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Berlinale 2020, 'Berlin Alexanderplatz'

'Berlin Alexanderplatz': Ich bin Deutschland

'Berlin Alexanderplatz' von Burhan Qurbani wird die Berlinale aufrütteln. Der Regisseur hat Döblins Roman neu gedeutet als Appell gegen Rassismus.

26.02.2020 21:00:00

Franz Biberkopf als schwarzer Drogendealer im Berlin von heute. Warum die Neuinterpretation von 'Berlin Alexanderplatz' durch Burhan Qurbanis der Film der Berlinale ist. Berlinale 2020

'Berlin Alexanderplatz' von Burhan Qurbani wird die Berlinale aufrütteln. Der Regisseur hat Döblins Roman neu gedeutet als Appell gegen Rassismus .

Wo soll man anfangen bei diesem Film? Diesem Kosmos an Farben, Tönen, dieser Lebens- und Liebesgeschichte, die einen drei Stunden lang in den Kinosessel drückt. Diesem Werk, das man ohne Übertreibung gewaltig nennen kann.Vielleicht fängt man bei den Dreharbeiten an in der Berliner Hasenheide an einem sonnigen Tag im Juni 2018. Der Park ist beliebt bei Familien und jungen Leuten, sie sitzen auf der Wiese, es gibt ein Freilichtkino, einen etwas abgerockten Minigolfplatz und einen kleinen Zoo mit Lamas und Emus. Und überall entlang der Wege stehen die Dealer. Die meisten von ihnen sind schwarz.

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"Das beschissene Ist-gleich-Zeichen: schwarz=Dealer"Der damals 37-jährige Regisseur Burhan Qurbani, ein schmaler Typ mit runder Nickelbrille, ist aufgeregt. An diesem Tag wird er dort drehen, wo er die Ursprungsidee für seinen Film

Berlin Alexanderplatzhatte. Der erste Impuls, den weltberühmten Roman von Alfred Döblin ins Hier und Jetzt zu übertragen, kam Qurbani auf seinen Spaziergängen durch den Park, in dessen Nähe er lebte. Er wollte eine Geschichte über die Dealer im Park drehen, über ihr Leben und über die Menschen, die sie nicht wahrnehmen, über das"

". Gleichzeitig sei ihm aber bewusst gewesen, sagt er, dass so ein Film wahrscheinlich nur wenig Aufmerksamkeit bekommen würde. Daher habe er sich schließlich dafür entschieden, seine Geschichte mit dem RomanBerlin Alexanderplatzzu verbinden.

Sein Franz Biberkopf, der unglückselige Proletarier und Hauptfigur aus Döblins Roman, heißt im Film Francis und ist ein Geflüchteter aus Guinea-Bissau."Wir erzählen vielleicht dieselbe Geschichte", sagt der Hauptdarsteller Welket Bungué am Rande der Dreharbeiten,"nur in verschiedenen Zeiten und einem anderen Kontext". An jenem heißen Tag im Juni ist noch nicht klar, ob diese Grundkonstellation funktionieren wird oder ob sie eventuell zu plakativ, zu klischeebehaftet ist.

Nun, knapp zwei Jahre später, im Schneeregen derBerlinalesieht man: Die Neuinterpretation eröffnet nicht nur viele jetztzeitige Perspektiven auf den Stoff des Jahres 1929, sondern webt auch viele Leitmotive der Vorlage virtuos ein. Die Erzählerstimme kommt im Film von einer Frau: Mieze (Jella Haase), Francis' spätere Geliebte, erzählt seine Geschichte. Sie kündigt an, dass ihr Held dreimal straucheln und sich zweimal wieder berappeln wird. Beim dritten Straucheln werde ihn alles verschlingen.

Der Film beginnt auf den Kopf gedreht, Francis kämpft im Meer ums Überleben, eine Frau ist mit ihm. Sie wird es nicht schaffen. Francis wird an einem Strand in Europa angespült, es verschlägt ihn nach Berlin, wo er mit vielen anderen Männern, die wie er keine Papiere haben, auf dem Bau schuftet und in einem heruntergekommenen Heim lebt. Der erste, der ihn fragt, aus welchem Land er komme, aus Angola, Mali oder eben Bissau, ist Reinhold (Albrecht Schuch). Der hat auch gleich einen lustig-versauten Reim parat und zum ersten Mal sieht man Francis lachen. Er fühlt sich wahrgenommen.

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Ein böser Junge mit PotenzialDass dieser Reinhold es nicht gut meint, wird kurze Zeit später klar, als er im Wohnheim auf einen Tisch klettert und Männer anwirbt:"Ihr wollt ein Auto, einen Flatscreen, eine Freundin?" Alles kein Problem. Man müsse nur bei ihm als Drogenkurier einsteigen. Auf den 50-Euro-Scheinen, die Reinhold dann verteilt, steht seine Handynummer. Francis gibt er einen 100-Euro-Schein, er erkennt Potenzial in ihm: "Du bist doch ein böser Junge." Doch Francis hat sich am Strand geschworen, er wolle ein guter Mensch werden, ein anständiger."Aber dem Leben hat das nicht gefallen", sagt die Erzählerinnenstimme. Und dann kommt der erste Schlag: Weil er sich heimlich um einen verletzten Kollegen gekümmert hat, verliert Francis seinen Job auf dem Bau. Er schlägt den Verräter zusammen, fängt an zu trinken, landet auf der Straße. Dort wird er von Reinhold"aufgekratzt", wie dieser später nicht müde wird zu erzählen.

Qurbani, der Döblins Roman schon seit Schulzeiten kennt, aber ihn nach eigenem Bekunden nie richtig verstanden hatte, erkannte erst später, als er selbst in Berlin lebt, was darin steckt, und transponierte Döblins Figuren absolut stimmig in die Gegenwart. Mieze ist eine selbstbewusste Sexarbeiterin, die ihre Kunden im Adlon empfängt, Eva (Annabelle Mandeng), die Frau, die ihm immer wieder unter die Arme greift, eine glamouröse Nachtclubchefin und Joachim Król als Gangsterboss Pums macht in unscheinbarem Rentnerbeige die Runde durch sein Revier in der Hasenheide.

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