Wacht auf liebe Senioren!

Ältere Menschen zu diffamieren ist falsch. Aber sie müssen umdenken. Jetzt.

08.04.2020 12:31:00

Nicht erst seit der Coronakrise werden Betagte leider oft diffamiert. Aber auch sie müssen bereit sein, dazuzulernen, sagt WirthTim.

Ältere Menschen zu diffamieren ist falsch. Aber sie müssen umdenken. Jetzt.

Foto: Urs JaudasDer Ton wird immer hässlicher. Im November noch war der Aufschrei gross, als die neuseeländische Grüne Chlöe Swarbrick einen älteren Parlamentarier mit «Okay,Boomer» abspies. Das ist im Vergleich zu jetzt harmlos. «Boomer Remover» wird das Coronavirus in den sozialen Medien genannt: Covid-19 als Radiergummi, der die ältere Generation auslöscht. Nicht wenige interpretieren die Pandemie als Rache an den Alten. Die deutschen Rapper K.I.Z

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.verkündeten an einem Konzert, das Virus töte doch nur alte weisse Männer. Halb so wild also. Die Bloggerin Meike Lobo meinte, was gerade geschehe, sei einer «der natürlichsten und gesündesten Vorgänge der Welt». Und der Sa

tiriker Schlecky Silberstein bezeichnete Corona als gerecht, weil «die Generation 65 plus diesen Planeten in den letzten 50 Jahren voll gegen die Wand gefahren hat».Wer solches von sich gibt, disqualifiziert sich selbst. Die Aussagen sind Ausdruck einer Altersdiskriminierung, die genau

so verurteilt gehört wie Rassismus und Sexismus. Auch die Schweizer Journalistin Nadine Jürgensen geht zu weit. «Ich würde punkto Babyboomer sogar zu der Aussage stehen, dass alle über 65 auch nicht mehr abstimmen sollen», schrieb sie auf Twitter (und löschte, offenbar gescheiter geworden, die Aussage später wieder). Solche Forderungen zielen darauf ab, die Senioren zu entmündigen

,und schaden damit der Demokratie. Aber es kommt darin ein Grundgefühl zum Ausdruck: die Kritik der jüngeren Generationen am Verhalten der Alten. Und die ist berechtigt, sehr sogar.Das Senioren-Bashing hat nichts mit fehlender Empathie zu tun, sondern spiegelt den Frust der Jungen über ihre politische Ohnmacht.

Es sind gerade junge Menschen, die wegen Corona auf vieles verzichten müssen. Sie sind vernünftig, weil sie Risikopatienten schützen, vor allem Seniorinnen also – und diese sind nicht immer dankbar. Ältere Tessiner fahren mit dem Auto in den Kanton Uri, um trotz Ausgehverbot shoppen zu können. Die Pro Senectute Zurzach lässt sich von ihrer Märzwanderung ins Birstal nicht abhalten. Carla Bruni Sarkozy hustet an einer Modeschau als Witz andere Gäste an und sagt: «Wir sind die ältere Generation. Wir haben vor nichts Angst. Auch nicht vor Corona

.»Es ist diese Sorglosigkeit und Kurzsicht, welche junge Menschen stört, nicht erst seit der Pandemie. Wenn der Unternehmer «Hausi»Leutenegger (80) in einem Interview erzählt, dass er sich nicht um den Klimawandel schert,und Christoph Blocher (79) sagt, dass die Schweiz eh nichts am Klima ändern könne, dann führen sie jungen Menschen eine Welt vor, in der niemand alt werden will.

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Das Senioren-Bashing hat nichts mit fehlender Empathie zu tun, sondern spiegelt den Frust der Jungen über ihre politische Ohnmacht. Denn dass die Jungen von den Alten politisch fremdbestimmt werden, ist eine Tatsache.In der vergangenenLegislatur haben die älteren Stimmberechtigten

fast nie verloren, wie die «NZZ am Sonntag»berechnete. Die AHV-Reform, der Stopp der Atomkraftwerke, eine grünere Wirtschaft:Die Jungen wollten, die Alten verhinderten.Die ältere Generation vom politischen Prozess auszuschliessen, ist falsch, über Reformen nachzudenken

aber richtig. Die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) schlug vor, die Stimmen der jüngeren Menschen höher zu gewichten. Avenir Suisse dachte über ein Stimmrecht ab Geburt nach, wobei die Eltern bis zur Volljährigkeit für die Kinder wählen. Interessant ist auch die Idee des deutschen Klimaforschers

HansJoachim Schellnhuber: Ihm schwebt ein «Klima-Corona-Vertrag» vor:wechselseitige Solidarität. Denn wer achtlos Viren weitergebe, gefährde das Leben der Grosseltern. Wer achtlos CO2 ausstosse, jenes der Enkel.Der Philosoph Ludwig Hasler (75) beschrieb in den CH-Media-Zeitungen das Ideal des Seniors

Weiterlesen: Tages-Anzeiger »

Wenn man das Senioren-Bashing in den sozialen (in Wahrheit eher unsozialen) Netzwerken verfolgt könnte einem bang werden. Das ist nicht Diffamierung oder Diskriminierung sondern eine Art Sexismus, denn alte weisse Männer sterben besonders häufig an Covid-19. Viele Senioren sind gegen die massiven Eingriffe in die Freiheitsrechte. Wir Senioren möchten nicht, dass die Wirtschaft runtergefahren und an die Wand gefahren wird und schon gar nicht wegen uns. Ich warne vor regulatorischem Übereifer.

WirthTim Ich habe diesen interessanten Meinungsartikel hier zitiert: WirthTim Die ältesten Babyboomer sind aktuell um die 70. Sie gehören damit zum 'unteren Rand' der Risikogruppe. Als 'Betagte' gehen diese mehrheitlich noch nicht durch. Aber welche Gruppe wird heutzutage nicht diffamiert. WirthTim Sorglosigkeit!!? Viele von uns sind seit Jahrzehnten politisch aktiv, um die Lage zu verbessern. Dringend. Ich nehme 'OK Boomer' von Niemand an.

WirthTim Genau: Alle Alten sind wie Blocher und Hausi. Und der ist nicht mal mehr so gehaltvoll wie der Blick. WirthTim Die Millennial Generation ist ein DRAMA für Demokratie und Ethik. Es sind meistens Apparatchiks ohne werte und Prinzipien der mit EU/UN Globalistiche Propaganda erzogen sind. Globalistiche Schafe und Kollaborateure die individuelle Freiheit und Demokratie zur gründe bringen.

WirthTim wenn man sich zwischen jung und alt befindet, neigt man dazu bei den jungen leistung first einzuklagen und bei den alten den kapitalismuss egoissmuss abzulegen ....

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