Todesfall : Journalisten-Legende Hugo Portisch starb im 95. Lebensjahr

Er war fraglos der bedeutendste und beliebteste Journalist der Zweiten Republik. Nun starb der große Welt- und Österreicherklärer im 95. Lebensjahr.

01.04.2021 16:35:00

Er war fraglos der bedeutendste und beliebteste Journalist der Zweiten Republik. Nun starb der große Welt- und Österreicherklärer im 95. Lebensjahr.

Er war fraglos der bedeutendste und beliebteste Journalist der Zweiten Republik. Nun starb der große Welt- und Österreicherklärer im 95. Lebensjahr.

Alexander van der Bellenzum Bundespräsidenten stark und meldete sich immer wieder zum aktuellen Zeitgeschehen zu Wort.Nun ist Hugo Portisch im Alter von 94 Jahren gestorben.Laut seinem langjährigen Journalistenkollegen Heinz Nußbaumer ist Portisch am Donnerstagmittag in einem Krankenhaus"nach kurzer Krankheit sanft eingeschlafen". Vielen Österreichern galt Portisch als der Vermittler österreichischer Zeitgeschichte schlechthin. In die Annalen der Medienpolitik hat er sich als Initiator des Rundfunk-Volksbegehrens eingetragen.

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Der breiten Öffentlichkeit wurde Hugo Portisch in seiner Funktion alsChef-Kommentator des ORF-Fernsehensbekannt. Wie kein Zweiter beherrschte er die Kunst, komplizierte Sachverhalte in einfachen Worten zu erklären und Wissen mit hoher Kompetenz, aber ohne erhobenen Zeigefinger zu vermitteln. Die ausladende Gestik, mit der er stets seine Analysen unterstrich, wurde zu seinem Markenzeichen. Mindestens zwei Generationen haben von Portisch gelernt, Zeitgeschichte zu verstehen und Ereignisse rund um den Globus zu bewerten.

Unumgänglich sind in dem Zusammenhang seineFernsehserien"Österreich II" und"Österreich I", mit denen der Journalist in den 1980er-Jahren zur Inkarnation eines kollektiven österreichischen Geschichtsbewusstseins wurde. 2013 wurde auf ORF III die Neuauflage von"Österreich II", technisch und inhaltlich aktualisiert, noch einmal ausgestrahlt. Im Jahr 2005 lieferte Portisch mit der vierteiligen Reihe"Die Zweite Republik - Eine unglaubliche Geschichte" ein"spätes Meisterstück öffentlich-rechtlicher TV-Kultur", so der ORF. Unvergessen sind auch - vor allem in den Sechziger- und Siebziger-Jahren, als Berichte aus fernen Ländern noch selten waren - seine außenpolitischen Reihen"So sah ich ...", die ihn von Afrika nach Vietnam, von London bis Peking führten. headtopics.com

Anfänge bei der Wiener TageszeitungDer am19. Februar 1927 in Preßburg geboreneHugo Portisch studierte in Rekordzeit Geschichte, Germanistik, Anglistik und Publizistik. Bereits 1948 begann er als Redaktionsaspirant der"Wiener Tageszeitung", zwei Jahre später wurde er dort Leiter der Außenpolitik. Nach einer Zwischenstation als Leiter des Österreichischen Informationsdienstes in New York begleitete Portisch in einem kurzen, aber historisch bedeutsamen Zeitraum Bundeskanzler Julius Raab als Pressesprecher bei Staatsbesuchen in die USA.

1955 holte ihn, damals Chefredakteur des neugegründeten"Kurier", als Stellvertreter.Nach Dichands Abgang aus der damals größten Tageszeitung wurde Portisch 1958 Chefredakteur.Portisch war maßgeblicher Proponent des erfolgreichen Rundfunkvolksbegehrens, das in die Rundfunkreform unter Generalintendant Gerd Bacher mündete.

1967 wechselte er als Chefkommentator in den ORF - und wurde eines der Aushängeschilder der Bacher'schen Informationsoffensive.Für seine verdienstvolle Arbeit wurde Portisch u.a. mit dem Karl-Renner-Preis, dem Österreichischen Staatspreis, der Goldenen Kamera und dem Fernsehpreis"Romy" ausgezeichnet. Unter seinen zahlreichen Büchern befindet sich auch durchaus unpolitisches: 1989 verfasste der passionierte Schwammerlsucher zusammen mit seiner Frau

GertraudeSeine Autobiografie"Aufregend war es immer"ist anlässlich seines 90. Geburtstages neu aufgelegt worden. Mit"Leben mit Trump - ein Weckruf" hat er zuletzt auch eine aktuelle Betrachtung des Umbruchs in den USA und dessen internationale Folgen vorgelegt. headtopics.com

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Ein großartiger Mann, dessen Arbeit für ausnahmslos alle Österreicher wichtig war. Aber selbst der hätt nach dem Kurz Erklärungsnotstand gehabt. Wie uns der passieren konnte. Habs a grad gehört, ein sehr Neutraler ORF Mann der Alten Liga is von uns gegangen, kannte ihm seit 1970 und Verstanden hab ich ihm erst so ca. 1989 !