einen Suizid angekündigt hatte. «Es fällt mir schwer, dass drei Leben ausgelöscht wurden» Auf die Frage seines Anwalts, wie es ihm geht, sagt der Beschuldigte: « Es fällt mir schwer, dass drei Leben ausgelöscht wurden. Daran werde ich mein ganzes Leben denken müssen. Ich möchte noch einmal allen Angehörigen sagen, dass es mir leid tut.» Die Verhandlung geht um 13.30 Uhr weiter. Am Nachmittag werden weitere Zeugen angehört. Zudem wird der Beschuldigte einvernommen. Beschuldigter war Polizist Der Richter befragt den Beschuldigten zunächst zu seiner Person. Er sei in Montenegro aufgewachsen und habe dort sieben Jahre als Polizist gearbeitet. 1999 sei er in die Schweiz gekommen. Aktuell befinden sich der Beschuldigte und seine Ehefrau in einem Scheidungsverfahren. Sie leben getrennt. Die zwei gemeinsamen Kinder leben bei seiner Frau. Zu den Kindern pflege er einen regen Kontakt. Vor dem Unfall habe der Beschuldigte Vollzeit gearbeitet. Danach sei er krank geschrieben worden. Aktuell arbeite er temporär und habe gemäss eigener Aussage Aussicht auf eine Festanstellung. Er befinde sich aktuell in psychiatrischer Behandlung . Dort habe er auch «ein bisschen» über den Unfall gesprochen. «Ich kann mit meinem Psychiater am besten darüber sprechen.» Über konkrete Beispiele will der Beschuldigte keine Aussagen machen. Mehr anzeigen