Aufpassen innerorts – Wenn Parkieren zur Gefahr wird

Der «Holländische Griff» kann dazu beitragen, dass weniger Velofahrer*innen durch achtlos geöffnete Autotüren gefährdet werden.

12.04.2021 16:00:00

Der «Holländische Griff» kann dazu beitragen, dass weniger Velofahrer*innen durch achtlos geöffnete Autotüren gefährdet werden.

Plötzlich aufgerissene Autotüren sind für Velofahrer ein Risiko. Dooring-Unfälle lassen sich aber vermeiden – wenn nicht durch neue Technologien, dann durch einen altbewährten Griff.

Publiziert heute um 12:00 Uhr4 KommentareAufgepasst: Unvorsichtig geöffnete Autotüren sind eine latente Gefahr für Velofahrer.Foto: ShutterstockNicht nur dem Frühling, auch der Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus in öffentlichen Verkehrsmitteln verdankt das Velo derzeit seinen Aufschwung – ein Effekt, der sich schon 2020 feststellen liess, leider auch in Bezug auf die Unfälle. So vermeldete das Bundesamt für Strassen (Astra) in seiner Strassenverkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr 29 tödlich und 934 schwer verletzte Fahrradfahrende und damit 13 respektive 132 mehr als noch im Jahr 2019. Hinzu kamen 15 tödlich und 521 schwer verletzte E-Bike-Fahrende, was einer Zunahme um 4 respektive 166 entsprach. Besonders auffallend: der Anstieg von Unfällen im Innerortsbereich.

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Eine nicht unerhebliche Rolle dürfte dabei das sogenannte Dooring spielen: Unfälle im Strassenverkehr, bei denen Velofahrende mit einer geöffneten Autotür zusammenstossen. Allein die Stadt Zürich verzeichnete gemäss der Dienstabteilung Verkehr zwischen 2016 und 2020 über 100 entsprechende Kollisionen, rund 20 pro Jahr. Die Unfallforscher der Versicherer (UDV) in Deutschland gehen sogar davon aus, dass über die Hälfte aller Unfälle im Zusammenhang mit parkierten Autos auf das Dooring zurückzuführen sind. Und noch eine Zahl gibt zu denken: Nach einer Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats denkt jeder 10. Autofahrer nicht oder nur selten daran, dass sich Velofahrende von hinten nähern könnten.

«Blick zurück, Hand raus und ausholen»Die Gründe für die Gefahrensituation sind zum einen strukturbedingt. Wo Velowege, wie in Innenstädten und Quartierstrassen üblich, parallel zu Parkplätzen verlaufen, kommt es durch unachtsam geöffnete Autotüren schnell zu Unfällen. Dessen bewusst, schreibt die Stadt Zürich in ihren Velostandards einen Sicherheitsabstand zwischen Radstreifen und Längsparkfeldern von mindestens 50 Zentimetern vor. Dem Verein Pro Velo Kanton Zürich geht dies jedoch zu wenig weit: «Wir fordern einen Abbau von seitlichen Parkplätzen, vor allem entlang von Velorouten. Zumindest aber wäre nebst breiteren Velowegen ein Abstand von mindestens 70 Zentimetern nötig», so Geschäftsführerin Yvonne Ehrensberger. Ihr Rat an Velofahrende, um die lauernde Gefahr am Strassenrand zu bannen: «Blick zurück, Hand raus und ausholen. Auch wenn das bedeutet, den Velostreifen zu verlassen. Und egal, wenn hinten einer ungeduldig wird.» headtopics.com

Zum anderen obliegt es natürlich den Autoinsassen, besonders aufmerksam zu sein. Die Verkehrsregelnverordnung (VRV) gibt in Artikel 21 (1) vor: «Strassenbenützer dürfen durch das Ein- und Aussteigen nicht gefährdet werden; beim Öffnen der Türen ist besonders auf den Verkehr von hinten zu achten.» Wie so oft, wenn es um die Vermeidung von Verkehrsunfällen geht, können Autofahrer dabei auf elektronische Hilfe zählen – allerdings nicht oder noch nicht in dem Ausmass, wie es die Häufigkeit von Dooring-Unfällen erwarten liesse. Obwohl die Sensoren für den inzwischen fast standardmässigen Totwinkelassistenten auch einen Ausstiegsassistenten mit optischen und akustischen Warnsignalen ermöglichen würden, findet das entsprechende Sicherheitsfeature erst seit wenigen Jahren Einzug etwa in Modellen der Marken Hyundai, Kia, Mercedes, Seat und Audi.

Der «Holländische Griff» kann helfenWarnmeldungen gibt es aber immerhin schon für sämtliche Fahrgäste von Uber. Ende 2019 führte der Fahrdienstvermittler die Erinnerungsfunktion «Bike Lane Alert» für vorsichtigeres Aussteigen aus dem Auto in über 200 Städten ein, so auch in Zürich. Durch die Nutzung von Karten- und Verkehrsdaten erkennt die App, ob der Zielort an einem Veloweg liegt, und weist den Fahrgast per Push-Nachricht kurz vor der Ankunft darauf hin, die Autotür umsichtig zu öffnen und beim Aussteigen auf Radfahrende zu achten.

Und für alle anderen? Für die gibt es einen simplen Trick, bekannt unter dem Namen «Holländischer Griff». In den Niederlanden lernen bereits Schulkinder, die Autotür mit der jeweils türabgewandten Hand zu öffnen. So dreht sich der Oberkörper automatisch, und der Blick fällt über die Schulter in Richtung des nachfolgenden Verkehrs. In der Schweiz sei dieser Griff mittlerweile Bestandteil des Handbuchs für die praktische Fahrausbildung, versichert Michael Gehrken, Präsident des Schweizerischen Fahrlehrerverbands (SFV). «Die Neulenkenden für schwächere Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren, wurde in den letzten Jahren durch das grössere Verkehrsaufkommen in Städten zunehmend wichtig.» Der aus Holland bekannte Trick sei allerdings erst seit einigen Jahren ein Thema, beteuert er. «Gut möglich, dass solche, die ihren Führerschein schon länger haben, noch nie von diesem Griff gehört haben.»

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