Sportpsychologe: Eberls Rückzug ist eine 'große Stärke'

Druck und Stress im Profisport. Max #Eberl hat ungewohnt emotional seinen Posten als Sportdirektor bei @borussia Mönchengladbach niedergelegt und viel Anerkennung für seine Offenheit bekommen.

Eberl

29.01.2022 09:10:00

Druck und Stress im Profisport. Max Eberl hat ungewohnt emotional seinen Posten als Sportdirektor bei borussia Mönchengladbach niedergelegt und viel Anerkennung für seine Offenheit bekommen.

Max Eberl hört aus gesundheitlichen Gründen als Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach auf. Der Sportpsychologe Stephan Brauner spricht im Interview über Stress im Fußball - und was dagegen hilft.

Brauner:Ich habe zum Beispiel mit Trainern gearbeitet, die keine Ruhe haben und nicht abschalten können. Selbst wenn man Trainer beim Dorfclub ist - alle wollen immer was, sogar am Sonntag beim Bäcker. Die Privatheit fehlt, man hat nie Feierabend. Das kann man zumindest ansatzweise mit Eberls Job als Sportdirektor vergleichen.

Bei ihm kommt noch dazu, dass er als Sportdirektor noch weniger Kontrolle über Ergebnisse hat als ein Trainer. Er stellt die Mannschaft zusammen, hat aber auf Spiele und Ergebnisse keinen direkten Einfluss. Wenn sich zum Beispiel ein bis zwei Leute verletzen, steht das ganze Konstrukt infrage. Das alles kann viel Stress auslösen, denn die Verantwortung für die Ergebnisse bleibt ja. Und der Fußball ist extrem ergebnis- und erfolgsorientiert.

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borussia Eine alleinerziehende Mutter die nicht weiß wie sie über die Runden kommen soll, oder Kinder die verhungern, die haben Druck. Wenn Profisport zu stressig ist, lasst es einfach. borussia Fußball bleibt Zirkus borussia War er wirklich offen 🤔

Borussen-Sportdirektor Max Eberl: Darum muss ich Gladbach verlassenIn einer emotionalen Pressekonferenz hat Max Eberl seine Gründe erklärt, warum er als Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach aufhört: „Ich habe keine Kraft mehr.“

Knall in Gladbach: Sportdirektor Max Eberl will offenbar zurücktretenNach übereinstimmenden Medienberichten hat der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, Max Eberl , um die Auflösung seines Vertrages gebeten. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff Absteiger2022 Er ist Borussia. Ich will nicht, dass er geht. Das mal zur Kenntnisnahme für die Internet Akten. 😔 bmg Eberl borussiamoenchengladbach Er ist ein super Typ! Aber es ist ihm alles über den Kopf gelaufen.

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl trtitt zurück, ein KommentarMax Eberl s emotionale letzte Pressekonferenz als Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach ist auch eine Chance für die Medien, ihr Tun zu hinterfragen. Ein Kommentar. Eberl Hat doch schon bei Robert Enke nur 4 Wochen gehalten. Sehr guter Kommentar ! Hatten sie nach Enke, nach Rafati, nach Rangnick.....

Max Eberl verlässt Borussia Mönchengladbach – nach 23 Jahren Eberl holte etliche Talente nach Gladbach, seine Verdienste für den Verein sind unbestritten. Doch zuletzt geriet er in die Kritik. Aber nicht Schröder.

Müder Max Eberl verlässt Borussia Mönchengladbach | DW | 28.01.2022Rücktritt mitten in der sportlichen Krise: Sportchef Max Eberl löst seinen Vertrag bei Borussia Mönchengladbach auf. Der 48-Jährige gibt gesundheitliche Gründe an. Er fühle sich müde und ausgebrannt.

Max Eberl will bei Borussia Mönchengladbach aufhörenDeutlich vor Ablauf seines Vertrags: Spätestens zum Ende der Saison will Max Eberl seine Arbeit als Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach beenden. Aufgrund der schlechten Saisonergebnisse war Eberl in Kritik geraten.

WDR: Welche Erfahrungen haben Sie als Sportpsychologe im Fußball mit Stress und Druck gemacht? Brauner: Ich habe zum Beispiel mit Trainern gearbeitet, die keine Ruhe haben und nicht abschalten können. Selbst wenn man Trainer beim Dorfclub ist - alle wollen immer was, sogar am Sonntag beim Bäcker. Die Privatheit fehlt, man hat nie Feierabend. Das kann man zumindest ansatzweise mit Eberls Job als Sportdirektor vergleichen. Bei ihm kommt noch dazu, dass er als Sportdirektor noch weniger Kontrolle über Ergebnisse hat als ein Trainer. Er stellt die Mannschaft zusammen, hat aber auf Spiele und Ergebnisse keinen direkten Einfluss. Wenn sich zum Beispiel ein bis zwei Leute verletzen, steht das ganze Konstrukt infrage. Das alles kann viel Stress auslösen, denn die Verantwortung für die Ergebnisse bleibt ja. Und der Fußball ist extrem ergebnis- und erfolgsorientiert. WDR: Welche Gründe gibt es noch dafür, dass der Druck im Fußball so groß sein kann? Brauner: Da geht es vor allem um die mediale Präsenz. Alle Augen sind auf die Sportler gerichtet; selbst wenn man sich nicht viel mit Fußball beschäftigt, kennt man oft viele Spieler. Und die wissen, ständig könnte ein Mikro oder eine Kamera in der Nähe sein. Das ist oft belastend. WDR: Wie arbeiten Sie mit betroffenen Sportlerinnen und Sportlern, was empfehlen Sie ihnen? Brauner: Ich arbeite, wenn es um Stress, Druck und Belastung geht, mit einem Drei-Säulen-Programm. In der instrumentellen Säule schauen wir darauf, was Stress auslöst, wie etwa Termine, Konflikte oder die mediale Dauerpräsenz. In der regenerativen Säule geht es darum, wie man den Akku wieder auflädt, etwa durch Bewegung, Entspannung oder Freundschaften. Und in der mentalen Säule besprechen wir Stressverstärker. Da geht es um innere Stimmen und Glaubenssätze, zum Beispiel ein überzogenes Kontrollbedürfnis oder den Zwang, alles perfekt machen zu wollen. Von solchen Anteilen darf man sich aber nicht bestimmen lassen. WDR: Eberl hat auch gesagt: "Ich beende was, was mein Leben war." Was bedeutet das für Menschen wie ihn, wenn sie sich komplett vom Sport abwenden müssen? Brauner: Das ist ein großer Bruch, der unterschiedliche Folgen haben kann: Vielleicht hat Eberl jetzt endlich wieder Zeit für Dinge, die er vorher gerne gemacht hat. Man kann durch so eine Veränderung aber auch in ein großes Loch fallen. Ich wünsche ihm auf jeden Fall, dass er nicht allein durch die nächste Zeit geht. Oder: gehen muss. Es gibt ein Problem, wenn jemand sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Dann hat man nämlich möglicherweise kein Hobby mehr, wenn man sich nicht ganz bewusst darum kümmert, einen anderen Ausgleich zu finden. WDR: Wie kann man sich selbst helfen, wenn man im Sport - oder anderen Bereichen - nicht mehr kann? Und wie kann man anderen helfen? Brauner: Das ist natürlich individuell und ein Patentrezept kann ich nicht ausstellen. Eine Idee möchte ich aber gerne anbieten: Mein Ratschlag für Betroffene ist, sich zu fragen, was sie einem guten Freund oder einer guten Freundin raten würden, die genau in der Situation sind wie sie selbst gerade. Das sorgt für eine positive Distanzierung, mit der man eher Zugang zu den eigenen Ressourcen bekommt. Und es ist gut, jemanden zum gemeinsamen Reflektieren zu haben. Das kann ein Freund oder ein Coach sein. Ist jemand im Umfeld betroffen, hilft es unter anderem zu betonen, dass es eine Stärke ist, sich bei Stress und Belastung Hilfe zu holen - so wie es in diesem Fall eine starke Entscheidung von Eberl ist. Symptome von Stress und Burnout sind immer als eine wertvolle Rückmeldung des eigenen Organismus zu werten. Sie sind keine Schwäche, sondern eine Kompetenz. Das Interview führte Anna Palm.