Nocebo-Effekt: Auch Nicht-Geimpfte spüren Impfreaktionen | DW | 19.01.2022

Eine neue Studie zeigt: Etwa ein Drittel der Placebo-Probanden von COVID-19-Impfstudien klagten über impftypische Reaktionen wie Kopfschmerzen und Müdigkeit, obwohl sie nur eine Kochsalzlösung erhalten hatten.

Placebo, Nocebo

20.01.2022 16:28:00

Neue Studie: Etwa ein Drittel der Placebo -Probanden von COVID-19 -Impfstudien klagten über Impfreaktion en. Auch bei Geimpften beeinflusst die eigene Erwartungshaltung die Wahrnehmung von Nebenwirkungen , schreibt DW-Redakteur Fabian Schmidt.

Eine neue Studie zeigt: Etwa ein Drittel der Placebo -Probanden von COVID-19 -Impfstudien klagten über impftypische Reaktionen wie Kopfschmerzen und Müdigkeit, obwohl sie nur eine Kochsalzlösung erhalten hatten.

eines Medikaments, das sie gar nicht bekommen haben.Was hingegen messbar ist: Ein Forscherteam aus den USA und Deutschland systematisch nach Nocebo-Effekten in COVID-19-Impfstoff-Studien gesucht und ist auch fündig geworden. Etwa jeder dritte Proband, der gar keinen Impfstoff erhalten hatte, klagte demnach trotzdem über impfspezifische Reaktionen. 

Die Ergebnisse haben die Forschenden im16 Prozent beklagten lokale nicht-systemische Nebenwirkungen. Darunter fallen zum Beispiel ein steifer Arm, Schwellungen, Schmerzen oder eine Entzündung an der Einstichstelle. Nach Verabreichung der zweiten Placebo-Dosis berichteten 31,8 Prozent über systemische und 11,8 Prozent über lokale Nebenwirkungen. 

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ARDalpha Ich war bei CureVac in der Placebogruppe. War mir aber relativ sicher in der Verumgruppe zu sein. Muskelschmerz, Kopfschmerzen usw ... Verrückt dieser Placeboeffekt. Hätte ich nicht gedacht 😅 ARDalpha ARDalpha Die Propaganda will uns jetzt erzhählen, das alles nur eingebildet ist! Somit wäre eine Impfpflicht tödlich. Da sehr viele Angst davor haben.

Kann Long-Covid auch davon betroffen sein?

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keinen nachweisbaren Wirkstoff  enthalten. Doch den Placebo-Effekt gibt es auch umgekehrt: Nocebo. Abgeleitet vom lateinischen"nocere" (schaden) bedeutet dies folglich"Ich werde schaden". Vom Nocebo-Effekt ist also die Rede, wenn eine Scheinbehandlung negative Folgen hat. Probanden spüren etwa typisch zu erwartende Nebenwirkungen eines Medikaments, das sie gar nicht bekommen haben. Und es geht noch etwas komplizierter: Auch wenn Patienten einen medizinischen Wirkstoff erhalten haben, gibt es oft dazu noch einen Placebo- oder Nocebo-Effekt. In einem gewissen Rahmen tritt der nämlich bei jeder Therapie auf, weil jeder Patient und jede Patientin eine gewisse Erwartungshaltung hat. Wer zum Beispiel mit Übelkeit nach Einnahme eines Medikaments rechnet, tritt diese auch öfter auf. Messbar ist dieser Effekt natürlich nur schwer. Was hingegen messbar ist: Ein Forscherteam aus den USA und Deutschland systematisch nach Nocebo-Effekten in COVID-19-Impfstoff-Studien gesucht und ist auch fündig geworden. Etwa jeder dritte Proband, der gar keinen Impfstoff erhalten hatte, klagte demnach trotzdem über impfspezifische Reaktionen.  Eine große COVID-19-Nocebo-Metastudie Julia Haas und Sarah Ballou, Placebo-Expertinnen an der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, hatten sich dazu mit Friederike Bender, Psychologin an der Universität Marburg und weiteren Medizinern aus den USA zusammengetan und zwölf Impfstoff-Studien mit insgesamt 45.380 Probanden ab 16 Jahren analysiert. Von diesen hatten 22.578 ein Placebo erhalten, welches keine weiteren Wirkstoffe enthielt. In der Regel war es Kochsalzlösung. Alle Studien waren vor dem 14. Juli 2021 abgeschlossen gewesen. Studien, in denen die Kontrollgruppen etwa andere Impfstoffe oder auch Adjuvantien erhalten hatten, wurden von vornherein aussortiert. Adjuvantien sind Zusatzstoffe, die üblicherweise in Impfstoffen enthalten sind und deren Wirkung verstärken sollen.  Die Ergebnisse haben die Forschenden im   veröffentlicht.  Viele Nebenwirkungen haben gar nichts mit dem Impfstoff zu tun Nach der ersten Dosis hatten 35,2 Prozent der Probanden aus den Placebo-Kontrollgruppen über sogenannte systemische Nebenwirkungen berichtet, darunter fallen 19,3 Prozent mit Kopfschmerzen und 16,7 Prozent mit Müdigkeit. Das waren auch die häufigsten systemischen Nebenwirkungen. 16 Prozent beklagten lokale nicht-systemische Nebenwirkungen. Darunter fallen zum Beispiel ein steifer Arm, Schwellungen, Schmerzen oder eine Entzündung an der Einstichstelle. Nach Verabreichung der zweiten Placebo-Dosis berichteten 31,8 Prozent über systemische und 11,8 Prozent über lokale Nebenwirkungen.  Video ansehen 02:45 Placebos - warum Pillen ohne Wirkstoffe helfen können Im Vergleich dazu waren die beobachteten Nebenwirkungen bei den Probanden, die tatsächlich einen Impfstoff erhalten hatten, häufiger: 46,3 Prozent berichteten nach der ersten Impfung über systemische Nebenwirkungen und 66,7 Prozent über lokale Nebenwirkungen. Nach der zweiten Impfung stiegen diese Werte auf 61,4 Prozent systemische und 72,8 Prozent lokale Nebenwirkungen. Wie viel Nocebo erleben Geimpfte? Wie bereits gesagt, treten Placebo- und Nocebo-Effekte bei jeder Therapie auf, also auch dann, wenn Patienten ein wirksames Medikament erhalten. Angesichts der starken beobachteten Nocebo-Effekte bei den Impfungen, stellte sich vor dem Hintergrund für die Mediziner eine spannende Frage: Wie stark wirkt eigentlich der Nocebo-Effekt bei Menschen, die einen Impfstoff erhalten hatten? Und lässt sich ein theoretischer Anteil von Nocebo-Effekten an den Nebenwirkungen bei Geimpften errechnen? Ja, das geht, fanden Haas, Ballou und Bender mit ihren Forschungspartnern. Dafür haben sie den Anteil der Nocebo-Effekte der Nicht-Geimpften berechnet und diesen Anteil auf die Geimpften übertragen.  Das führte zu erstaunlichen Ergebnissen: Selbst bei denen, die einen Impfstoff erhalten hatten, sind die Nocebo-Effekte innerhalb der beobachteten Nebenwirkungen dominant. So hätte dieser Anteil nach der ersten Impfung bei den systemischen Nebenwirkungen 76 Prozent betragen und bei den lokalen Nebenwirkungen 24,3 Prozent. Nach der zweiten Impfung sanken diese Werte zwar etwas, betrugen aber immerhin noch 51,8 Prozent bei systemischen und 16,2 Prozent bei lokalen Nebenwirkungen. Die Beobachtungen deuten darauf hin, dass bei Impfungen die Erwartungshaltung von Impflingen einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung möglicher Nebenwirkungen hat. Daraus aber zu schlussfolgern, dass wir uns meistens die Nebenwirkungen nur einbilden, wäre auch falsch. Denn der Placebo-bzw. Nocebo-Effekt erzeugt selbst objektiv messbare Symptome. Die Symptome werden dann zwar vor allem durch unsere eigene Erwartungshaltung angetrieben und nicht durch das Medikament. Doch das können wir als Patienten ja nicht wissen. Aber wir wissen genau, was wir empfinden.  Berührungen sind lebenswichtig Der Hautkontakt macht den Ton Unsere Haut fühlt alles: Forscher haben herausgefunden, dass Menschen bestimmte Emotionen wie Liebe, Wut, Dankbarkeit und Ekel anhand der Berührung erkennen können. Der bloße Körperkontakt gibt also schon den Ton an. Regelmäßige, positive Berührungen bauen außerdem Aggressionen ab und emotionale Bindung innerhalb von Beziehungen auf. So helfen sie, soziale Bindungen aufrechtzuerhalten. Berührungen sind lebenswichtig Besser durch Berührung Taktile Kommunikation - also Kommunikation durch Berührung - kann helfen, Vertrauen aufzubauen und die Zusammenarbeit zu verbessern. So ergab eine Studie, dass professionelle Basketballspieler und Mannschaften, die zu Beginn der Saison stärker körperlich interagierten - beispielsweise durch High Fives oder Gruppenumarmungen - in späteren Spielen bessere Ergebnisse erzielten. Berührungen sind lebenswichtig Umarmen macht stark Umarmungen signalisieren"Ich unterstütze dich“ und helfen so, akuten Stress abzubauen. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Stimmung von Menschen, die an einem konfliktreichen Tag umarmt wurden, deutlich besser war. Diese Art der Unterstützung hilft Menschen mit geringem Selbstwert zudem, Selbstzweifel abzubauen. Auch Erkältungen wehrt die Knuddelei durch ihre stresspuffernde Wirkung ab. Berührungen sind lebenswichtig Fass mich an! Paare, die sich liebevoll berühren, tun ihrer Gesundheit viel Gutes. Händchenhalten und umarmen machen nicht nur gefühlt stressresistenter, sondern tragen messbar zur kardiovaskulären Gesundheit bei: Die Herzfrequenz verlangsamt sich, der Blutdruck sinkt ebenso wie die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Paare können sogar ihre Herzfrequenzen und Gehirnströme durch Berührung synchronisieren! Berührungen sind lebenswichtig Massagen: Mehr als nur Entspannung Berührungen sind nicht nur schön, sie sind auch als Schmerzmittel erfolgreich. Forscher des Duke University Medical Center haben herausgefunden, dass Ganzkörpermassagen Schmerzen lindern und die Mobilität von Patienten mit Arthritis erhöhen. Es profitieren übrigens nicht nur diejenigen, die massiert werden! Auch auf den Masseur wirkt sich die Behandlung positiv aus. Berührungen sind lebenswichtig Babys brauchen Berührung Massagen können Frühchen helfen, Gewicht zuzulegen. Durch die Stimulation des Nervensystems werden Hormone freigesetzt, die die Aufnahme von Nahrung verbessern. Die schmerzlindernde Wirkung von Hautkontakt hilft Säuglingen, medizinische Eingriffe zu verarbeiten. Berührungen verringern nicht nur die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, sondern setzen auch das Bindungshormon Oxytozin frei. Berührungen sind lebenswichtig Mach’s selbst Leider ist ja nicht immer jemand da, der massiert oder streichelt. Eine Selbstmassage wirkt aber ähnlich positiv. Dabei sind festere Berührungen allerdings effektiver als leichte. Sportarten wie Yoga oder Gewichtheben, bei denen entweder der Kontakt zwischen Körper und Boden intensiv oder der Druck auf bestimmte Körperstellen besonders hoch ist, haben deshalb auch einen stresslösenden Effekt. Berührungen sind lebenswichtig Technik, die berührt Damit auch Menschen mit Amputationen nicht auf die so wichtigen Berührungen verzichten müssen, wird an sensorgestützten Prothesen gearbeitet. Andere Forscher beschäftigen sich mit der Entwicklung einer elektronischen Hauttechnologie, die zwischen verschiedenen Oberflächen unterscheiden, sowie Hitze und Kälte wahrnehmen kann. Autorin/Autor: Sam Baker (jv)