Weniger Einnahmen auf dem Land – Zertifikatspflicht kostet Beizen 17 Prozent Umsatz

Eine Woche Zertifikatspflicht: Erste Daten zeigen, wie viel Umsatz Restaurants einbüssen - und welche Beizen besonders leiden.

21.09.2021 22:00:00

Eine Woche Zertifikatspflicht: Erste Daten zeigen, wie viel Umsatz Restaurants einbüssen - und welche Beizen besonders leiden.

Erste Echtzeit-Daten zeigen, dass allein vergangene Woche fast 20 Millionen Franken weniger für Restaurantbesuche ausgegeben wurden. Vor allem Land-Beizen leiden.

113,2 Millionen Frankenkonsumiert.So ein starker Rückgang bei den Transaktionen in Restaurants wurde seit der Wiedereröffnung der Gastronomiebetriebe nicht verzeichnet. «Der Knick zeigt den Sondereffekt, den die Einführung des Zertifikats hatte», so Matthias Fengler, Professor für Ökonometrie an der Universität St. Gallen.

«Die Umsatzeinbrüche sind auf die Zertifikatspflicht in der Gastronomie zurückzuführen», sagt auch Patrik Hasler-Olbrych, Sprecher des schweizerischen Gastronomieverbandes Gastro Suisse. Bei vielen Betrieben sei der Umsatz schon in den ersten Tagen erheblich eingebrochen.

Urs Pfäffli, Präsident des Verbands Gastro Zürich City, erklärt, dass ihm viele Wirte von Stornierungen am ersten Tag der Zertifikatspflicht berichtet haben. «Am Anfang waren es sich die Leute nicht gewohnt, vielleicht wird es nun in der zweiten Woche besser», so Pfäffli. headtopics.com

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Grössere Einbussen auf dem LandEin Blick auf die Daten zeigt auch, dass Gastronomiebetriebe auf dem Land und in der Agglomeration stärker von den Rückgängen betroffen waren als die Beizen in den Städten. So verringerten sich die Umsätze in der Stadt um 12 Prozent. In Agglomerationen waren es 20,8 Prozent, und auf dem Land war der Rückgang mit 28 Prozent am grössten.

«Zu Beginn der Pandemie verlagerte sich der Konsum von der Stadt aufs Land. Nun ist es das erste Mal, dass die Innenstädte geringere Rückgänge verzeichneten als ländliche Regionen», sagt Matthias Fengler von der Uni St. Gallen. Eine tiefere Impfquote auf dem Land könnte hier ein Faktor sei. Aber auch andere Faktoren spielen mit: «Das Konsumverhalten ist stark saisonal bedingt – so spielt das Wetter oder die Ferienzeit eine Rolle, wie viel man gerade ausgibt.» Bei einer Stichprobe vergangene Woche hatten

einige Wirte in Städten sogar von steigenden Umsätzen berichtet.Verglichen mit den Daten aus den Jahren 2019 und 2020, zeigt sich, dass die Transaktionen in Gastronomiebetrieben seit der Wiedereröffnung der Restaurants dieses Jahr höher waren als noch vor der Pandemie. Dies sei aber weniger auf erhöhte Konsumausgaben zurückzuführen als vielmehr auf das vermehrte Bezahlen mit der Karte: So werden im Bericht von «Monitoring Consumption Switzerland» bei Ausgaben im Gastronomiebereich lediglich Kartentransaktionen erfasst. «Es hat insgesamt eine Verschiebung bei den Zahlungsmitteln gegeben: Vor der Pandemie zahlten circa 45 Prozent mit der Karte – heute sind es bereits 55 Prozent», erklärt Ökonom Fengler.

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Matthias Fengler von der Uni St. Gallen meint, dass voraussichtlich bis November mit einer Erholung der Umsätze zu rechnen sei. Auch Gastronomen rechnen mit einer baldigen Beruhigung der Lage. «Wir hoffen, dass der Schock nun verdaut ist und es bald auch mehr Geimpfte gibt, die wieder ins Restaurant kommen», so Gastro-Zürich-City-Präsident Pfäffli. Gäste, die für einen Restaurantbesuch einen Test benötigen, mussten sich erst einmal organisieren und zurechtfinden. «Wer aber nur einen Kaffee trinken gehen will, wird kaum dafür einen Test machen lassen.» headtopics.com

Umsatzeinbussen bis zu 50 Prozent befürchtetGastro Suisse hatte vor Einführung der Zertifikatspflicht bei seinen Mitgliedern eine Umfrage zur Ausweitung der Zertifikatspflicht und zur aktuellen Geschäftslage gemacht. Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe gab an, dass sie bei einer Einführung der Zertifikatspflicht sowie der Aufhebung der bestehenden Kapazitätseinschränkungen mit einer Umsatzeinbusse von mindestens 30 Prozent rechnen. Fast ein Viertel der Unternehmen rechnete mit Umsatzrückgängen von 50 Prozent und mehr.

Im Hinblick auf den Stadt-Land-Unterschied hiess es damals: «Für einige Betriebe, insbesondere in städtischen Gebieten, wo die Impfquote deutlich höher ist, ist eine Zertifikatspflicht besser tragbar. In ländlichen Gebieten sieht das aber ganz anders aus.»

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Eine nicht repräsentative Tamedia-Befragung bei denvon letzter Woche ergab, dass noch keine schlüssige Aussage über Veränderungen im Umsatz oder bei der Anzahl Gäste möglich war.Entschädigungen für Gastronomiebetriebe

Die Zertifikatspflicht in den Restaurants ist auch in Bundesbern zum Thema geworden. Der Waadtländer SP-Nationalrat Samuel Bendahan wollte in einem parlamentarischen Vorstoss vom Bundesrat wissen, wie die Landesregierung die Wirtinnen und Wirte vor den Folgen des neues Regimes zu schützen gedenke. headtopics.com

In seiner Antwort hält der Bundesrat fest, die Auswirkungen der ausgedehnten Zertifikatspflicht seien nicht vergleichbar mit den Folgen von Betriebsschliessungen, wie diese im vergangenen Jahr nötig gewesen seien. Es sei vielmehr denkbar, dass die Zertifikatspflicht die Nachfrage nach Restaurantbesuchen erhöhe, da für Geimpfte, Genesene und Getestete in den Lokalen keine Mundschutzpflicht mehr gelte. Schliesslich hält der Bundesrat fest, dass Restaurants in wirtschaftlicher Schieflage nach wie vor eine Entschädigung für Kurzarbeit verlangen können.

Jon Mettlerist seit 2018 Wirtschaftsredaktor bei der Zentralredaktion von Tamedia. Er berichtet über Telekommunikation, Digitalisierung, Tourismus und die Uhrenindustrie. Für seine datenjournalistische Analyse von Urteilen des Berner Obergerichts erhielt er 2015 den Nebenmedienpreis des Schweizerischen Anwaltsverbands.

Publiziert heute um 19:26 Uhr

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GastroSuisseCH Wenn wir ALLE einfach nicht mehr mitmachen, sich dem Diktat nicht beugen würden ? Sie könnten nix machen.... nix (sie aka die Regierung) hahaha, und schon wird wieder rumgenölt, Zertifikatpflicht ist Schuld am Umsatzeinbruch mimimi - NEIN, die UNGEIMPFTEN sind es, ihr 🤡🤡🤡 GastroSuisseCH Wäre schön einmal die echten Zahlen zu lesen und nicht eure jonglierte 💩Aber das wirds bei diesem roten Pack wohl nie geben 👋

Ach kommt jetzt bloss nicht scheinheilig. Solidarität kann da ja wohl nicht dasselbe sein, oder? Oder vielleicht hat unsere gesellschaft solidarität nicht verstanden? Sobald die Tests kostenpflichtig werden wird es richtig spannend. Super… hoffentlich boykottieren all die Beizen die da mitmachen Ich auf jedenfalls Unterstütze keine Apartheid Restaurants migros

Völlig überraschend

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