Gewalttat in Norwegen – Täter von Kongsberg tötete die meisten Opfer in ihren Häusern

Mehrere Annahmen, die in den ersten Stunden und Tagen nach dem Angriff kursierten, haben sich in der Zwischenzeit als falsch herausgestellt.

22.10.2021 22:03:00

Mehrere Annahmen, die in den ersten Stunden und Tagen nach dem Angriff kursierten, haben sich in der Zwischenzeit als falsch herausgestellt.

Pfeil und Bogen waren gar nicht die Tatwaffe und von einer Radikalisierung ist keine Rede mehr: Vieles, was nach dem Angriff mit fünf Toten verbreitet wurde, hat sich als falsch erwiesen. Die Polizei rudert zurück.

Publiziert heute um 16:00 Uhr8 Kommentare8Gedenkstätte vor einem Haus in Kongsberg, dessen Bewohnerin von einem offenbar psychisch kranken Mann erstochen wurde.Foto: Terje Bendiksby (AFP)Angriff mit fünf Totenin der norwegischen Kleinstadt Kongsberg laufen die Ermittlungen zur Tat auf Hochtouren. Der zentrale Fokus liege auf dem Verhör des Beschuldigten, sagte Polizeiinspektor Per Thomas Omholt am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Man wolle unter anderem mehr darüber herausfinden, was das Motiv des Täters gewesen sei, was seine Gedanken gewesen seien und ob er die Tat womöglich geplant habe.

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Irena Jurinak mit Material der SDA/AFP Publiziert heute um 16:00 Uhr 8 Kommentare 8 Gedenkstätte vor einem Haus in Kongsberg, dessen Bewohnerin von einem offenbar psychisch kranken Mann erstochen wurde. Foto: Terje Bendiksby (AFP) Angriff mit fünf Toten in der norwegischen Kleinstadt Kongsberg laufen die Ermittlungen zur Tat auf Hochtouren. Der zentrale Fokus liege auf dem Verhör des Beschuldigten, sagte Polizeiinspektor Per Thomas Omholt am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Man wolle unter anderem mehr darüber herausfinden, was das Motiv des Täters gewesen sei, was seine Gedanken gewesen seien und ob er die Tat womöglich geplant habe. Man habe ihn am Donnerstag erneut kurz verhört und hoffe, am Freitag damit weitermachen zu können, so Omholt. Die Polizei habe bislang auch mit mehr als 200 Menschen gesprochen. Darunter seien etwa 90 offizielle Zeugenbefragungen gewesen. Mehrere Annahmen, die in den ersten Stunden und Tagen nach dem Angriff kursierten, haben sich in der Zwischenzeit als falsch herausgestellt, wie neue Erkenntnisse zum Tathergang und zum Täter zeigen. Opfer starben in ihren eigenen vier Wänden So war der Täter zwar mit Pfeil und Bogen bewaffnet, alle Todesopfer wurden jedoch erstochen. Bei seinen Angriffen habe der Täter «irgendwann Pfeil und Bogen weggeworfen oder verloren», sagte Omholt. Seine Opfer habe er mit einem «scharfen Gegenstand» erstochen. Welchen, wollte der Polizeiinspektor aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Laut Omholt hat der Täter seine Opfer wahllos getötet. Die meisten von ihnen seien in ihren eigenen vier Wänden ums Leben gekommen. Wie viele genau, liess er offen. Man habe die Toten an unterschiedlichen Orten gefunden, auf den Strassen, aber auch in Häusern, in die der Täter eingedrungen war. Vier Frauen im Alter von 52, 56, 75 und 78 Jahren sowie ein 75-jähriger Mann kamen ums Leben. Drei Menschen mussten verletzt ins Krankenhaus gebracht werden, keiner von ihnen schwebt mehr in Lebensgefahr. Details zum Tathergang Zum Tathergang ist bisher Folgendes bekannt: Der Täter verliess am Mittwochabend, 13. Oktober, seine Wohnung in Kongsberg mit Pfeil und Bogen und schoss damit auf mehrere Personen. Zu diesem Zeitpunkt war die Polizei noch nicht benachrichtigt. Um 18.12 Uhr kam eine Notrufmeldung aus einem Supermarkt, der in der Nähe der Wohnung des 37-jährigen Mannes liegt. Polizisten vor dem Supermarkt in Kongsberg, in welchem der Angreifer Menschen mit Pfeil und Bogen beschossen hatte. Foto: Terje Pedersen (AFP) Dort trafen zwei bewaffnete Polizisten um 18.18 Uhr zum ersten Mal auf ihn. Sie wurden mit Pfeilen beschossen und kamen laut einem Polizeisprecher nicht in eine Position, von der aus sie auf ihn schiessen oder ihn festnehmen konnten. Laut den Ermittlern gibt es gute Videos von dem, was im Laden passiert ist, berichtet die norwegische Zeitung «Aftenposten» . Während die Beamten Schutzkleidung holten, gelang dem Mann die Flucht über einen von der Polizei nicht gesicherten Hinterausgang. Danach lief er durch die Innenstadt und feuerte weitere Pfeile auf Personen ab. Schliesslich drang er in der als Künstlerstrasse bekannten Hytegatta in Wohnhäuser ein, wo er mehrere Menschen mit einer Stichwaffe tötete.