Wie sich Zürich gegen das Virus schützt

Auch der Kanton Zürich trifft Vorbereitungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. (Abo+)

25.02.2020 11:45:00

Auch der Kanton Zürich trifft Vorbereitungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. (Abo+)

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Im Kanton Zürich wappnet man sich auf verschiedene Arten. Was Sie über die verschiedenen Massnahmen wissen sollten.

?Derzeit basiert die Bekämpfung des Virus im Kanton Zürich darauf, Verdachtsfälle frühzeitig zu erfassen, die betroffenen Patienten sicher zu den designierten Abklärungs- und Behandlungsspitälern zu transportieren und sie dort zu isolieren, bis eine Infektion mit 2019-nCoV ausgeschlossen werden kann.

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Ich war in den letzten 48 Stunden in Italien. Besteht bereits das Risiko einer Ansteckung?Es besteht gemäss Angaben der Gesundheitsdirektion nur ein Risiko für jene Personen, die sich in einem der jetzt abgeriegelten Gebiete in Oberitalien aufhielten und dort mit betroffenen Personen in Kontakt kamen.

Wann sollte ich mich untersuchen lassen?Die Krankheit äussert sich zu Beginn mit unspezifischem Unwohlsein, Müdigkeit und Fieber. Typisch ist auch ein trockener Husten. Bei einer schweren Erkrankung kann es nach rund einer Woche zu Kurzatmigkeit, im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung und dem Befall weiterer Organsysteme kommen.

Personen ohne diese Beschwerden müssen sich nicht testen lassen, selbst wenn sie in China oder Norditalien waren. Wer jedoch aus China zurückgekehrt ist und sich krank fühlt, sollte sichtelefonischbei der Hausärztin oder dem Hausarzt melden oder beim kantonalen Ärztefon (Telefon 0800 33 66 55) und

nicht ohne Anweisung des Arztes in eine Praxis gehen. Die Ärzte werden den Transport in ein Abklärungsspital einleiten.Wo kann ich abklären, ob ich mich mit dem Coronavirus angesteckt habe?Im Kanton Zürich ist die Abklärung respektive die Entnahme von Proben bei Verdachtsfällen auf eine Coronavireninfektion explizit nicht in den Arztpraxen und ambulanten ärztlichen Institutionen vorgesehen, sondern

in den designierten Abklärungsspitälern: Universitätsspital Zürich, Stadtspital Triemli, Kinderspital Zürich, Kantonsspital Winterthur, Klinik Hirslanden (Zürich), Spital Bülach, Spital Limmattal, GZO Spital Wetzikon und Spital Uster. Der Transport dorthin erfolgt durch die Rettungsdienste nach Absprache mit der Hausärztin, dem Hausarzt oder dem Ärztefon.

Was geschieht, wenn sich eine Ansteckung mit dem Virus bestätigt?In einem solchen Fall erfolgt die Behandlung in den Abklärungsspitälern mit der notwendigen Isolation und den Schutzmassnahmen für das Personal. Zudem nimmt der kantonsärztliche Dienst sofort Verbindung mit allen Personen auf, die in den 48 Stunden seit dem Beginn der Symptome der Erkrankung mit den Patienten Kontakt hatten (Contact Tracing). Nötigenfalls werden diese Personen ebenfalls in Quarantäne gesetzt.

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Wann muss man in Quarantäne?Personen, die durch einen Kontakt mit Erkrankten einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt waren, werden nach Vorgaben des kantonsärztlichen Dienstes erfasst. Bei Quarantänebedarf werden Einzelpersonen aus dem Raum Zürich in erster Linie zu Hause untergebracht und bei Bedarf durch den Zivilschutz betreut. Die Zürcher Gesundheitsdirektion macht aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Angaben darüber, ob sich derzeit Personen in Quarantäne befinden.

Ist es gefährlich, mein Kind in die Schule zu schicken?Nein. Obwohl einige Kinder die Ferien im Ausland verbracht haben, sieht das Zürcher Volksschulamt aktuell keinen Anlass für weitere Massnahmen als die in der Grippesaison üblichen Empfehlungen:

mehrmaliges, gründliches Händewaschen pro Tag mit Wasser und Seife, husten oder niesen nur in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch.Selbst die Rückkehr von Schülerinnen oder Schülern nach einem Aufenthalt in China verlangt gemäss einem aktuellen Schreiben an alle Schulen keine weiteren Schritte.

Im Zweifelsfall könne die Schulleitung oder die Schulbehörde die Eltern jedoch kontaktieren und klären, ob das Kind mit an Covid-19 erkrankten Personen oder mit Personen aus einem stark betroffenen Gebiet in engem Kontakt stand. In einem solchen Fall kann mit der Schulärztin/dem Schularzt oder dem kantonsärztlichen Dienst geklärt werden, ob

ein vorübergehender SchulausschlussKönnen die Schulen in Zürich geschlossen werden?Schulschliessungen und Veranstaltungsverbote sind gemäss eidgenössischer Epidemiengesetzgebung möglich, abernur in der Frühphase einer Pandemie

sinnvoll. Sobald das Virus in der ganzen Schweiz auftritt, machen Schulschliessungen aus epidemiologischer Sicht kaum mehr Sinn.Der Entscheid über Schulschliessungen erfolgt durch den Bundesrat. Für die Anordnung und den Vollzug der Massnahme sind im Allgemeinen die Kantone zuständig – in Zürich ist es der Regierungsrat. Auch der Kantonsarzt ist befugt, zur Verhütung übertragbarer Krankheiten Massnahmen gegenüber der Allgemeinheit anzuordnen.

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Im Moment sind im Kanton Zürich aber keine solchen Schliessungen geplant.Wäre das Abriegeln ganzer Gebiete, wie es in Italien der Fall ist, auch im Kanton Zürich möglich?Für einen solchen Entscheid wäre der Bund zuständig.

Eine Zürcher Firma hat bereits Mitarbeiter, die in Mailand waren, vom Dienst suspendiert. Ist diese Massnahme gerechtfertigt?Nein. Die Zürcher Gesundheitsdirektion sieht momentan keinen solchen Handlungsbedarf.Was geschieht am Flughafen Zürich bei einem Coronavirus-Verdacht?

Besteht der Verdacht, dass sich in einem Flugzeug Passagiere mit einer ansteckenden Krankheit befinden, kommen am Flughafen Zürich standardisierte Prozesse des«Notfallplans für ansteckende Krankheiten»zur Anwendung. In Absprache mit dem Chef Grenzarzt wird entschieden, ob die betroffene Maschine auf einem separaten Standplatz parkiert werden muss, wo sich geeignete Infrastrukturen befinden, um weitere Abklärungen durchführen zu können.

In einem solchen Fall betreut eine mit Schutzausrüstung ausgestattete Crew des Rettungsdienstes die Passagiere. Die von Symptomen betroffenen Personen werden in einem Rettungswagen vom Grenzarzt untersucht und allenfalls zur weiteren Abklärung in ein Spital überführt. Auch Passagiere, die sich im näheren Umfeld der Betroffenen befanden, werden getrennt untersucht. Zudem nimmt der Rettungsdienst die Koordinaten sämtlicher Passagiere auf. Anfang Februar kam dieses Notfallszenario zum Zuge, als ein Swiss-Passagier Symptome des Coronavirus aufwies. Untersuchungen im Spital konnten den Verdacht jedoch nicht bestätigen.

Schön und gefährlich: Mikroskopbilder des Coronavirus (Bild: Science Photo Library SPL)Wie wird das Virus übertragen?Die Übertragung des neuen Coronavirus geschieht vor allemdurch Tröpfcheninfektionbeim Niesen und Husten oder über Oberflächen wie Türklinken, Knöpfe oder Tastaturen. In aller Regel ist jedoch ein enger Kontakt – weniger als zwei Meter Distanz und länger als 15 Minuten – mit einer infektiösen Person für eine Ansteckung erforderlich.

Was ist das Coronavirus?Das Virus stammt ursprünglichvon Tieren und wurde auf den Menschen übertragen– vermutlich auf einem Wildtier- und Fischmarkt in der chinesischen Stadt Wuhan. Ende Dezember 2019 entdeckten Experten bei Patienten erstmals dieses bislang unbekannte Virus mit der Bezeichnung 2019-nCoV. Seither wird es von Mensch zu Mensch übertragen und breitet sich weiter aus. In der Schweiz wurde bis heute bei niemandem das Virus nachgewiesen.

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