«Viel zu simpel»

«Da geht die Satire in eine völlig falsche Richtung.» (Abo+)

22.10.2019

«Da geht die Satire in eine völlig falsche Richtung.» (Abo+)

Judaist Caspar Battegay sieht die «Wolkenbruch»-Bestseller kritisch. Sie vertieften die Kluft zwischen Juden und Nichtjuden in der Schweiz.

Fragt sich halt, was man mit den Stereotypen genau anstellt. Die Romane von Meyer «verheben» einfach nicht, um einen passenden Helvetismus zu verwenden. Dem Autor fehlt offensichtlich das kulturelle Wissen, um souverän mit den Stereotypen umgehen zu können. Das zeigt sich etwa am von Meyer verwendeten Pseudojiddisch, das das echte Jiddisch letztlich infantilisiert. Andererseits überzeichnet Meyer die jüdischen Stereotypen nicht stark genug, als dass sie als solche erkenntlich werden. Meyers Romane vertiefen die Kluft zwischen Juden und Nichtjuden in der Schweiz, der Autor bestätigt einfach Vorurteile und Hierarchien.

Meyers Bücher sind doch vor allem ein Brückenschlag: Schweizer, denen jüdische Milieus bisher völlig fremd waren, bekommen eine Einsicht.

Ganz kann ich ihn mir auch nicht erklären. In den USA wäre Meyers Erfolg jedenfalls undenkbar. Dort gibt es einfach zu viele gute Bücher über Juden und übers Judentum, als dass ein mittelmässiger Roman noch so viele Leser finden könnte. Ich befürchte auch, dass Meyer diese vielen guten Bücher selber gar nicht gelesen hat – und so auch nicht bemerkte, mit wem er da eigentlich konkurrenziert. Wie hoch die Messlatte tatsächlich ist. Das gehört ja mit zu den Aufgaben der Literaturkritik, wie ich sie verstehe: einen Stoff einzuordnen und zu vergleichen.

Der Trailer zur Verfilmung des ersten «Wolkenbruch»-Romans.

Verschliesst die Linke die Augen vor dem Antisemitismus arabischer Migranten, die mit dem Syrienkrieg nach Europa flüchteten?

Anfänglich hat sie sicherlich eine Abwehrreaktion ausgelöst, die antisemitische Züge haben konnte. Auf lange Sicht hat die Debatte aber einen realistischen Blick auf die Schweizer Geschichte begünstigt und auch den Blick für den extremen Antisemitismus geschärft, der zur Nazizeit auch in der Schweiz grassierte.

Tut der Staat Schweiz genug? Etwa zum Schutz der Synagogen?

Auswandern nach Israel ist immer ein Thema unter Schweizer Juden. Nicht nur wegen der Bedrohungslage. Sondern weil die jüdische Gemeinschaft so klein ist. Ein Bekannter sagte mir, bevor er mit seiner Familie nach Israel zügelte, er wolle seinen Kindern das jüdische Leben und die jüdische Kultur in allen Facetten erlebbar machen. Und das sei in der Schweiz einfach nicht möglich.

Weiterlesen: Tages-Anzeiger

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