Beziehung Schweiz-Russland - «Die Schweiz könnte den Hebel bei Schlüsselpersonen ansetzen»

23.02.2022 22:45:00

Wirtschaftsprofessor Reto Föllmi erklärt im Interview, welche wirtschaftlichen Druckmittel die Schweiz in der Hand hat.

Schweiz, Russland

Beziehung Schweiz - Russland : Wirtschaftsprofessor Reto Föllmi erklärt im Interview, welche wirtschaftlichen Druckmittel die Schweiz in der Hand hat.

Wirtschaftsprofessor Reto Föllmi erklärt im Interview, welche wirtschaftlichen Druckmittel die Schweiz in der Hand hat.

Reto FöllmiProfessor für internationale ÖkonomiePersonen-Box aufklappen Personen-Box zuklappen Reto Föllmi ist Professor für Internationale Ökonomie an der Universität St. Gallen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Wirtschaftswachstum, Aussenhandel und Regulierung von Finanzmärkten.

SRF News: Wie sieht die Handelsbeziehung zwischen der Schweiz und Russland aus?Reto Föllmi: Die Schweiz exportiert rund sechs Milliarden in Gütern und Dienstleistungen und importiert für rund drei Milliarden Franken. Das Handelsvolumen ist also relativ bescheiden und Russland gehört nicht zu den 20 grössten Handelspartnern der Schweiz. Pharma, Maschinen, Uhren und Transportdienstleistungen werden hauptsächlich exportiert. Bei den Importen spielen Edelmetalle die Hauptrolle, Gas wird über Drittländer importiert.

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Druck erzeugt Gegendruck! Das ist keine Lösung. Wie könnte man wirklich für den Frieden einstehen? Von der Politik und den Medien erwarte ich mehr! Liebes , die Schweiz ist ein 'neutrales Land' und soll es auch bleiben! Nichteinmischung in fremde Konflikte sind eine absolute Grundvoraussetzung dafür! Die Schweiz sollte eher die Handelsbeziehungen mit Russland verbessern, da die EU unmöglich geworden ist!

hätte, in der Hand hätte. nichtmeinbundesrat

Ukraine-Konflikt - Livia Leu: «Donezk und Luhansk bleiben Teil der Ukraine»Staatssekretärin Livia Leu erläutert die Position der Schweiz zu den jüngsten Entwicklungen.

Viola Amherd zum Ukraine-Konflikt – «Das ist für einen kleinen Staat wie die Schweiz höchst beunruhigend»Die Verteidigungsministerin äussert sich zu den Herausforderungen der Schweiz in der aktuellen Lage. vbs_ddps Ich sage sowas ungern aber die Schweiz braucht eine schlagkräftige/moderne Armee mit fähigen Leuten. Was ich persönlich vor 10 Jahren in der CH-Armee erlebt habe glich eher einem Kindergartenverein. Die unfähigsten Leute waren Kader. Keine Führungs- und Sozialkompetenz, nichts.

Ukraine-Konflikt - Was macht die Schweiz?Was macht die Schweiz ? Soll sich die Schweiz den Sanktionen gegen Russland anschliessen? Oder bloss Umgehungsgeschäfte verhindern? Ja, die Schweiz darf Russland verurteilen auf Basis von Internationale Rechte, die verstossen wurden. Ja, die Schweiz darf durchaus IM ALLEINGANG sanktionieren, Bankkontos einfrieren und diplomatische/wirtschaftliche Beziehungen abbrechen. Was sie NICHT darf: Eine Seite wählen!!! Die Schweiz muss neutral bleiben! Alles andere würde nur der Schweiz schaden... Schweiz ist immer neutral, nicht mischen im krieg! Aber nur Waffen verkauft viellicht an Ukraine

Ukraine: Schweiz reagiert passiv auf Putins EinmarschVon Washington über Berlin bis Brüssel künden Regierungen Strafmassnahmen gegen Moskau an. Die Schweiz aber könnte sich bald schon mit einem ganz anderen Problem konfrontiert sehen. Wie soll denn die NEUTRALE SCHWEIZ eurer Meinung nach reagieren?

Russland-Ukraine-Konflikt – Linke wollen Konten einfrieren und Einreiseverbote verhängenSoll die Schweiz bei EU-Sanktionen gegen Russland nachziehen? Linke wollen Konten einfrieren und Einreiseverbote verhängen. Nicht unser Problem was die EU mit Russland macht! Die Schweiz ist neutral und sollte eher die Handelsbeziehungen mit Russland ausbauen, seit die EU als Handelspartner untragbar und nutzlos geworden ist. Sanktionen? auf keinen Fall. Die Heuchelei der EU und Nato muss ein Ende haben. Uns geht die Russische Geschichte nichts an. Der Westen kann sich nicht die Russische Geschichte zurechtbiegen bis es ihnen passt. Deutschland arbeitet zum 3.Mal an einem Krieg in Europa. Wir sind neutral und sollten das auch bleiben. Nicht unser Problem was die EU mit Russland macht. Mal schauen wie wir uns den A….. abfrieren, wenn Russland den Hahnen zudreht. Kommt dann der Big Brother USA zur Hilfe? Wohl kaum…..

USA und Europa reagieren auf Putin – Schweiz im Clinch wegen Russland-SanktionenDas EDA verurteilt noch in der Nacht Wladimir Putins Vorstoss bezüglich Ostukraine. Wird sich die Schweiz auch an den Sanktionen beteiligen?

Wladimir Putin hat die separatistischen «Volksrepubliken Luhansk und Donezk» in der Ostukraine anerkannt und entsendet militärische Truppen.Der Ticker startet um 23:30 Uhr Weitere anzeigen.Bundesrätin Viola Amherd: «Das kann eine sicherheitspolitische Zeitenwende in Europa bedeuten.Heute berät der Bundesrat über die Situation in der Ukraine.

Während die USA, die EU und weitere Staaten mit Sanktionen reagieren, wartet die Schweiz zu. Was für Druckmittel hat sie in der Hand? Wirtschaftsprofessor Reto Föllmi ordnet die wirtschaftliche Verflechtung der beiden Länder ein. Reto Föllmi Professor für internationale Ökonomie Personen-Box aufklappen Personen-Box zuklappen Reto Föllmi ist Professor für Internationale Ökonomie an der Universität St. Die Souveränität und territoriale Integrität eines europäischen Staates wird erneut verletzt. Gallen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Wirtschaftswachstum, Aussenhandel und Regulierung von Finanzmärkten.02.

SRF News: Wie sieht die Handelsbeziehung zwischen der Schweiz und Russland aus? Reto Föllmi: Die Schweiz exportiert rund sechs Milliarden in Gütern und Dienstleistungen und importiert für rund drei Milliarden Franken. Es ist hingegen denkbar, dass die Armee für die Unterstützung ziviler Behörden bei der Bewältigung von indirekten Folgen eingesetzt werden muss. Das Handelsvolumen ist also relativ bescheiden und Russland gehört nicht zu den 20 grössten Handelspartnern der Schweiz. Pharma, Maschinen, Uhren und Transportdienstleistungen werden hauptsächlich exportiert. Bei den Importen spielen Edelmetalle die Hauptrolle, Gas wird über Drittländer importiert. Politisch sind wir bereits betroffen: Das Völkerrecht wird verletzt. Wie abhängig ist die Schweiz von Russland – und umgekehrt? Die direkten gegenseitigen Abhängigkeiten sind gering. Russland verstösst gegen das Gewaltverbot – eine zentrale Regelung des Völkerrechts.

Aber es fliesst viel Geld von der Schweiz nach Russland – immerhin liegt die Schweiz auf dem sechsten Platz der russischen Direktinvestitionen. Weitergehende Sanktionen, auch im Alleingang, müssen verhältnismässig sein. Wird die Schweiz die Sanktionen der EU und der USA mittragen? Oder dafür sorgen, dass sie via die Schweiz nicht umgangen werden? Die Schweiz hält die Anerkennung der Volksrepubliken in der Ostukraine durch Russland für völkerrechtswidrig. Die Vermittlerrolle der Schweiz hat auch einen (Friedens-) Wert – zumindest jetzt noch. Ein generelles Einfrieren der Direktinvestitionen würde eine grosse Zahl von Investoren in Russland und in Retorsionsmassnahmen auch der Schweiz betreffen und wäre nicht nur auf die politischen Machthaber beschränkt. Zu betonen ist, dass die Vermittlerrolle der Schweiz auch einen (Friedens-)Wert hat – zumindest jetzt noch. Monica Schneider ist seit 1995 Redaktorin im Ressort Sport und begleitet Leichtathleten und viele andere auf dem Weg an Olympische Spiele. Wenn sich die Schweiz hier nicht genau positioniere, könnte das bedeuten, dass sie den Völkerrechtsbruch gutheisst.

Weitergehende Sanktionen, auch im Alleingang, müssen verhältnismässig sein. Audio Ukraine-Krise: Wie reagiert die neutrale Schweiz? 03:40 min, aus Rendez-vous vom 23.02. Er ist zudem als Blattmacher und Tagesleiter für das Ressort Sport tätig.2022. abspielen. 00:55 Video Livia Leu: «Donezk und Luhansk bleiben ukrainisches Staatsgebiet» Aus News-Clip vom 22.

Laufzeit 03:40 Minuten. Inwiefern ist die Schweizer Wirtschaft von der Eskalation im Ukraine-Konflikt betroffen? Die weltweit steigenden Öl- und Gaspreise spüren wir schon jetzt im Portemonnaie. Von den direkten Gasimporten der Schweiz stammen fast die Hälfte aus Russland. Russland ist damit der mit Abstand wichtigste Gaslieferant der Schweiz. Zudem ist mit weiteren Turbulenzen an den Aktienmärkten zu rechnen. Für ein kleines Land wie die Schweiz mache es vor allem Sinn, «sich im Verbund mit anderen Akteuren zu engagieren».

Russland ist ein grosser Exporteur von Rohstoffen, die in der globalen Produktionskette eine wichtige Rolle spielen. Beispielsweise die Nahrungsmittelindustrie, die auf die Düngerproduktion angewiesen ist. Mit Preissteigerungen ist zu rechnen. Das EDA hat bisher keine Sanktionen gegen Russland verordnet. Welche Sanktionen könnte die Schweiz überhaupt gegenüber Russland ergreifen? Sie könnte sich den Sanktionen der EU, Grossbritanniens oder der USA anschliessen.

Schon seit der Krim-Annexion versucht die Schweiz, Umgehungsgeschäfte zu vermeiden. Diese können entstehen, wenn bisheriger Handel zwischen der EU und Russland über die Schweiz abgewickelt würde. Welche dieser Sanktionen würden Ihrer Meinung nach Russland am meisten wehtun? Die obigen Sanktionen wirken alle eher längerfristig. Die finanziellen Sanktionen schnüren Russland vom internationalen Kapitalmarkt ab. Kurzfristig schmerzt das die russische Volkswirtschaft nicht so stark, weil sie einen Leistungsbilanzüberschuss aufweist, sie sich also nicht im Ausland finanzieren muss.

Langfristig ist es aber Gift für die weitere Entwicklung der russischen Wirtschaft. Sie ist weiterhin stark von Rohstoffen abhängig und sie exportiert wenig industrielle Güter und Dienstleistungen. Für eine solche Verbreiterung bräuchte sie aber ausländisches Kapital. Die Schweiz könnte den Hebel bei finanziellen Sanktionen gegenüber Schlüsselpersonen der russischen Führung ansetzen. Sehr wirksam wäre ein Handelsembargo, was die EU und die ganze Welt über steigende Öl- und Gaspreise aber auch treffen würde.

Darum schreckt man noch davor zurück. Weitere finanzielle Sanktionen gegenüber Schlüsselpersonen der russischen Führung haben für diese kurzfristig den stärksten Effekt. Je nach Entwicklung der Lage könnte die Schweiz hier den Hebel ansetzen, weil sie hier einen grösseren Druck ausüben kann. Das Gespräch führten Antonia Jochberg und Nina-Lou Frey. Heute Abend in «10 vor 10» Box aufklappen Box zuklappen Mehr zum Thema sehen Sie heute Abend in «10 vor 10», um 21:50 Uhr auf SRF1.

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