Schauplatz Ostsee - Drei Inseln zwischen Krieg und Frieden

25.06.2022 11:13:00

Åland, Bornholm und Gotland sind malerisch. Russlands Krieg in der Ukraine macht sie nun aber zu militärischen Hotspots.

Russland, Ostsee

Was für Pläne verfolgt Russland in der Ostsee ? Drei skandinavische Ferieninseln bereiten sich auf den Ernstfall vor. kaufmannbruno

Åland, Bornholm und Gotland sind malerisch. Russland s Krieg in der Ukraine macht sie nun aber zu militärischen Hotspots.

Russland als Schutzmacht der Neutralität?Der hundertjährige Völkerbundvertrag ordnete Åland aussenpolitisch Finnland zu, garantierte aber Schwedisch als einzige Amtssprache. Mit dem angestrebten Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands stellt sich nun aber die Frage, ob dieser Vertrag Bestand hat. Denn das Abkommen regelt auch die Demilitarisierung und die Neutralität Ålands.

Aber nicht nur die gut 30'000 Åländerinnen und Åländer selbst sind daran interessiert, dass sich durch den angestrebten Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens nichts am Sonderstatus des eigenen Landes ändert. Auch Russland ist verpflichtet, die Neutralität Ålands zu überwachen. Das wird durch einen Zusatzvertrag geregelt.

Weiterlesen:
SRF News »

kaufmannbruno Poor Putin

Russland-Ukraine-Konflikt: Alle Entwicklungen zum Krieg im ÜberblickDie EU hat die Ukraine und Moldau offiziell zu Beitrittskandidaten gemacht. Ukraine und Russland: Wer hat Angst vor wem?

Krieg in der Ukraine - Entscheid des EU-Rats: Kandidatenstatus für Ukraine und MoldawienAlle 27 EU-Mitgliedsstaaten haben sich für den Kandidaten-Status für die Ukraine und Moldawien ausgesprochen. Korruption zieht sich an Falscher Zeitpunkt vonderleyen

Ukraine-Krieg: USA und Biden verlieren Geduld mit SelenskiAmerika unterstützt die Ukraine mit modernen Waffen. Wie diese eingesetzt werden – das weiss Washington nicht. Nun werden Stimmen für mehr Aufsicht laut. USA Russland UkraineKrieg Selenski

Krieg der Symbole – Und plötzlich sitzen die Amerikaner am Donezk-PlatzMoskau hat den Platz vor der US-Botschaft umbenannt. Kiew verbietet russische Bücher und Musik und will die Welt «entputinisieren». Zita Affentranger hat kein moralisches Recht, eine CancelCulture der Ukrainer*innen zu bemängeln. Eine solche herrscht nämlich in den Tamedia-Medien, die Fachjournalisten wie Susanne Kübler entlassen und die Inhalte im Kulturbund durch Boulevard und US-Entertainment ersetzen.

Ukraine-Krieg: EU-Parlament stimmt mit grosser Mehrheit für Beitrittsstatus der UkraineSeit mehreren Monaten herrscht in der Ukraine Krieg. Unterdessen warnen die UN vor massiven globalen Auswirkungen des Krieges. 20 Minuten liefert die News zum Krieg. 🙈 Schön wie me sich freiwillig nome problem an board holt. Und sich dabei no geil findet. Bin gespannt Aufgrund welcher Kriterien? Die EU schiesst sich fortlaufend in beide Knie, beschäftigt kriminelle Tanten wie UvdL und dergl., ist anmassend etc. Eine Ansammlung von Möchtegerns, die können allesamt auf den Scheiterhaufen der Geschichte!!!! Hahaha Freifall der EU und des Euros nochmal beschleunigt!!!

Russland-Ukraine-Konflikt: Alle Entwicklungen zum Krieg im ÜberblickRussen rücken vor, Ukraine-Truppen droht Einkesselung im Gebiet Luhansk.

In diesem Sommer gibt es in der Ostsee eigentlich viel Grund zum Feiern.Bild: keystoneDie Europäische Union hat die Ukraine offiziell in den Kreis der Beitrittskandidaten aufgenommen.Wieso zeigt SRF Kriegsbilder? Box aufklappen Box zuklappen In den Publizistischen Leitlinien von SRF steht zum Thema Kriegsberichterstattung: «Es ist nicht unsere Aufgabe, ein geschöntes Bild der Realität zu liefern.June 7, 2022 Hinzu kommen Schwierigkeiten mit der Kompatibilität zwischen Waffen sowjetischer Bauart – einst der Standard in den ukrainischen Streitkräften – und Produkten aus Nato-Ländern.

Die Inselgruppe Åland etwa zwischen Finnland und Schweden feiert den hundertsten Geburtstag als autonome Nation. Im Rahmen eines Abkommens im damaligen Völkerbund – der Vorläuferorganisation der Vereinten Nationen – konnte zu Beginn der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts ein Krieg zwischen Finnland und Schweden um Åland verhindert werden. (sda/dpa) Frankreich verlängert die seit Oktober geltende Deckelung der Gaspreise für Haushalte bis zum Jahresende. Daran erinnerte der finnische Präsident Sauli Niinistö vor kurzem bei einem Besuch in dem autonomen Gebiet.» Beim Krieg in der Ukraine kommt hinzu, dass die kriegführende Partei Russland behauptet, dass es gar keinen Krieg gebe und dass Zivilpersonen verschont würden. Heute bilde Åland, so Niinistö, eine Brücke zwischen den beiden nordischen Staaten an der Ostsee.Bild: keystoneMitten in der französischen Regierungskrise reagiert Borne damit auf die Erwartung vieler Französinnen und Franzosen, dass der Staat mehr zur Stützung der Kaufkraft unternimmt. Er begrüsste beim Festakt auch den schwedischen König anlässlich dessen erstem Staatsbesuch auf dem Archipel, das aus über 6000 Inseln besteht. Der US-Präsident betont zwar immer wieder, dass es Sache Selenskis sei, den Krieg am Friedenstisch zu beenden – Amerika jedenfalls werde der Ukraine keine Konzessionen aufzwingen.

Russland als Schutzmacht der Neutralität?Der hundertjährige Völkerbundvertrag ordnete Åland aussenpolitisch Finnland zu, garantierte aber Schwedisch als einzige Amtssprache. Frankreich sei weniger abhängig von russischem Erdgas als andere europäische Länder, sagte Borne. Mit dem angestrebten Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands stellt sich nun aber die Frage, ob dieser Vertrag Bestand hat. Denn das Abkommen regelt auch die Demilitarisierung und die Neutralität Ålands. Bereits im nächsten Jahr werde Frankreich ein neues schwimmendes Terminal für Flüssiggas (LNG) errichten. Für uns ist unser spezieller Status als demilitarisiertes Gebiet zentral. Autor: Veronica Thörnroos Ministerpräsidentin Åland Und genau dieses sicherheitspolitische Element liegt der åländischen Ministerpräsidenten Veronica Thörnroos besonders am Herzen: «Für uns ist es sekundär, ob Finnland der Nato beitritt oder nicht, für uns ist unser spezieller Status als demilitarisiertes Gebiet zentral», sagt Thörnroos am Sitz der åländischen Regierung in der Hauptstadt Mariehamn. Seit Jahresbeginn war die Einfuhr aber bereits zuvor um 60 Prozent rückläufig gewesen. So sagte die demokratische Senatorin Elizabeth Warren kürzlich während einer Anhörung: Sie unterstütze die Ausgaben, «aber ich bin sehr besorgt über die Risiken der Verschwendung», angesichts der milliardenschweren Hilfspakete.

Åland Box aufklappen Box zuklappen Die Inselgruppe besteht aus über 6000 Inseln. Rund 30'000 Menschen leben hier. «Nike hat die Entscheidung getroffen, den russischen Markt zu verlassen», erklärte ein Sprecher am Donnerstag. Seit 1942 bildet das Gebiet eine autonome Region Finlands. Das heisst, dass mit Ausnahme der Aussenpolitik sämtliche Angelegenheiten selbst verwaltet werden. Der Adidas-Konkurrent hatte seine Geschäfte in Russland – wie viele andere westliche Unternehmen – bereits nach dem Einmarsch in die Ukraine deutlich eingeschränkt. So haben die Einwohnerinnen und Einwohner etwa andere Reisepässe als ihre Landsleute vom Festland.» Mehr zum Thema:.

Und noch in einem anderen Aspekt unterscheiden sie sich: Hier wird nämlich hauptsächlich Schwedisch gesprochen. (awp/sda/dpa) Für den Kampf gegen die russischen Invasionstruppen hat die Ukraine US-Raketenwerfersysteme des Typs HIMARS erhalten. Wegen ihrer südlichen Lage sind die Inseln beliebtes Ferienziel. Nirgendwo sonst in Nordeuropa scheint so häufig die Sonne. Der 55-Jährige dankte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin persönlich für die Lieferung. Aber nicht nur die gut 30'000 Åländerinnen und Åländer selbst sind daran interessiert, dass sich durch den angestrebten Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens nichts am Sonderstatus des eigenen Landes ändert. Auch Russland ist verpflichtet, die Neutralität Ålands zu überwachen. Technisch sind jedoch auch Präzisionsraketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern und damit das Erreichen von Zielen im russischen Hinterland möglich.

Das wird durch einen Zusatzvertrag geregelt. «Dieses Abkommen aus dem Jahre 1940 zwischen Finnland und der Sowjetunion stellen wir nicht infrage», betont Regierungschefin Thörnroos. Kiew ist aufgrund aufgebrauchter und zerstörter Reserven und mangels eigener Rüstungskapazitäten inzwischen völlig abhängig von westlichen Waffenlieferungen. Ein friedfertiger Nachbar RusslandsMoskau ist nicht nur nicht mit einer grossen diplomatischen Vertretung in Mariehamn vertreten, verteilt über das Archipel gibt es auch mehrere Liegenschaften, die im Besitz der russischen Regierung sind. Bisher waren die åländischen Beziehungen zu Russland durchaus gut, berichtet Petra Granholm vom åländischen Friedensinstitut. Die Brics-Staaten, zu denen neben China Brasilien, Russland, Indien, und Südafrika gehört, sollten «Verantwortung übernehmen» und sich für «Gleichheit und Gerechtigkeit» in der Welt einsetzen, forderte der chinesische Präsident Xi Jinping in seinen Eröffnungsworten. Sie weist darauf hin, dass Åland bei den anstehenden finnischen Beitrittsverhandlungen am Verhandlungstisch vertreten sein wird.

Åland – Finnisches Sommerparadies Bereits beim finnischen Beitritt zur Europäischen Union vor 25 Jahren gelang es Åland, den internationalen Sonderstatus des Archipels zu sichern. Die fünf Brics-Staaten treffen sich seit 2009 einmal pro Jahr. Dazu sagte dann die åländische Bevölkerung in einer eigenen Volksabstimmung auch ja. Bis heute gehört die autonome Region nicht zur EU-Zoll- und Steuerregion, was vor allem den åländischen Reedereien wegen des steuerbefreiten Handels zugutekommt. Es wurde erwartet, dass auf der Konferenz neben einer engeren Kooperation auch über den Ukraine-Krieg beraten werden soll. Stalins letzter westlicher Aussenposten Aber Russland verfolgt nicht nur die Diskussionen um die zukünftige Stellung Ålands. Beobachtet wird auch die fast 700 Kilometer südwestlich gelegene dänische Insel Bornholm. Staaten würden in Not geraten, «wenn sie blindes Vertrauen in ihre Stärke setzen, Militärbündnisse erweitern und ihre eigene Sicherheit auf Kosten anderer suchen», so der chinesische Staatschef.

Bornholm Box aufklappen Box zuklappen Die Insel gehört zu Dänemark, ist aber sehr weit weg von Kopenhagen und dem Rest des Landes: über 150 Kilometer. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Insel von der deutschen Wehrmacht besetzt. Auch kritisierte Xi Jinping erneut die von den USA und der EU verhängten Sanktionen gegen Russland, die er als «Bumerang» bezeichnete. Im Zuge der Besetzung kam es auch zu sowjetischen Bombenabwürfen auf die Insel. Heute wird sie vor allem von Touristen bevölkert. Am Donnerstag seien die Zinsen auf zwei in den Jahren 2027 und 2047 fällige Anleihen (Eurobonds) gezahlt worden. Es locken weisse Sandstrände und Ostsee-Romantik.

Bornholm wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch ein Jahr lang durch sowjetische Truppen besetzt – bevor der damalige Kreml-Herrscher Stalin mit Dänemark einen Rückgabevertrag unterzeichnete. Die Zinsen in Höhe von umgerechnet 235 Millionen US-Dollar seien an die russische Zahlungsstelle NSD gesendet worden, hiess es. Und ausgehend von diesem Vertrag erhebt Russland bis heute ein Mitspracherecht auf der knapp 600 Quadratkilometer grossen Ostsee-Insel, sagt der dänische Sicherheitsexperte Torben Ørting Jørgensen. «Russland glaubt bis heute, dass das Abkommen aus dem Jahre 1946 es Dänemark verbieten würde, Nato-Truppen aus anderen Länder auf Bornholm zu beherbergen», sagt der frühere Marine-Admiral der dänischen Streitkräfte Torben Ørting Jørgensen – und hält fest: «Aber diese russische Sicht ist nicht die unsere». Das Problem ist jedoch, dass die Zahlungen von dort aus kaum an westliche Zahlungsstellen und damit letztlich an die westlichen Gläubiger weitergeleitet werden können, da das NSD unter die Finanzsanktionen des Westens wegen des Ukraine-Kriegs fällt. In den letzten Jahren hat Kopenhagen immer wieder ausländische Nato-Einheiten zu Übungen auf Bornholm eingeladen. So markieren russische Militärjets und Kriegsschiffe auch in diesen Tagen immer wieder Präsenz, in dem sie unvermittelt ausserhalb und über Bornholm auftauchen. Danach sollen die Zinsen weitergeleitet werden können.

Sie verletzen damit dänische Souveränitätsrechte und machen deutlich, dass sich auch diese Insel in einer Grauzone zwischen Frieden und Krieg befindet. Das neutrale Schweden wählt die RemilitarisierungBeschaulich und idyllisch geht es zu im mittelalterlichen Stadtkern von Visby. Fraglich ist derzeit auch, wann von einem Zahlungsausfall mit möglicherweise weitergehenden Konsequenzen in Richtung einer Staatspleite gesprochen werden kann. Urlauberinnen und Urlauber aus ganz Europa schlendern durch die autofreien Gassen der Hauptstadt von Gotland. Gleichzeitig zeugen die intakten Stadtmauern und -tore davon, dass es sich – mitten in der Ostsee – um einen strategisch äusserst wichtigen Ort handelt. Strittig ist auch die Zahlung in der russischen Landeswährung Rubel. Gotland Box aufklappen Box zuklappen Die Insel gehört zu Schweden – und ist mit knapp 3000 km2 die grösste der hier abgehandelten Inseln.

60'000 Menschen leben auf der Insel. Da Russland sanktionsbedingt aber keinen Zugriff mehr auf seine im Westen lagernden Devisenreserven hat, soll fortan in der russischen Währung gezahlt werden. Nach Stockholm sind es 350 Kilometer – genau gleich lang wie in die russische Enklave Kaliningrad. 1808 kam es zu einer kurzweiligen Invasion des russischen Reiches. Besonders im Blick stehen Zinszahlungen am Wochenende. Auch heute reagiert Stockholm auf die Bedrohung aus Moskau. Vor kurzem hat die schwedische Regierung schweres militärisches Material auf der Insel stationiert. Fraglich ist, was passiert, wenn Russland die Zinsen nicht oder in Rubel zahlt.

Bei einem Nato-Beitritt Schwedens dürfte die Insel wichtiger Dreh- und Angelpunkt des Bündnisses an dessen Ostflanke werden. Hier wechselten sich durch die Jahrhunderte dänische, deutsche, russische und schwedische Herrscher ab. (awp/sda/dpa) Angesichts der russischen Blockade von Getreideexporten aus der Ukraine haben die Türkei und Grossbritannien auf eine schnelle Lösung gedrängt. Deshalb war die Insel Gotland immer ein Ort, für den sich auch Militärs interessieren, besonders in sicherheitspolitisch schwierigen Zeiten. Wir können es einen neuen Kalten Krieg nennen, oder einen eisernen Vorhang. Andernfalls kann es zu verheerenden Folgen kommen», sagte die britische Aussenministerin Liz Truss am Donnerstag vor Reportern in Ankara nach einem Treffen mit ihrem türkischen Kollegen Mevlüt Çavuşoğlu. Tatsache ist: Russland führt jetzt Krieg gegen die Demokratie.

Autor: Peter Hultqvist Verteidigungsminister Schweden Eine solche Zeit sei auch jetzt wieder angebrochen, sagte der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist bei einem Besuch kürzlich in Gotland: «Wir können es einen neuen Kalten Krieg nennen oder einen eisernen Vorhang. Die Türkei und Grossbritannien arbeiteten eng zusammen, um das Getreide aus der Ukraine zu schaffen. Tatsache ist: Russland führt jetzt Krieg gegen die Demokratie», erklärte Hultqvist, dessen sozialdemokratische schwedische Regierung sich im Mai für ein Beitrittsgesuch zur Verteidigungsallianz Nato durchrang. Dies in Abkehr der seit über zweihundert Jahren geltenden Neutralitätspolitik des grössten nordischen Landes. Die Türkei unterstütze einen Plan der UN für ein Kontrollzentrum in Istanbul, um die Durchfahrt von Schiffen in und aus einer «sicheren Zone» ausserhalb der ukrainischen Gewässer zu überwachen. Für die Insel Gotland – deren Fläche in etwa jener des Kanton Waadt entspricht – und wo heute gut 61'000 Menschen zu Hause sind, hat der russische Krieg gegen die Ukraine und das schwedische Nato-Beitrittsgesuch handfeste Folgen. In den vergangenen Wochen übten Nato-Soldaten aus verschiedenen Ländern auf Gotland. Die internationale Gemeinschaft fordert von Russland seit Wochen, den Export von ukrainischem Getreide zu ermöglichen.

Mehr Militär, weniger GärtenDamit geht für Gotland eine vergleichsweise friedliche Epoche zu Ende, welche in den letzten dreissig Jahren aus dem früher eher unterentwickelten und peripheren Teil Schwedens, eine boomende Ferieninsel und wichtige Plattform internationaler Zusammenarbeit in der Ostsee machte. In der Hauptstadt Visby gibt es heute eine Vielzahl internationaler Organisationen zu den Themen Meinungsfreiheit und Demokratieförderung. Beide Länder gehören zu den grössten Weizenexporteuren und spielen eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherheit in der Welt. Gotland – Eine boomende Insel Und auch ausserhalb der Hauptstadt haben sich neben der ausgebauten Tourismus-Infrastruktur internationale Kooperationsprojekte angesiedelt, etwa im Bereich Landwirtschaft. Robert Hall ist der Leiter der Ecovillage-Kooperative im Süden der Insel, wo Menschen aus der ganzen Welt alternative Anbau- und Produktionsmethoden studieren. (sda/dpa) Bild: keystoneIm ostukrainischen Gebiet Luhansk droht ukrainischen Truppen südlich der strategisch wichtigen Stadt Lyssytschansk akut die Einkesselung durch russische Einheiten. «Uns wurde kürzlich mitgeteilt, dass wir hier keine weiteren Ausbauten machen dürfen», sagt Hall, und weist darauf hin, dass ein generelles Bauverbot für zivile Anlagen in grossen Teilen Gotlands erlassen worden ist.

Der Grund: Wenige Meter vom Ecovillage entfernt, gleich auf der anderen Seite der Überlandstrasse, beginnt die neue Sperrzone des schwedischen Militärs. Damit steht den ukrainischen Einheiten um die Bergarbeitersiedlung nur noch maximal ein Schlauch von vier Kilometern Breite für den Rückzug zur Verfügung. Nachdem die Insel nach dem Ende des Kalten Krieges einige Jahrzehnte fast ganz ohne militärische Präsenz ausgekommen war, begann nach der russischen Annexion der Krim 2014 eine milliardenschwere Remilitarisierung der Insel. Der angestrebte schwedische Nato-Beitritt werde diese Entwicklung noch verstärken, befürchtet Robert Hall. Angaben der Separatisten zufolge wird allerdings auch dieser bereits von den russischen Einheiten kontrolliert. Gotland wird jetzt für militärische Zwecke und Interessen missbraucht. Autor: Robert Hall Leiter Ecovillage Visby, Schweden «Gotland wird jetzt für militärische Zwecke und Interessen missbraucht», erklärt der Leiter des Ecovillage, der vor den Toren seines «Dorfes» in Sichtweite des neuen Militärgeländes ein riesiges Transparent mit dem Schriftzug «make gardens, not war» (Macht Gärten, keinen Krieg) aufgestellt hat. Dem Vertreter der Luhansker Separatisten in Moskau, Rodion Miroschnik, zufolge haben die russischen Truppen zudem bereits die letzte Verbindungsstrasse von Lyssytschansk nach Westen gekappt.

Eine mögliche Ankunft der Nato brächte auch neue MittelWenig Probleme mit der Remilitarisierung der Insel hat der gotländische Vize-Regierungschef Jesper Skalberg Karlsson. Er begrüsst eine Mitgliedschaft Schwedens in der Nato: «Wir müssen in Fragen der Sicherheit eng mit anderen Staaten zusammenarbeiten. Schwere Kämpfe toben auch südlich des weitgehend von Russen eroberten Sjewjerodonezks. Alleine sind wir zu schwach, um uns verteidigen zu können», sagt der konservative Politiker, der im Norden von Gotland aufgewachsen ist. Skalberg Karlsson sieht zudem grosse Vorteile für die Insel, angesichts der grossen Rüstungs-Investitionen, die jetzt nach Gotland fliessen: «Mit diesem Geld werden hier hunderte von neuen Arbeitsplätzen geschaffen, die nicht vom saisonbedingten Tourismus abhängig sind», sagt der Insel-Vize. Die Eroberung von Luhansk - ebenso wie die des Gebiets Donezk - zählt zu Russlands Hauptzielen im vor vier Monaten begonnenen Krieg gegen das Nachbarland. Passend zum Thema Gotland liegt auf halbem Weg zwischen der schwedischen Hauptstadt Stockholm und der russischen Hafenstadt Kaliningrad.

Einmal mehr gerät nun also diese Insel ins Fadenkreuz verschiedenster geopolitischer Interessen. Trotz starken Drucks, den die russischen Truppen auf den Kessel von Lyssytschansk und Sjewjerodonezk ausübten, seien die Bemühungen, eine tiefere Einkreisung der westlichen Donezk-Region zu erreichen, aber weiterhin festgefahren. Für die Bewohnerinnen und Bewohner stehen nach Jahrzehnten des Friedens unruhige Zeiten bevor. . UN-Sicherheitsratskreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur die Möglichkeit eines Treffens der Konfliktparteien zusammen mit UN-Generalsekretär António Guterres in der Türkei - womöglich schon in der kommenden Woche.