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Klassische Musik, Oper

Beethoven und politische Ideale - WELT

Beethoven und politische Ideale: 'Für solche Schweine spiele ich nicht!'

21.1.2020

Beethoven und politische Ideale: 'Für solche Schweine spiele ich nicht!'

Beethoven kuschte nicht vor hohen Herrschaften, aber ohne adlige Mäzene wäre er kaum über die Runden gekommen. Seine Oper „Fidelio“ und die Neunte Sinfonie mussten für viele Intentionen herhalten.

Anzeige Ludwig van Beethoven schrieb 1795 aus Wien an seinen Freund Heinrich von Struve. Dieser stand wie schon sein Vater in Diensten Russlands: „Du bist also jetzt in dem Kalten Lande wo die Menschheit noch sehr unter ihrer Würde behandelt wird, ich weiß gewiß, daß dir da manches begegnen wird, was wider deine Denkungs-Art, dein Herz, und überhaupt wider dein ganzes Gefühl ist. wann wird auch der Zeitpunkt kommen wo es nur Menschen geben wird, wir werden wohl diesen glücklichen Zeitpunkt nur an einigen Orten heran nahen sehen, aber allgemein – das werden wir nicht sehen, da werden wohl noch Jahrhunderte vorübergehen.“ Alle Menschen werden Brüder. Beethoven war ein Anhänger der Aufklärung und der Französischen Revolution. Immer wieder hat er das geäußert. Doch mehr noch. „Dass Beethoven nach eigenem Selbstverständnis in seine Epoche eingreifen will, geht nicht nur aus entsprechenden Äußerungen hervor; man hört es vielmehr seiner Musik an“, schreibt der Musikhistoriker Martin Geck in seiner Beethoven-Biografie. Doch die Zwänge des Lebens waren andere. Um für seine Unabhängigkeit zu sorgen, war der Komponist auf seine adligen Geldgeber angewiesen. Fürst Lichnowsky, Erzherzog Rudolf, Fürst Lobkowitz oder Fürst Kinsky gehörten zu seinen Mäzenen. Napoleon war auch nicht besser Anzeige Gekuscht hat Beethoven vor den Herrschaften trotzdem nicht. Mit den Worten „Für solche Schweine spiele ich nicht!“ brach er etwa ein Konzert ab, weil ihm das durchlauchte Publikum zu unaufmerksam war. Seine Dritte Sinfonie, ursprünglich „Bonaparte“, nannte er in „Eroica“ um, als er erfuhr, dass sich Napoleon zum Kaiser krönen ließ. Der sei auch nicht besser als die anderen, so sein Kommentar. In den Zeiten der Aufklärung änderte sich der Blick auf die gesellschaftliche Ordnung. Deren Fundamente waren nicht mehr gottgegeben, sondern sollten von den Menschen auf „selbstbestimmtem Weg“ gebaut werden. Martin Geck meint: „Da soll auf einmal auch die Musik Antworten auf Fragen geben, die ihr vorher niemals gestellt wurden.“ Es gehe um Fragen nach der Sinnhaftigkeit musikalischer Kunst. „Bis dahin hatte Musik fast selbstverständlich als Abbild zunächst der göttlichen, dann mehr oder weniger stabiler gesellschaftlicher Ordnung fungiert. Nun soll sie ein Stück dieser Ordnung selbst vorgeben.“ Eine Botschaft für viele Machthaber Anzeige Beethoven hat sich dieser Aufgabe in den meisten seiner Werke gestellt. Die „Missa solemnis“ beispielsweise, eines von nur drei geistlichen Kompositionen von ihm, ist schon von ihrer Länge her kaum für den liturgischen Gebrauch geeignet und fast nur konzertant aufführbar. Beethoven thematisiert darin inneren und äußeren Krieg und Frieden. „Fidelio“, heute die Freiheitsoper schlechthin, feiert eigentlich das „Hohelied der Gattenliebe“ vor dem Horizont der Opferbereitschaft, die bürgerliche Ehe als neues Ideal in Zeiten arrangierter Verbindungen. Später destillierte man die politische Botschaft heraus. Für viele Machthaber. Der von den Nazis vertriebene Schriftsteller Thomas Mann erregte sich: „Welchen Stumpfsinn braucht es, in Himmlers Deutschland den ‚Fidelio‘ zu hören, ohne das Gesicht mit den Händen zu bedecken und aus dem Saal zu stürzen.“ In der DDR benutzte die Oper die Opposition zum versteckten Protest. Bekanntestes Beispiel ist die Inszenierung von 1989 an der Dresdner Semperoper. Und nun, zum Beethovenjahr, feierte das Werk Premiere am Opernhaus Bonn. Aufgeladen wird dieser „Fidelio“ mit aktuellen Geschichten von politischen Gefangenen in der Türkei und deren Angehörigen – mit konkreten Forderungen nach ihrer Freilassung. Für das ganz Große und Erhabene Anzeige Für die Verbindung von Musik und politischer Botschaft innerhalb Beethovens Œuvre steht wie nichts sonst die Neunte Sinfonie. Schon ab etwa 1790, noch in den Bonner Jahren, muss sich das angehende Genie mit der Vertonung von Schillers Ode „An die Freude“ beschäftigt haben. Der Bonner Jurist Bartholomäus Fischenich, befreundet sowohl mit dem Komponisten als auch mit dem Dichter, schrieb an Charlotte von Schiller über Beethoven: „Er wird auch Schiller’s Freude und zwar jede Strophe bearbeiten. Ich erwarte etwas vollkommenes, denn so viel ich ihn kenne, ist er ganz für das Große und Erhabene.“ Text und Musik der Ode gehen später eine einzigartige Symbiose ein. Wer diese Melodie bloß hört, unterlegt sie sofort mit Schillers Gedicht. Wer das Gedicht nur liest, hat sogleich die Melodie im Ohr. Schon den Zeitgenossen ist die Einzigartigkeit des Werkes klar gewesen. Die Uraufführung am 7. Mai 1824 im Theater am Kärntnertor gestaltete sich glanzvoll. Den ertaubten Beethoven musste man zum jubelnden Publikum umdrehen. Die Neunte als Maß aller Dinge Die Neunte und ihr vierter Satz wurden fast so etwas wie das Maß aller Dinge. Nicht nur musikalisch. Angeblich soll die Länge der 1978 eingeführten Audio-CD auf Vorschlag des damaligen Sony-Vizepräsidenten und ausgebildeten Opernsängers Noro Oga auf 74 Minuten festgelegt worden sein, um das Werk vollständig und ohne CD-Wechsel hören zu können. Ausschlaggebend soll die längste Aufnahme mit dem Dirigenten Wilhelm Furtwängler gewesen sein. Und wo Politik stattfindet, da war und ist die Neunte Sinfonie nicht weit. Richard Wagner stieg mit den Noten 1849 auf die Dresdner Barrikaden. 23 Jahre später ließ er die Musik bei der Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses spielen. Die erste Aufführung in Asien war am 1. Juni 1918 im japanischen Kriegsgefangenenlager Bando durch deutsche Kriegsgefangene. 1936 erklang sie bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Berlin – auf besonderen Wunsch des Gründers der modernen Spiele, Pierre de Coubertin. Stalin seinerseits lobte das Werk als „die richtige Musik für die Massen“. Wenige Tage nach dem Mauerfall führte Leonard Bernstein die Sinfonie in Berlin auf und änderte den Text in „Freiheit schöner Götterfunken“. Dem Meister hätte es gefallen, meinte er selbstbewusst. 2001 wurde das in der Berliner Staatsbibliothek lagernde Autograph der Neunten Sinfonie in das Weltdokumentenerbe der Unesco aufgenommen. Ode an die Freude beim G20-Gipfel Dass Beethovens Musik auch ohne Text ein Kommentar, sogar ein Appell zur politischen Lage sein kann, zeigte der russisch-deutsche Pianist Igor Levit. Bei der populären Konzertreihe „Nights of the Proms“ in London spielte er 2016, im Jahr des Brexit-Referendums, eine Klavierversion der Ode „An die Freude“, die seit 1972 auch Europahymne ist. Anzeige Auch beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg gehörte die Sinfonie zum Programm. „Alle Menschen werden Brüder“. Was mag manchem Staatenlenker dabei durch den Kopf gegangen sein? Zurück ins Jahr 1795. „...wann wird auch der Zeitpunkt kommen wo es nur Menschen geben wird... da werden wohl noch Jahrhunderte vorübergehen“. Sehr viel weiter gekommen sind wir bislang nicht. Der Mensch Beethoven hatte recht. Weiterlesen: WELT

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