Pop-Briefing: Warum Chris von Rohrs Schleimbeutel rebellieren

Die neue Popmusik-Kolumne: Heute mit spanischer Vokalerotik, Spekulationen zu Nick Cave und Grüssen vom «Gute-Laune-Kapitän».

08.10.2019 23:20:00

Die neue Popmusik-Kolumne: Heute mit spanischer Vokalerotik, Spekulationen zu Nick Cave und Grüssen vom «Gute-Laune-Kapitän».

Die neue Popmusik-Kolumne: Heute mit spanischer Vokalerotik, Spekulationen zu Nick Cave und Grüssen vom «Gute-Laune-Kapitän».

Das muss man hörenDeutschland ist gerade ziemlich aus dem Häuschen, weil zwei musikalische Institutionen fast zeitgleich mit neuen Alben aufwarten (eigentlich sind es drei, doch das neue Album von Capital Bra scheint uns hier nicht näher erwähnenswert).

Griechenlands älteste Holocaust-Überlebende gestorben Nach der Amokfahrt von Trier gedenkt die Stadt der Opfer Historiker zur Corona-Politik der Schweiz – Ist es Eugenik?

Das neue von Deichkind schlenkert zwischen grandios und etwas albern. Das neue von Seeed zwischen altbewährt und hübsch. Im Stück «Lass das Licht an» werden die Kräfte gebündelt. Das Ergebnis: hübsch und ein bisschen albern.

Wer betörenden Knister-Soul begehrt, der darf sich das neue Album der britischen Gruppe Sault nicht entgehen lassen.7 by SAULTMC Yallah ist eine kenianische Rapperin, die sich in Uganda niedergelassen hat und bereits diverse lokale Hip-Hop-Awards einheimste. Nun hat sie mit dem Produzenten Debmaster, der als Meister der verzerrten Beats berüchtigt ist, ein staunenswertes und hochmodernes Album eingespielt.

Vor zwei Jahren traf ich in einem Radiostudio in Paris auf die kanadische Sängerin Safia Nolin. Sie stellte ihr neues Album vor, ich war mit meiner Band auf Promo-Tour. Nolin war uns bereits als eine der abgründigsten und einnehmendsten Vertreterinnen des neuen Chansons bekannt, und so begrüssten wir die Idee der Sendeleiterin, mit ihr einen Song einzuüben und diesen dann live darzubringen. Es sei Konzept der Sendung.

Safia Nolin lächelte verlegen, und eröffnete dann, dass sie leider für solche spontanen Dinge nicht die Richtige sei. Sie habe sich das Gitarrenspiel selber beigebracht, kenne keine einzige Note, und funktioniere nur alleine, sei so ganz und gar nicht Jam-kompatibel. Was sie dann später – ganz alleine – auf ihrer unorthodox gestimmten Gitarre durchs Studio schmetterte, war schlicht atemberaubend.

Nun gibts ein neues Tonwerk von ihr. Das Prunkstück: ihre Coverversion des Indochine-Hits «J’ai demandé à la lune».Darüber wird gesprochen«Ghosteen»von Nick Cave nun ein epochales Meisterwerk sei oder doch etwas arg gefühlig daherkommt. Psychologen stellen Deutungen an, wie der Tod seines Sohnes sich in diesem Werk niederschlägt, ob Cave in der Religiosität Trost sucht, oder ob er selber eine Welt erschafft, die ihm Erlösung bietet – und es wird gemutmasst, ob sich sogar ein bisschen Todessehnsucht in dieser

Musikfindet.Nach einer halben Woche lässt sich eines sagen. So viel geballten Seelenschmerz hat man auf einem Album noch selten vernommen. Es ist ein fast schon übersinnliches Werk, das einen nicht loslässt. Aber öfter anhören mag man es sich dann irgendwie doch nicht. Ganz finstere Sache.

Kein anderes Land in Europa gibt so viel Geld für die Gesundheit aus WEF-Wegzug schreckt Bürgerliche auf – Plötzlich ist eine der höchsten Corona-Infektionsraten Europas ein Problem Skandal um Orbans Statthalter – Der Heuchler von Brüssel stürzt über eine Corona-Sexparty

Das Schweizer FensterEs gibt vier Neuerscheinungen aus helvetischer Manufaktur, die uns positiv aufgefallen sind:Auf dem ehrenwerten Label Bongo Joe ist das Album «Giant» der Genfer Band Amami (ein Mitglied stammt vom Imperial Tiger Orchestra) erschienen. Entstanden ist ein abenteuerlicher Mix aus Dub, Dancehall und Exotismus.

Der neueste Song der Berner Gruppe Monumental Men vermengt Düsternis mit wohliger Wärme.Nicht minder sonderbar mutet die Musik der Gruppe Schade an. Leicht tänzelnder Avantgarde-New-Wave.CHPTL-041: Le soleil by SchadeWas blühtEin wunderliches Schiff kreuzt derzeit durch die Adria. Eine bunte Tageszeitung und ein Reiseunternehmen haben die Kreuzfahrt «Stars auf See» auf Wasser gelassen, und die Passagiere erwartet da ein mannigfaltiges Unterhaltungsprogramm: Unter der Führung des «Gute-Laune-Kapitäns» Linda Fäh geben sich Gute-Laune-Musikanten wie DJ Ötzi, Maite Kelly oder Beatrice Egli das Gesangsmikrofon in die Hand, und wen das noch nicht seekrank macht, kriegt obendrauf noch den Thomas Anders, den Florian Ast und die Francine Jordi als Zugabe.

Nicht überliefert ist, ob dem «Special Rockstar Guest» des Schiffes – der Gruppe Krokus – bewusst war, wer da so mit ihnen im Schiffchen hätte schunkeln sollen. Jedenfalls wird aus dem Kulturen-Clash nun doch nichts. Chris von Rohrs Schleimbeutel haben sich entzündet. Wer mag es ihnen verargen.

Das FundstückBereits seit den späten Siebzigern ist der französische Klang-Bricoleur Pascal Comelade am Ersinnen einer eigenen Musikwelt und hat damit Musiker wie Yann Tiersen oder PJ Harvey nachhaltig beeinflusst (Harvey spielte mit ihm 1998 den Song «Love Too Soon» ein). Anfang der Achtzigerjahre produzierte er eine bezaubernde EP unter dem Namen Fall of Saigon – damals schwebte ihm noch eine minimalistische Form des Elektro-Soul vor.

Kurz darauf ging er dazu über, melancholische Soundtracks auf Kinderinstrumenten zu kreieren. Eine Idee, die ihn bis heute umtreibt.Hier gibts die Kooperation mit PJ Harvey.Letzte Woche ist ein neues Album von Pascal Comelade erschienen. Schön charmant ist das noch immer.

Die Wochen-TonspurIn der heutigen Tonspur gibts nicht weniger als 45 neue Songs: Unter anderem mit Euphorie-Pop von Love Supreme, Angst-Elektro des EBM-Veteranen Rhys Fulber oder Vintage-Hippie-Folk von Kit Sebastian. Wen das noch nicht zum Schnurren bringt, für den haben wir spanische Vokalerotik von Sabrina Claudio, defätistische Türkenpsychedelik von Baba Zula, sonderbaren Tango von Sanseverino & Tangomotan oder südafrikanischen Gqom von Sho Madjozi.

Ankündigung auf Twitter – «Juno»-Star Ellen Page ist transgender Bergkantone kämpfen gegen schärfere Vorgaben für Skigebiete - Blick Im Jemen droht eine schwere Hungersnot. Die UNO warnt vor einem Drama. Es fehlt an Geld.

Jeden Dienstag schreiben die Musikredaktoren Ane Hebeisen und Benedikt Sartorius in dieser neuen Kolumne über Popmusik. Und geben mit einer Spotify-Playlist preis, welche Songs sie hören. Weiterlesen: Tages-Anzeiger »

Warum Trump Putins Propagandamethoden übernimmtDas Chaos in der Informationspolitik des Weissen Hauses hat Methode. Warum das so ist, erklärt der Propaganda-Spezialist Peter Pomerantsev. Es ist einfach nur noch ... wie Herr Löpfe seine ... Artikel zusammenstellt. Das ist ... Journalismus und das ist reine ... . Genau solche Art von ... führt zu ... und ist ... . Checksch de Puck?

79-Jähriger gesteht 93 MordeSamuel Little wird von der US-Bundespolizei als schlimmster Serienmörder in der Geschichte des Landes bezeichnet.

Warum Optimisten seltener krank sindOb wir zufrieden sind mit unserem Leben, können wir selbst beeinflussen, sagt Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello.

Besser als man denkt - Warum die Tabelle lügt: Davos spielt eigentlich an der SpitzeNimmt man nur den Punkteschnitt, liegt der HCDavos_off auf Platz 2 der NationalLeague-Tabelle. srfhockey

Frau von US-Diplomat fährt britischen Teenie (†19) tot - BlickAnne Sacoolas, Frau eines US-Diplomaten, wird verdächtigt, einen britischen Teenie (†19) totgefahren zu haben. Sie berief sich auf ihre diplomatische Immunität und kehrte in die USA zurück. Die Eltern des Opfers bitten jetzt Trump um Hilfe. Es kann nicht sein, ist aber tatsächlich so, dass bei Verkehrsunfall mit Todesfolge oder anderen schweren Verbrechen die diplomatische Immunität vor gerichtlicher Verfolgung schützt. Diese sollte in solchen Fällen automatisch aufgehoben werden.

Klarer Wahltriumph für Portugals SozialistenDie Partei des amtierenden Ministerpräsidenten António Costa erhält knapp 37 Prozent der Stimmen.