Trotz positiver Fälle dürfen Kinder weiter in Luzerner Kita | zentralplus

An einer Kita am Luzerner Kantonsspital werden zwei Kinder positiv getestet. Sie gehen in Isolation und für den Rest geht der Kita-Alltag unbeschwert

Kita, Isolation

24.01.2022 21:31:00

An einer Kita am Luzerner Kantonsspital werden zwei Kinder positiv getestet. Sie gehen in Isolation und für den Rest geht der Kita -Alltag unbeschwert weiter. Ist das fahrlässig? KantonsspitalLU

An einer Kita am Luzerner Kantonsspital werden zwei Kinder positiv getestet. Sie gehen in Isolation und für den Rest geht der Kita -Alltag unbeschwert

RedaktionMichelle KellerZwei Kinder einer Kita am Luzerner Kantonsspital werden positiv auf das Corona-Virus getestet. Quarantäne für die restliche Gruppe? Fehlanzeige. Die restlichen Kinder müssen auch keinen Test machen. Die Kita-Leitung schickt den Eltern der betroffenen Kita ein Schreiben, worin sie die Eltern bittet, ihre Kinder gut zu beobachten. Alle Kinder dürften aber wie gewohnt zur Kita kommen, sofern sie denn gesund seien.

Eine besorgte Mutter kann das Vorgehen nicht verstehen, wie sie zentralplus schreibt: «Ich finde dies skandalös. Man ist völlig hilflos ausgeliefert – die Kleinsten, welche PIMS oder auch Long Covid bekommen können, werden null geschützt und eine Durchseuchung regelrecht vorangetrieben!» Mit diesen Vorwürfen konfrontiert, hält die pädagogische Leiterin der small Foot AG, Lea Catenazzi, fest: Man hätte strikt nach Vorgaben des kantonalen Contact-Tracing agiert.

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weiter. Ist das fahrlässig? Nein. Denn die Kita handelt genau nach kantonalen Vorgaben. Redaktion Michelle Keller Zwei Kinder einer Kita am Luzerner Kantonsspital werden positiv auf das Corona-Virus getestet. Quarantäne für die restliche Gruppe? Fehlanzeige. Die restlichen Kinder müssen auch keinen Test machen. Die Kita-Leitung schickt den Eltern der betroffenen Kita ein Schreiben, worin sie die Eltern bittet, ihre Kinder gut zu beobachten. Alle Kinder dürften aber wie gewohnt zur Kita kommen, sofern sie denn gesund seien. Eine besorgte Mutter kann das Vorgehen nicht verstehen, wie sie zentralplus schreibt: «Ich finde dies skandalös. Man ist völlig hilflos ausgeliefert – die Kleinsten, welche PIMS oder auch Long Covid bekommen können, werden null geschützt und eine Durchseuchung regelrecht vorangetrieben!» Mit diesen Vorwürfen konfrontiert, hält die pädagogische Leiterin der small Foot AG, Lea Catenazzi, fest: Man hätte strikt nach Vorgaben des kantonalen Contact-Tracing agiert. Stundenlang spielen ist kein «enger Kontakt» Wie Catenazzi beschreibt, waren sie selbst überrascht über die Antwort seitens Kanton. Bis im Dezember 2021 schrieb der Kanton Luzern noch vor, dass Kita-Leiterinnen ab zwei positiven Fällen eine Gruppenquarantäne verhängen müssen. Sie hätten deshalb «explizit nachgefragt, ob bei mehreren positiven Fällen in einer Kita-Gruppe eine Gruppenquarantäne durchgeführt wird.» Das Contact Tracing verneinte dies. Auch eine Testpflicht- oder Aufforderung habe der Kanton nicht angeordnet. Lediglich die Anweisung, die Eltern zu informieren – was Catenazzi auch gemacht hat. Im Schreiben werden Eltern darauf hingewiesen, sie sollen ihr Kind gut auf auftretende Symptome beobachten. Andernfalls gehe der Kita-Alltag normal weiter. Beim Vorgehen halte die small Foot Kita sich an die Vorgaben des Branchenverbands Kibesuisse. Eigenständig Tests oder eine Quarantäne anzuordnen läge zudem nicht in der Kompetenz der Kita, so Catenazzi. Doch viele der Eltern hätten von sich aus ihre Kinder testen lassen. «Wir haben explizit nachgefragt, ob bei mehreren positiven Fällen in einer Kita-Gruppe eine Gruppenquarantäne durchgeführt wird.» Lea Catenazzi, Leiterin small Foot AG Der Fall wirft Fragen auf – denn gemäss aktuellen BAG-Empfehlungen müssen Personen, die engen Kontakt mit einer positiv getesteten Person haben, in die sogenannte Kontaktquarantäne. Kinder, die mehrere Stunden pro Tag miteinander spielen. Intuitiv gilt das als enger Kontakt, nicht? Das kantonale Gesundheits- und Sozialdepartement (GSD) verneint. Als enger Kontakt gelte nur «haushaltsähnlicher Kontakt». Also Personen im gleichen Haushalt oder beispielsweise Grosseltern, die die Kinder regelmässig betreuen. Regelmässig Kinder betreuen tun auch die Kitas – doch das zählt gemäss dem GSD trotzdem nicht als «enger Kontakt». Sind Kitas systemrelevant? GSD verneint Catenazzi vermutet auf Anfrage, dass mit der Lockerung der Gruppenquarantäne-Regeln möglichst Schliessungen verhindert werden sollten. Gerade der Standort am Kantonsspital sei für die dortigen Angestellten von grosser Wichtigkeit, «da die Spitäler zeitweise sehr stark auf ihr Personal angewiesen waren». Denn die Omikron-Welle hat auch zu vielen Ansteckungen beim Spitalpersonal geführt ( ). Würden nun so viele Kinder gleichzeitig in Quarantäne geschickt werden, gerieten die Eltern in organisatorische Schwierigkeiten. Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie herausfordernd es für Eltern ist, Beruf, Familie und Kinderbetreuung zu vereinbaren (