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«Traurige Gen Alpha»: Warum man Studien über ganze Generationen kritisch lesen sollte

«Generation Alpha ist die traurigste»: Warum du bei diesen Prognosen aufpassen solltest.

20.10.2021 10:24:00

«Generation Alpha ist die traurigste»: Warum du bei diesen Prognosen aufpassen solltest.

Eine neue Deutsche Studie zeigt: Die Generation Alpha ist extrem unglücklich. Doch die Generationen-Schubladisierung sollte vorsichtig betrachtet werden.

Grundlage der StudieDas Deutsche Institut für Generationenforschung hat für die Untersuchung zur Generation Alpha während einem Jahr 1'231 Pädagog:innen befragt. Sie sollten ihre Einschätzungen zu den null- bis zehnjährigen Kindern, die sie betreuen, abgeben. Ausserdem wurden 652 Eltern zu ihrem Erziehungsverhalten befragt.

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Dass eine Generation schlimm und besorgniserregend ist, scheint ein Dauerbrenner zu sein. So gilt bereits die Vorgängergeneration «Z» als «verwöhnt» und «süchtig» nach ihrem Smartphone und die Kinder der «Generation Y», englisch ausgesprochen «Generation why», wissen nicht, was sie eigentlich wollen. Auch die Generation X gilt als verwöhnt, die den Wohlstand ihrer Boomer-Eltern geniessen.

Neu ist der kritische Blick auf die Heranwachsenden keineswegs. Schon Sokrates liess an derJugendseiner Zeit kein gutes Haar: «Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.» Zu diesem Urteil kam der griechische Gelehrte gut 500 Jahre v. Ch. headtopics.com

Kritik an GenerationenforschungDie Generationenforschung will nun die Eigenschaften von einzelnen Generationen mit wissenschaftlichen Befunden darstellen. Allerdings tut sie das nicht ohne Gegenwind. Schon im Jahr 2018 wurde Kritik laut. Hannes Zacher, Professor für Arbeitspsychologie von der Universität Leibzig, war besonders deutlich. Gegenüber dem deutschen Fernsehsender

sagte er: «Es gibt eine grosse Generationen-Industrie: Mit dem Thema Generationen und Generationenunterschiede lassen sich sehr gut Bücher und Workshops verkaufen und auch ganze Beratungsunternehmen führen. Die wissenschaftliche Evidenz, die methodische Qualität der Studien ist äusserst fragwürdig».

39 unerwartet abstrakte Comics, die Millennials verstehen1 / 4139 unerwartet abstrakte Comics, die Millennials verstehenEine kurze Recherche bestätigt: Das eingangs erwähnte Institut für Generationenforschung dürfte ordentlich Geld mit seiner Arbeit machen. Es ist keine universitäre Einrichtung mit öffentlichem Auftrag, sondern eine GmbH. Der Studienleiter und Firmengründer Rüdiger Maas hat kürzlich ein Buch angekündigt mit dem Titel «Generation lebensunfähig». Ausserdem bietet die Firma Workshops für Unternehmen an, in denen erarbeitet werden soll, wie man Arbeitnehmende aus einer bestimmten Generation motivieren und an sich binden kann.

Auch andere Studien aus der Generationen- oder Zukunftsforschung stammen häufig von privatwirtschaftlichen Firmen. Dabei stehen sie meist im Zusammenhang mit Arbeitsoptimierung der jeweiligen Generation. So titelte etwa das deutsche Zukunftsinstitut ihre 2013 erschienene headtopics.com

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: «Generation Y - Das Selbstverständnis der Manager von morgen.»Psychologe bestreitet klare KategorienForschungprivatwirtschaftlich betrieben wird, ist nicht der einzige Kritikpunkt von Arbeitspsychologe Zehnder. Auch auf wissenschaftlicher Ebene sei einiges falsch: So würden die Studien die Grenzen der Generationen nicht klar definieren. Die einen bezeichnen etwa das Jahr 1995 als das Ende der Millennials, andere das Jahr 1999. Dadurch seien die Studien untereinander schon mal nicht vergleichbar, sagt Zacher gegenüber «mdr». Was für den Professor allerdings noch mehr ins Gewicht fällt: «Es wird nicht auseinandergehalten, ob Unterschiede sich aufgrund des Lebensalters ergeben, aufgrund des Geburtsjahrs oder aufgrund des Kontexts, in dem die Studie stattgefunden hat.»

Zacher streitet nicht ab, dass es Unterschiede gibt. «Wir verändern uns mit zunehmendem Alter. Viele Menschen werde etwa verträglicher und gewissenhafter», sagt der Professor. Dass etwa Millenials früher Erfahrung mit neuen Technologien gemacht haben, bedeute nicht, dass sie komplett unterschiedliche Eigenschaften hätten. «Ich wehre mich gegen diese Bezeichnungen von Generationen mit sehr stabilen Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmalen wie Zuverlässigkeit oder Leistungsfähigkeit», so Zacher.

Kritik an der Alpha-StudieZachers Kritik liegt einige Jahre zurück. Die neue Studie über die Generation Alpha wird allerdings auch hierzulande mit Bedenken beäugt. So etwa von Lennart Schalk, dem Leiter des Instituts für Unterrichtsforschung und Fachdidaktik der Pädagogischen Hochschule Schwyz. Er fände es schwierig, dass die Generation Alpha Kinder mit Jahrgang 2010 bis 2025 umfassen soll. «Die letzten vier Jahrgänge sind also noch gar nicht auf der Welt», sagt er gegenüber

.Kritisch ist auch Susanne Walitza, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –Psychotherapie der Psychiatrischen UniversitätsklinikZürich. Sie sagt: «1231 Pädagoginnen anonym 22’511 Kinder beurteilen zu lassen und circa 600 Eltern zu befragen, lässt kaum repräsentative Rückschlüsse auf alle Kinder in Deutschland zu.» Überhaupt sind die Fragebögen, die für die Studie verwendet wurden, nicht publik. headtopics.com

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