«Zu wenig Ressourcen»: Verein Frauen*Streik Aargau vor dem Aus

15.06.2022 17:42:00

Kantonsweit fand am diesjährigen Frauenstreiktag lediglich ein Anlass statt. Der Verein Frauen*Streik Aargau steht vor dem Aus. #aargauerzeitung #kantonaargau #aargau

Aargauerzeitung, Kantonaargau

Kantonsweit fand am diesjährigen Frauenstreiktag lediglich ein Anlass statt. Der Verein Frauen*Streik Aargau steht vor dem Aus. aargauerzeitung kantonaargau aargau

Kantonsweit fand am diesjährigen Frauenstreiktag lediglich ein Anlass statt, der Verein Frauen*Streik Aargau steht vor dem Aus und die Arbeit am geplanten Kompetenzzentrum für Gleichstellung läuft harzig.

2019 vermochte der nationale Frauenstreiktag auch in Aarau die Massen zu mobilisieren. Bilder von Demonstrationen gab es 2022 im Kanton Aargau nicht: Nur in Baden organisierten die SP-Frauen Aargau ein Streik-Picknick.nach Veranstaltungen zum Frauenstreiktag suchte, fand auf der interaktiven Karte 31 violette Stecknadeln. In Zürich, Bern, Lausanne, Chur oder Winterthur gab es am Dienstag diverse Anlässe, das Aargauer Gebiet hingegen präsentierte sich als Brache: Die SP-Frauen Aargau organisierten in Baden ein Streik-Picknick, ansonsten war nichts geplant.

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Interview zum Frauenstreik – «Der Streik brachte viele junge Frauen zur Politik»Die 29-jährige Carla Reinhard startete eine Politkarriere, nachdem sie beim grossen Frauenstreik vor drei Jahren gemerkt hatte, dass sie nicht allein ist. Was ist von dieser Energie geblieben?

Frauenstreiktag - Zehntausende Frauen demonstrieren für mehr GleichberechtigungKeine Erhöhung des Rentenalters für Frauen und ein Ende tieferer Löhne fordert zum Frauenstreiktag die Gewerkschaft Unia. 50'000 Frauen gingen ihren Angaben gemäss in verschiedenen Städten auf die Strasse. «Immer no hässig!» hiess das Motto. Eingewanderte Frauen werden besonders Ausgebeutet. Die Reinigungsbranche muss International nicht allein durch Eidgenossen Untersucht werden. HelsinkiComm Wie langweilig ideologisch ist unser Zwangsfernsehen wieder. In der DDR wars liberaler. Benachteiligungen (die durchaus vorhanden sind) bekämpfen und gleichzeitig Privilegien sichern? Das geht nicht auf. Man hat schon sehr viel gemacht für Gleichstellung. Das ist gut. Jetzt kann man aber auch mal das Privileg Rentenalter abschaffen.

«Apropos» – der tägliche Podcast – Bringt ein höheres Rentenalter für Frauen mehr Gleichberechtigung – oder schadet es ihr?Hat das Thema Rentenalter das Potenzial, die Frauen zu spalten? Ist der Frauenstreik bereits der Auftakt zum Abstimmungskampf? Darüber spricht Inlandredaktorin Alessandra Paone in einer neuen Folge des Podcasts Apropos.

«Apropos» – der tägliche Podcast – Bringt ein höheres Rentenalter für Frauen mehr Gleichberechtigung – oder schadet es ihr?«Bessere Löhne statt höheres Rentenalter»: Das fordern die Organisatorinnen des heutigen Frauenstreiks. Doch die geplante AHV-Reform bringt Frauenverbände wie «Alliance F» in ein Dilemma.

Teil einer reinen Frauen-Crew - 3 Renneinsätze bei IndyCars: De Silvestro meldet sich zurückSimona de Silvestro absolviert heuer 3 Rennen in der IndyCar-Serie – und das mit einem rein weiblichen Rennstall.

Frauenstreik: Über 2000 Personen demonstrieren für Gleichstellung«Frauen müssen mitgedacht werden» – in Luzern zogen gestern 2000 Frauen und Männer für die Gleichstellung durch die Strassen. stadtluzern

Livia Häberling Drucken Teilen 2019 vermochte der nationale Frauenstreiktag auch in Aarau die Massen zu mobilisieren.Publiziert heute um 05:51 Uhr 3 3 Für GLP-Gemeinderätin Carla Reinhard hat der Frauenstreik viele Veränderungen ausgelöst, auch wenn sie nicht so sichtbar sind.Sie hätten genug davon, dass die Gleichstellung in weiter Ferne liege, hiess es im Aufruf der Feministischen Streikkollektive.Publiziert heute um 06:10 Uhr 29 29 2019 mobilisierte der Frauenstreik hunderttausende Menschen und vor allem Frauen.

Bilder von Demonstrationen gab es 2022 im Kanton Aargau nicht: Nur in Baden organisierten die SP-Frauen Aargau ein Streik-Picknick. Colin Frei www. Ist die Energie des Grossaufmarschs, den Sie vor drei Jahren miterlebt haben, verpufft? Die Aufmerksamkeit ist kleiner, ja.14juni. Rück- statt FortschrittAus Sicht der Organisatorinnen vom Feministischen Streikkollektivs macht die Gleichstellung Rück- statt Fortschritte.ch nach Veranstaltungen zum Frauenstreiktag suchte, fand auf der interaktiven Karte 31 violette Stecknadeln. Da wird die Wirkung solcher Anlässe unterschätzt. In Zürich, Bern, Lausanne, Chur oder Winterthur gab es am Dienstag diverse Anlässe, das Aargauer Gebiet hingegen präsentierte sich als Brache: Die SP-Frauen Aargau organisierten in Baden ein Streik-Picknick, ansonsten war nichts geplant. Die Abstimmung zur AHV-Reform bringt den politischen Frauen-Dachverband «Alliance F», der sich für mehr Gleichberechtigung einsetzt, ins Dilemma.

Im Jahr 2019, als nach 28 Jahren zum zweiten Mal ein nationaler Frauenstreiktag stattfand, hatte das noch anders ausgesehen: Das Komitee Frauen*Streik Aargau sprach damals von rund 7000 Teilnehmenden, die im Lauf des Tages an elf Standorten an Aktionen teilgenommen hatten.. Zehntausende Frauen gehen auf die Strasse Der Frauenstreikchor stimmte Protestlieder an. Weil sie das regionale Kollektiv für zukünftige Aktionen erhalten wollte, gründete eine fünfköpfige Frauengruppe im November 2019 den Verein Frauen*Streik Aargau. Für das erste Streiktag-Jubiläum am 14. Juni 2020 organisierte sie erneut einen Anlass, der jedoch ein paar Schuhnummern kleiner ausfiel. Die an die Kundgebung anschliessende «Streikparty» auf dem Bundesplatz war bis 23:00 Uhr angesagt. Das lag auch an äusseren Umständen – pandemiebedingt bewilligte die Polizei dem Verein eine Platzkundgebung für maximal 50 Personen – aber nicht nur: Gegenüber der AZ sagte Antonia Iten, Präsidentin von Frauen*Streik Aargau, damals: «Nach dem Frauenstreik 2019 ist leider viel Schwung verloren gegangen. Die beiden Nationalrätinnen Kathrin Bertschy (GLP, links) und Maya Graf (Grüne, rechts).

» 7000 Teilnehmende wurden am nationalen Frauenstreiktag am 14. Juni 2019 im Kanton Aargau gezählt. Auf dem Bürkliplatz hatten sich schon vor 18 Uhr, dem offiziellen Start, über tausend Personen eingefunden. Bild: Colin Frei Im Jahr darauf, am 14. Juni 2021, war Frauen*Streik Aargau in Aarau mit einer Standaktion präsent: Symbolisch bot sie eine «feministische Auffrisch-Schluck-Impfung» an: Schoggiherzen in Shot-Becherchen – als Ermutigung, an Gleichstellungsthemen weiter dranzubleiben. Zudem konnten Passantinnen und Passanten damals ihre Gleichstellungsforderungen an die Politik schriftlich formulieren. Seit dem grossen Frauenstreik vor drei Jahren habe sich die Situation für Frauen bezüglich Lohn und Respekt kaum verbessert, hielten die Organisierenden fest.

Im Herbst 2021 wurden die gesammelten Beiträge den Teilnehmerinnen der Frauensession in Bern übergeben. «Als Organisationsform nicht mehr zeitgemäss» Und in diesem Jahr? Auf der Website des Vereins präsentiert sich unter der Rubrik «Ausblick» lediglich die Zeichnung. Anlässe oder eine Ansprechperson sucht man vergebens, auch der Facebook-Account wurde letztmals im November 2021 mit Informationen gefüttert. Die Demos in Bern und Zürich waren unter mehreren, die am 14. Was ist los? Nicht mehr viel, wie Amanda Sager-Lenherr, Präsidentin des Vereins frauenaargau und Vorstandsmitglied von Frauen*Streik Aargau auf Anfrage bestätigt: «Der Vorstand musste erkennen, dass die Organisationsform als Verein für die Erfüllung der Ziele nicht geeignet und nicht mehr zeitgemäss ist. Deshalb haben wir vor einigen Tagen entschieden, Frauen*Streik Aargau per Ende August 2022 aufzulösen.

» Bei seiner Gründung im November 2019 hatte der Verein aus fünf Frauen bestanden. So gab es Kundgebungen es unter anderem auch in Winterthur, Basel, Chur und in Städten der Westschweiz. Vier von ihnen waren zwischen 50 und 70 Jahre alt, wie Sager-Lenherr sagt. Erhöht hat sich die Zahl in den Folgemonaten kaum. Zum einen sei die Mitgliedersuche unter Pandemie-Umständen schwierig gewesen, zugleich habe die Erfahrung gezeigt, was man bereits geahnt hatte: Dass viele – gerade jüngere – Menschen sich heutzutage lieber befristet und projektbezogen engagierten, als in einem Verein verbindlich Mitglied zu werden. Keine Ressourcen, um eine Standaktion zu planen So blieb die Last auf wenige Schultern verteilt.

Als sich abzeichnete, dass Zeit und Kraft nicht ausreichen würden, um am 14. Juni 2022 eine Aktion zu planen, habe man sich eingestehen müssen, dass es keinen Sinn mehr mache, die Vereinsstrukturen aufrechtzuerhalten. Die Frauenstreik-Anlässe neu unter der Flagge des Vereins frauenaargau segeln zu lassen, sei zwar diskutiert, aber wieder verworfen worden. «Es ist schade, ein solches Projekt ausgerechnet ein paar Tage vor dem Frauenstreik-Tag beerdigen zu müssen», bedauert Sager-Lenherr. Vielleicht brauche es eine Neuorientierung, nicht bei den Zielen des Vereins, aber bei der Form des Engagements.

Der Vorstand gehe davon aus, dass sich aus anderen Kreisen erneut genügend «Frauenpower» formieren werde, wenn schweizweit wieder ein grosser Frauenstreik geplant sei. Auch mit dem Kompetenzzentrum für Gleichstellung harzt es Bereits vor dem nationalen Frauenstreiktag war neuer Schwung in Bestrebungen gekommen, Gleichstellungsanliegen im Kanton Aargau wieder zu institutionalisieren. Anlässlich eines «runden Tischs» – eines Netzwerk-Treffens, das der Verein frauenaargau zweimal jährlich organisiert – wurde im November 2018 eine überparteiliche Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit dem Aufbau eines erneuten Kompetenzzentrums für Gleichstellung im Aargau beschäftigt. Dies, nachdem Regierung und Parlament der kantonalen Fachstelle für Gleichstellung im November 2017 die Beiträge gestrichen hatten. In dieser Arbeitsgruppe wirken seither unter anderem Vertreterinnen von Grünen, SP, GLP, Mitte-Partei, EVP und FDP mit.

Zuletzt sei das Projekt jedoch «ins Stocken geraten», sagt Amanda Sager-Lenherr. Einerseits wegen der Pandemie, zudem sei es bei frauenaargau in jüngerer Vergangenheit zu zwei Präsidiumswechseln gekommen. Zwar sei es sehr zu begrüssen, dass die Arbeitsgruppe politisch breit abgestützt sei, dies führe jedoch auch zu Meinungsverschiedenheiten, was Stossrichtung und Vorgehen betreffe. «Einen Konsens zu finden, braucht Zeit.» Ein Konzept liege vor, sagte sie, spruchreif sei es allerdings in absehbarer Zeit noch nicht.

Elena Flach, Co-Präsidentin der SP Frauen Aargau. Bild: Alex Spichale Auch die SP-Frauen Aargau haben sich damals stark gegen die Abschaffung der kantonalen Fachstelle für Gleichstellung eingesetzt. Am runden Tisch nimmt nun jeweils Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener teil. Sie informiere sporadisch über den Status quo, so Co-Präsidentin Elena Flach. Darüber hinaus hätten jedoch zuletzt die personellen Ressourcen gefehlt, um das Thema enger zu begleiten, und in näherer Zukunft rückten nun zunächst einmal die National- und Ständeratswahlen vom Herbst 2023 in den Fokus, so Flach.

Klar sei jedoch, dass Gleichstellung weiterhin ein Hauptthema auf der politischen Agenda der SP-Frauen Aargau bleibe. Mit Lohnanalysen zu mehr Gleichheit Motion im Grossen Rat eingereicht Am nationalen Frauenstreiktag hat Arbeit-Aargau-Vizepräsidentin Silvia Dell’Aquila im Grossen Rat im Namen der Fraktion der Grünen und der SP eine Motion zur Verschärfung der Lohngleichheitsanalysen eingereicht. Darin wird der Regierungsrat aufgefordert, gesetzliche Grundlagen zu schaffen, um die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern wirksamer zu bekämpfen. Dies insbesondere, indem die kantonalen Vorgaben zu Lohngleichheitsanalysen verschärft werden. Mehr zum Thema: .