Ein Date mit dramatischer Wendung

Der Gangsterfilm «Queen & Slim» zeigt die rassistische amerikanische Gesellschaft und verrät viel über die Black Community.

18.1.2020

Der Gangsterfilm «Queen & Slim» zeigt die rassistische amerikanische Gesellschaft und verrät viel über die Black Community.

Der Gangsterfilm «Queen & Slim» zeigt die rassistische amerikanische Gesellschaft und verrät viel über die Black Community.

Aber so muss es sein, am Anfang von «Queen & Slim». Sonst könnten die aufregenden Dinge, die danach passieren, ja doch einer inneren Logik folgen, der Dynamik eines vorgezeichneten, melodramatischen Schicksalswegs. Davon kann und soll hier aber keine Rede sein – darauf legen die Autorin Lena Waithe und Regisseurin Melina Matsoukas, die beiden schwarzen Frauen, die hier das Sagen haben, den allergrössten Wert.

Das alles würde wohl nirgendwo hinführen, wäre da nicht ein Rassist in Polizeiuniform, der das Auto von Queen und Slim auf dem Heimweg anhält. Zwei Nachfragen von Queen, die als Anwältin ihre Rechte kennt, animieren den Cop zu einer besonders gründlichen Suche im Kofferraum. Ein zaghaftes Wort des Protests von Slim, schon ist die Waffe gezückt. In diesem Moment reicht es Queen, sie wird laut und droht, alles zu filmen. Schon hat sie einen Schuss im Bein.

Die Fantasie ist hier, dass die tödliche Eskalation einmal anders enden könnte – indem der friedliche Slim den Polizisten zu Boden ringt, ihm die Waffe entwindet und schiesst, bevor er nachdenken kann. So stehen sie dann da, ein paar Augenblicke später, am Strassenrand in der Nacht – ein Copkiller und seine Komplizin. Und dramatischerweise ist es Queen, die das Justizsystem von innen kennt, die jeden Gedanken verwirft, sich den Behörden zu stellen. Als beste Überlebenschance erscheint ihr die Flucht, der Weg der Outlaws Richtung Grenze – noch besser sogar übers Meer bis nach Kuba, wohin der lange Arm des amerikanischen Imperiums nicht mehr reicht.

Das schadet aber nichts, denn ein Video des Tathergangs ist inzwischen viral gegangen, und die Reaktionen reichen von heimlicher Sympathie über konkrete Fluchthilfe bis hin zu beginnender Heldenverehrung, und der Polizeistaat lässt den beiden erst einmal reichlich Vorsprung.

Natürlich wird es am Ende auch wieder um weissen Hass und Vernichtungswillen gehen, das folgt der Gesetzmässigkeit des Kinos, das nach finaler Konfrontation verlangt. Davor aber dürfen die Weissen auch mal Pause machen, weil schwarze Themen verhandelt werden – unverzichtbar für die Autorin Waithe, die als offen lesbische Schauspielerin in der Serie «Master of None» bekannt wurde, und die Regisseurin Matsoukas, die ihre Karriere spannenden Musikvideos verdankt, unter anderem einem sehr politischen Clip für Beyoncés «Formation».

aber darauf, dass der Hass auf die Polizei auch schwarze Cops treffen kann und dass die Verräter, wenn es sie denn gibt, sehr wohl auch aus den eigenen Reihen kommen können.«Queen & Slim», USA 2019 – Regie: Melina Matsoukas. Buch: Lena Waithe. Kamera: Tat Radcliffe. Musik: Devonté Hynes. Mit Daniel Kaluuya, Jodie Turner-Smith, Bokeem Woodbine. Universal, 133 Min.



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