Rücktritt an der ETH – Sarah Springman war als Rektorin eine Idealbesetzung

Spitzenforscherin, Triathlon-Europameisterin und Rektorin an der ETH Zürich. Und doch singt Sarah Springman ein Lob auf das Scheitern.

09.12.2021 09:30:00

Sarah Springman tritt Ende Januar als Rektorin der ETH Zürich zurück. Sie geht aber nicht in den Ruhestand, sondern wird Direktorin des St. Hilda’s College der Universität Oxford. Ein Rückblick auf ihre Zürcher Zeit.

Spitzenforscherin, Triathlon-Europameisterin und Rektorin an der ETH Zürich. Und doch singt Sarah Springman ein Lob auf das Scheitern.

4Sarah Springman, Rektorin der ETH, im Oktober 2021 im Gespräch mit zwei Studenten bei der Präsentation des Student Project House.Foto: Urs JaudasBeim Lesen ihres Lebenslaufes erstarrt man vor Ehrfurcht. Doch wer Sarah Springman begegnet, legt diese Scheu schnell ab. Denn diese 1,85 Meter grosse Frau ist nahbar, neugierig und hält immer einmal wieder einen lockeren Spruch bereit. Manchmal auch einen Kraftausdruck: «Bloody hell!»

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Sarah Springman tritt Ende Januar als Rektorin der ETH Zürich zurück, die Stabübergabe an ihren Nachfolger Günther Dissertori erfolgt bereits Mitte Dezember. Sie verlässt zwar die ETH, geht aber nicht in den Ruhestand, sondern wird Direktorin des renommierten St. Hilda’s College der Universität Oxford.

Eroberung einer MännerbastionAls die 1956 in London geborene Springman 1997 den Lehrstuhl für Geotechnik in Zürich antrat, war sie erst die neunte ordentliche Professorin an der ETH. Als sie 2015 Rektorin wurde, feierten das manche als Eroberung einer Männerbastion. headtopics.com

Tatsächlich war es Sarah Springman ein Herzensanliegen, die Frauenquote an der ETH zu steigern. Umso härter muss es sie getroffen haben, dass es ausgerechnet eine Frau war, welche in ihrer Amtszeit strauchelte. Der ETH-Rat kündigte im Juli 2019 der Astrophysikerin Marcella Carollo, ihr wurde Mobbing von Doktorierenden vorgeworfen. In der NZZ spricht Springman von der «schwierigsten Zeit ihrer Karriere».

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Eine Iron Lady?Was bei ihr etwas heissen soll, ist sie doch ein Mensch, der keinen Schwierigkeiten aus dem Weg geht.Vielmehr scheint sie daran zu wachsen. Nicht nur im akademischen Bereich.Springman war in den Jahren 1985 bis 1988 dreimal Europameisterin und fünfmal Vize-Europameisterin im Triathlon.

Als sie beruflich auf den Fidschi-Inseln tätig war, wurde sie zudem südpazifische Squash-Meisterin.Zudem war sie während des Studiums Reserveoffizierin in der britischen «Territorial Army» und nahm fünfmal am Ironman in Hawaii teil, wo sie zweimal Fünfte wurde.

Bild aus einem Artikel des Magazins «TriNation». Titel des Artikels vom 4. Oktober 2020: «Legends of Triathlon».Foto: PDEine Iron Lady ist sie aber nicht. Wenn sie zu Maturandinnen und Maturanden redet, spricht sie nicht nur von Leistung und Disziplin, sondern auch davon, wie wichtig es ist, in der Arbeit neben Erfolg auch Erfüllung zu suchen. Auch ist sie selbst ein Beispiel dafür, dass Zielstrebigkeit nicht immer mit dem kürzesten Weg zum Ziel gleichzusetzen ist. headtopics.com

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So wechselte sie nach ihrem Bachelor-Abschluss in Ingenieurwissenschaften an der Universität Cambridge für fünf Jahre in die Industrie und machte erst danach den Master-Abschluss in Bodenmechanik. Ihr Verständnis der akademischen Forschung ist denn auch weit weg vom Elfenbeinturm

, in dem die einzelnen Forschenden hinter geschlossener Tür ihren Projekten nachgehen.Gescheitert bei der FrauenquoteSie förderte interdisziplinäre Forschung, etwa durch das Student Project House, wo Studierende aller Fachrichtungen ihre Ideen austauschen. Und sie plädiert für den Mut zum Scheitern. «Scheitern lernen und aus dem Scheitern lernen gehört zu einer der wichtigsten Erfahrungen aufstrebender junger Menschen.»

«Ich werde die ETH nie vergessen.»Sarah SpringmanSie selbst ist, lässt man die Zahlen sprechen, in Sachen Frauenquote gescheitert. Diese liegt heute, wie bei ihrem Amtsantritt, bei einem knappen Drittel. Und doch hat sich laut ETH-Präsident Joël Mesot etwas bewegt: In seiner Abschiedsrede

bezeichnete er Springman als «Mentorin der Diversität» undverwies darauf, dass bei den Neuberufungen der Frauenanteil immerhin 45 Prozent betrage.Ende November lud Sarah Springman das letzte Mal zumjährlich stattfindendenETH-Tag ein headtopics.com

, der zu den Höhepunkten des akademischen Jahrs gehört. Am Schluss stand die vielfach ausgezeichnete Forscherin, die Ehrendoktorin der University of Bath und der Universität Bern mit Tränen in den Augen vor dem frenetisch applaudierenden Publikum – Standing Ovation – und sagte … keinen lockeren Spruch

, schon gar keinen Kraftausdruck,sondern: «Ich werde die ETH nie vergessen.»Helene Arnet

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