Zu teures Billett trotz Abo – Fehler in der SBB-App noch nicht gelöst

Noch immer zahlen unwissende Kunden zu viel für ihr Ticket.

27.01.2021 15:00:00

Noch immer zahlen unwissende Kunden zu viel für ihr Ticket.

Kunden mit Zonenabo zahlen unter Umständen zu viel, wenn sie ihr Ticket übers Smartphone lösen. Weil gespart werden müsse, verzögert sich die Anpassung. Der Fehler lässt sich aber umgehen.

1 Kommentar1Wer mit der SBB-App Strecken ausserhalb seines Verbundsabos kaufen will, sollte genau hinschauen, damit er oder sie nicht zu viel bezahlt.Foto: Christian Beutler (Keystone)In der SBB-App ist Aufpassen angesagt. Wer ein Verbundabo hinterlegt hat und eine Fahrt nach ausserhalb seiner Zonen lösen will, zahlt unter Umständen zu viel. Denn die App ist nicht in der Lage, das hinterlegte Abo korrekt abzurechnen. Das Problem ist bekannt – gelöst wird es in absehbarer Zeit nicht.

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Ein Beispiel zeigt den Fehler auf. Eine Kundin hat ein Verbundabo. Mit diesem fährt sie normalerweise von A bis nach B. Nun will sie ihre Mutter besuchen, die wohnt in E. Da sie ihr Abo korrekt in der App hinterlegt hat, löst sie von A nach D in der Annahme, dass sie dann nur die Verbindung zahlen muss, die sie nicht schon mit dem Abo bezahlt hat. Doch das funktioniert nicht in der SBB-App. Sie zahlt die ganze Strecke von A nach E, zahlt also einen Teil doppelt. Das kostet schnell einmal ein paar Franken pro Fahrt. Ärgerlich zudem: Wer nichts von dem Fehler weiss, geht davon aus, dass alles korrekt abläuft, und bemerkt wohl gar nichts von den erhöhten Kosten.

Der Fehler ist seit längerem bekannt. Im vergangenen Jahr berichtete etwa TeleZüri darüber. Im Beitrag kam die Organisation Alliance Swisspass, die für solche Tariffragen zuständig, ist zu Wort. Ein Sprecher sagte damals: «Apps und Webshops sind an die gleiche Plattform angeschlossen. Auf dieser Plattform ist dies aber technisch noch nicht umgesetzt.» Und: Man hoffe schwer, dass dies noch 2020 möglich sein werde. headtopics.com

Was Kunden tun könnenNun, diese Hoffnung hat sich zerschlagen. Noch immer zahlen unwissende Kunden zu viel für ihr Ticket. Das Problem: «Die Tarifverbünde berechnen die Anschlussbillette unterschiedlich, wodurch sich eine hohe Komplexität und ein entsprechend hoher Aufwand bei der Softwareentwicklung ergeben», sagt ein Sprecher von Alliance Swisspass. «Aufgrund veränderter Prioritäten – unter anderem wegen der Covid-19-Pandemie und damit einhergehender Sparmassnahmen – wird sich die Behebung des Problems verzögern.»

Wann genau der Fehler behoben werden soll, ist offen. Bis dahin müssen sich die Kundinnen und Kunden mit einer anderen Lösung zufriedengeben. So taucht das Problem etwa beim automatischen Ticketing nicht auf: Wenn man also die Möglichkeit Easy Ride nutzt. Dabei merkt sich die App, wo man ein- und ausgestiegen ist, und verrechnet den günstigsten Fahrpreis. Alternativ könne man ein Billett auch von der ersten Haltestelle ausserhalb der Abo-Zone aus lösen.

Die Kundin aus dem Beispiel muss also zuerst nachschauen, ob denn nun die Haltestelle C oder D die erste ausserhalb der Gültigkeit ihres Abos ist. Weil sie dazu zuerst den Zonenplan konsultieren muss, ist das reichlich kompliziert.Publiziert heute um 11:03 Uhr

1 KommentarAndreas Kaufmannvor 1 StundeDer Artikel lässt mich vermuten, dass das Problem Alliance Swisspass liegt. Deren Sprecher spricht auch von sparen, andere Prioritäten, Pandemie...wieso steht dann im Aufriss zum Artikel, dass die SBB sparen müssen? Dieser Zusammenhang wird im Artikel nicht hergestellt. headtopics.com

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