Warum so gestresst?

Stress ist zum Statussymbol geworden. (Abo+)

5/16/2019
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Stress ist zum Statussymbol geworden. (Abo+)

Das Gefühl, zu viel zu tun zu haben, gehört heute zum Dasein vieler Menschen. Daran sind nicht nur die Umstände schuld – sondern auch wir selber. Stress wird zu einer Art Statussymbol.

Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017 steht jeder fünfte Erwerbstätige unter Dauerstress, und fast jeder zweite fühlt sich manchmal gestresst im Job. In der mitteleuropäischen Bürowelt hat der Stress bei vielen die Tapferkeitsmedaille aus weniger friedlichen Zeiten ersetzt. Grossraum macht Stress, der scharfe Ton in Meetings sowieso, permanent unter Beobachtung zu stehen, sich geprüft zu fühlen. Alles irre strapaziös.

«Menschen sind darauf eingestellt, hohe Belastungen auszuhalten», sagt der deutsche Psychologieprofessor Frank Jacobi. «Das ist im Prinzip das normale Leben.» In einer grossen Studie hat Frank Jacobi gemeinsam mit zwei Kollegen festgestellt, dass es einen zahlenbasierten Beleg für den Anstieg psychischer Arbeitserkrankungen nicht gibt; nachzulesen im 2018 erschienenen Buch «Das überforderte Subjekt». Früher seien mehr Leiden übersehen worden, sagt Jacobi. Heute werden Depressionserkrankungen, auch die stressbedingten, in immer feineren Abstufungen definiert und diagnostiziert, einerseits weil die Ärzte sensibler geworden sind, andererseits weil der gesellschaftliche Diskurs zu einer vermehrten «Psychologisierung» tendiert, wie Jacobi es ausdrückt. «Ich habe eine Liste zu verschiedenen Burn-out-Definitionen zusammengestellt, da kamen hundert Symptome zusammen.»

Das ewige Herumnesteln an der eigenen unerfüllten Bio­grafie macht viele Jungbleibenwollende in den gentrifizierten Grossstadtmilieus wahnsinnig. Sich in allen Facetten seiner Persönlichkeit zu verwirklichen – Kinder und Karriere, Lohner­höhung und Weltreise –, das kann schon unter Druck setzen. Die daraus entstehende Frustration und das Gefühl, immer hinter dem Zug herzuhetzen, sind sehr echte Emotionen. Gefühle sind ja ohnehin immer so gross, wie sie sich für den anfühlen, der sie hat. Sie bedeuten aber nicht unbedingt, psychisch krank zu sein.

Auch wenn es sicher einen Fortschritt darstellt, dass die psychische

Und bevor man mit zwei oder drei Smartphones bewehrt ins «Change Management»-Seminar eilt, sollte man sich klarmachen, dass man keinen Stress hat, sondern ihn sich machen lässt oder sogar selber macht. Vielleicht einfach, weil man nicht mag, was man tut.

Weiterlesen: Tages-Anzeiger

streß zu zeigen, ist eine neuere form von arroganz. und arrogantes verhalten gab es immer schon

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