Der EU-Politiker, der zum Meme wurde

Eine Eskalation in drei Akten.

22.03.2019 23:00:00

Eine Eskalation in drei Akten.

CDU-Mann Axel Voss mischt im Streit um Uploadfilter im Internet kräftig mit. Nun lieferte er deren Gegnern eine unfreiwillige Steilvorlage.

gültige E-Mail-Adresse fehltPolitiker sind selten beneidenswerte Menschen. Aber manchmal kommt es so dicke, dass man fast Mitleid mit ihnen haben möchte. Axel Voss befindet sich derzeit in einer solchen Situation – er ist allerdings auch nicht so ganz unschuldig daran. Eine Eskalation in drei Akten.

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In der Netzgemeinde sind die von der EU geplantenUploadfilterderzeit das Thema der Stunde. Diese sind Teil einer Revision des Urheberrechts – es soll, so die Idee, der technologischen Entwicklung Rechnung tragen und eine zeitgemässe Durchsetzung von Rechten im Zeitalter des Internets garantieren.

Kritiker des umstrittenen Artikels 13 befürchten dagegen, dass sich die neue Regelung als Hemmschuh jeglicher kreativer Entfaltung im Netz herausstellt und das Web, wie wir es kennen, zerstört. Keine lustigen Bilder mehr, keine Memes, keine Remixe, keine Mashups. Wortführer der Reformgegner sind die EU-Abgeordneten Julia Reda (Piratenpartei) und Tiemo Wölken (SPD). headtopics.com

Auf der Gegenseite steht Axel Voss. Er ist ebenso wie Reda und Wölken Deutscher und für die CDU Teil der EVP-Fraktion im Europaparlament. Als Berichterstatter steht er für das neue Urheberrecht ein und gerät so natürlich ins Visier der Uploadfilter-Gegner.

Akt EinsAuf der einen Seite die jungen, idealistischen, gut informierten und vernetzten Aktivisten, auf der anderen Seite der bürgerliche Politiker älteren Semesters in Schlips und Anzug – eine derart ungleiche Konstellation fordert das Drama geradezu heraus. Hier treffen nicht nur zwei völlig konträre Standpunkte aufeinander, sondern auch zwei unterschiedliche Arten zu politisieren. Dort mit trockenen Argumenten und der felsenfesten Überzeugung, das Richtige zu tun und es besser zu wissen; hier leidenschaftlicher Einsatz für die mit aufgebaute Netzkultur und als Geheimwaffe: Humor.

Weil Voss Vollblutpolitiker ist, tut er das, was Vollblutpolitiker tun: Er spricht mit der Presse über sein Anliegen. Zum Verhängnis wird ihmdas Gesprächmit dem Magazin «Vice». Dort behauptet er, es gebe bei Google eine eigene Rubrik für Memes – also eben diese lustigen Internet-Bildli, eine Kombination aus Foto und Text, die ein eigenes humoristisches Genre geworden sind im Netz. Das sei ja der beste Beweis, dass Google Parodien durchaus erkennen könne – dass Algorithmen unfähig sind, zwischen Original und legitimer Fälschung zu unterscheiden, ist eine der grossen Befürchtungen der Kritiker von Uploadfiltern.

Bei Google gibt es in der Tat allerlei Rubriken: Bilder, News, Maps, Videos und so weiter. Aber leider keine für Memes. Für seine Gegner ist das der Beweis: Der Berichterstatter ist digital inkompetent. Im Netz ist klar, was als Nächstes kommt: die Memes! headtopics.com

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Akt Zwei«Nicht so schnell!», schaltet sich jetzt die Fraktion der CDU/CSU im Europaparlament per Twitter ein: «Wir würden gern noch etwas Öl ins Feuer giessen.» Und hilft dem politischen Kontrahenten Wölken bei der Suche nach der ominösen Meme-Rubrik.

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