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Samurai-Aufstand: Der letzte Samurai wurde einfach geköpft - WELT

Der letzte Samurai wurde einfach geköpft

23.9.2019

Der letzte Samurai wurde einfach geköpft

Die radikale Modernisierung Japan s im 19. Jahrhundert hatte die Kriegerkaste um ihre Privilegien gebracht. 1877 kam es zum großen Aufstand. 20.000 Samurai stellten sich den westlich gedrillten Truppen des Kaisers entgegen.

Anzeige Der Antagonismus zwischen Konservativen und radikalen Modernisierern wird in der Person von Saigō Takamori fassbar. 1828 in eine verarmte Samuraifamilie in der Provinz Satsuma (heute Präfektur Kagoshima) auf der südlichen Hauptinsel Kyūshū geboren, konnte er als Schreiber und Gärtner im Dienst eines Daimyō seinen Status einigermaßen wahren. Nach einem Exil, in dem er sich auch philosophisch betätigte, stieg Saigō 1864 zum Militärbefehlshaber der Provinz auf.

Anzeige Sein tief verwurzelter Antimodernismus hinderte Saigō indes nicht, den Riss durch die japanische Gesellschaft mit einer brutalen Expansionspolitik einebnen zu wollen. So gehörte er zu den Wortführern, die einer gewaltsamen Annexion Koreas das Wort redeten, um die mittellosen Samurai zu beschäftigen. Ōkubo Toshimichi hielt dagegen, weil er Japans Rüstung noch nicht für ausreichend hielt, und konnte sich damit durchsetzen. Daraufhin trat Saigō von seinem Posten zurück, kehrte nach Satsuma zurück und gründete Schulen, in denen traditionelle Werte vermittelt wurden.

Auch dort wurde seine schwindende Truppe mehr und mehr von der Regierungsarmee eingeschnürt. Mitte August war das Samurai-Heer auf 3000 Kämpfer zusammengeschmolzen, deren einzige Feuerwaffen historische Musketen und Holzkanonen waren, um die Bambusstreifen gewickelt waren. Noch einmal konnte Saigō mit 500 Männern aus seiner umzingelten Stellung am Berg Enodake entkommen, indem er die Verwundeten zurückließ. Doch es ging ihm wohl nur noch darum, einen würdigen Platz für den letzten Kampf zu finden.

Nach traditioneller Lesart wurde Saigō schwer getroffen. Da er sich kaum noch bewegen konnte, soll er rituellen Selbstmord (Seppuku) begangen haben, indem er sich mit seinem Dolch den Bauch aufschlitzte. Neuere Untersuchungen kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass seine Verwundung dies gar nicht mehr zuließ. Danach wurde er von seinen Anhängern, wahrscheinlich von seinem Freund Shinsuke Beppu, mit dem Schwert enthauptet. Sein Kopf soll versteckt worden sein. Anschließend unternahmen die Überlebenden mit ihren Schwertern einen selbstmörderischen Angriff auf die Regierungstruppen. Damit war die Feudalzeit Japans endgültig Geschichte.

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