Fünf Stunde Befragung: Blümel verteidigt Proporz und 'saloppe' Chats

Nach fünf Stunden ist die Befragung von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) im U-Ausschuss zu Ende gegangen. Der Erkenntnisgewinn ist überschaubar.

07.04.2021 17:02:00

Nach fünf Stunden ist die Befragung von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) im U-Ausschuss zu Ende gegangen. Der Erkenntnisgewinn ist überschaubar.

Nach fünf Stunden ist die Befragung von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) im U-Ausschuss zu Ende gegangen. Der Erkenntnisgewinn ist überschaubar.

sind es am Mittwoch zahlreiche Entschlagungen gewesen.Vor allem die kürzlich öffentlich gewordenen Chats mit dem Chef der staatlichen Beteiligungsgesellschaft ÖBAG standen diesmal im Mittelpunkt der Befragung. Es handle sich um"saloppe" Formulierungen zwischen guten Bekannten, rechtfertigte sich Blümel.

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Die Aufregung um die Chats, in denen es auch um die ÖBAG ging, konnte Blümel nur zum Teil nachvollziehen, wie er sagte.Er sei sich sicher, dass schon jeder Mensch einmal Nachrichten geschrieben habe, die er im Nachhinein nicht mehr schreiben oder anders formulieren würde,

vor allem wenn dies aus Emotionen heraus geschehen sei. Das gelte umso mehr, wenn man jemanden schon lange kenne.Auch im Fall von Thomas Schmid, der vor seinem Aufstieg in den ÖBAG-Chefsessel Generalsekretär im Finanzministerium war, ist dies laut Blümel der Fall."SchmidAG fertig!", lautete die Nachricht Blümels an diesen, als das dazugehörige Gesetz das Parlament passierte. Blümel verwies auf die federführende Rolle Schmids bei dem Projekt und meinte, headtopics.com

es handle sich schlicht um"eine saloppe Formulierung zwischen Personen, die sich lange und gut kennen".Wie auch bei weiteren, ähnlichen Nachrichten ("Du bist Familie").Proporz weder verwerflich noch ungesetztlichAuch generell meinte Blümel auf Fragen zu Postenbesetzungen, dass die Bundesregierung freilich Personalentscheidungen treffe - auch, wenn man formal gar nicht zuständig ist. Dass der Aufsichtsrat in türkis-blauen Zeiten proporzhaft besetzt gewesen sei, sei"weder verwerflich, noch ungesetzlich". Und in Erinnerung an seine erinnerungswürdige Erstbefragung im U-Ausschuss betonte Blümel ein weiteres Mal:"Nein, ich habe keinen dienstlichen Laptop."

Entschlagung statt ErinnerungslückenVon der Opposition befürchtetes vermehrtes Auftreten von Erinnerungslücken gab es bei Blümels Zweitbefragung nicht. Dafür machte er ausgiebig von seinem Entschlagungsrecht Gebrauch, werde er in der Causa rund um die Casinos Austria doch als beschuldigter geführt.

Dies führte zu vermehrtem Geplänkel zwischen den Fraktionen und Geschäftsordnungsdebatten, was Blümels Befragung in die Länge zog.Thema bei Blümels fünf Stunden dauernden Befragung im Ibiza-Untersuchungsausschuss war auch der Wortwechsel via Chat zwischen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Schmid

über ein Treffen mit der katholischen Bischofskonferenz, in dem Schmid bei Steuerprivilegien"Vollgas" geben sollte.Die ÖVP-Fraktion bezweifelte, dass das Thema überhaupt in den Ausschuss gehörte, was wieder zu Unterbrechungen führte. Blümel konnte aber ohnehin nicht viel zum Komplex beitragen, schloss aber nicht aus, dass man auch mit anderen Religionsgemeinschaften darüber gesprochen habe. headtopics.com

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Abwesend nach SkiunfallInterna beschäftigen den Ausschuss auch am Rande von Blümels Befragung. Da sich ÖVP-FraktionsführerWolfgang Gerstlnach einem Skiunfall eine Muskelverletzung zugezogen hatte, springt für ihnAndreas Hanger

ein - der zuvor mehrmals NationalratspräsidentWolfgang Sobotka(ÖVP) als Ausschussvorsitzender vertreten hatte. Die Rochade sorgte für oppositionelle Häme. SPÖ-FraktionsvorsitzenderJan Krainersieht den Ausschuss nun"fest in niederösterreichischer Sobotka-Hand".

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Habe heute jemanden getroffen, der meinte, Blümel sei so erbärmlich und verarscht uns alle. Das, was wir über unser Sockenmodel nicht schon wussten, ist ohnehin Familienangelegenheit. Nicht ungewöhnlich diese Chats sagte der Befragte! Für einen Profi Einbrecher sind Einbrüche auch nichts ungewöhnliches

Er hätte nur abwechselnd die Taferl mit 'Kann mich nicht erinnern.' und 'Entschlage mich der Antwort.' Hochheben müssen. Wäre schneller gegangen, hätte gleich viel Erkenntnis gebracht. Das, was wir unser Sockenmodel nicht schon wussten, ist ohnehin Familienangelegenheit .