Ticker zu Bidens Amtseinführung – +++ Schweizer Botschafter dämpft Erwartungen an neue US-Regierung +++ Trump verteidigt seine Regierungsbilanz

Heute findet die Amtseinführung des nächsten US-Präsidenten, Joe Biden, statt. Wir berichten laufend.

20.01.2021 13:02:00

Heute findet die Amtseinführung des nächsten US-Präsidenten, Joe Biden, statt. Wir berichten laufend.

Heute wird Joe Biden als 46. Präsident der USA vereidigt. Angst vor Gewalt militanter Trump-Fans überschattet die Amtseinsetzung. Wir berichten laufend.

EU bietet Biden «neuen Gründungspakt» für Beziehungen anDie Spitzen der Europäischen Union haben dem neuen US-Präsidenten Joe Biden eine enge Partnerschaft und einen Neuanfang in den transatlantischen Beziehungen angeboten. EU-Ratspräsident Charles Michel schlug Biden am Mittwoch im Europaparlament einen «Gründungspakt» für eine bessere Welt vor.

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Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte einige konkrete Punkte, unter anderem zur Zusammenarbeit gegen Corona und den Klimawandel.So sagte von der Leyen, sie freue sich auf den Beitritt der USA zur Impfallianz Covax, die für eine faire internationale Verteilung von Impfstoffen eintritt. Für den Klimaschutz regte sie eine Kooperation beim Emissionshandel und eine «Allianz für grüne Technologien» an. Für den Datenschutz und die Regulierung der Internetkonzerne nannte sie die Option eines «gemeinsamen Trade- und Technologie-Councils».

U-Ratspräsident Charles Michel.Foto: KeystoneSowohl Michel als auch von der Leyen zeigten sich wenige Stunden vor der Amtseinführung Bidens offen erleichtert über das Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump. Die Beziehungen hätten unter Trump sehr gelitten, sagte Michel. Von der Leyen zitierte den Dichter Hermann Hesse: «Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.» Die Welt warte darauf, «dass die USA in den Kreis gleichgesinnter Staaten zurückkehrt». headtopics.com

Zugleich sagte von der Leyen: «Präsident Trump mag in wenigen Stunden Geschichte sein. Seine Anhänger aber bleiben.» Mehr als 70 Millionen Menschen hätten Trump gewählt. Einige Hundert hätten vor wenigen Tagen das Kapitol gestürmt. Von der Leyen brachte dies in Verbindung mit Hassbotschaften und Fake News (Falschmeldungen) in den sozialen Medien. Auch Europa sei vor solchen Entwicklungen nicht gefeit – auch hier gebe es Menschen, die sich benachteiligt fühlten oder einer «oft wirren Melange völlig absurder Hirngespinste» anhingen, sagte sie.

09:49 UhrSchweizer Botschafter in USA skeptisch für bilaterale BeziehungenDer seit Herbst 2019 amtierende Schweizer Botschafter in den USA, Jacques Pitteloud, sieht mit dem Machtwechsel in Washington keine Dynamik in den bilateralen Beziehungen aufkommen. Die neue US-Regierung werde wahrscheinlich nicht viel Zeit für die Schweiz haben.

Der Schweizer Botschafter in den USA, Jacques Pitteloud, hat die Erwartungen an die neue US-Regierung bei der Zusammenarbeit mit der Schweiz gedämpft.Foto: Christian Beutler (Keystone)Dies sagte der Schweizer Spitzendiplomat dem «Blick» vom Mittwoch. Die neue US-Regierung habe einfach zu viele Probleme zu lösen, erklärte Pitteloud weiter.

Stabilität bei «Guten Diensten»Auch für ein Freihandelsabkommen der Schweiz mit den Vereinigten Staaten von Amerika zeigte er sich skeptisch. «Die neue Regierung um Joe Biden muss sicher erst mal mit anderen Problemen befassen», wiederholte er seine Aussagen zu den generellen bilateralen Beziehungen. Hätte Donald Trump eine zweite Amtszeit als US-Präsident bekommen, hätte die Schweiz vielleicht eine etwas grössere Chance für ein Freihandelsabkommen gehabt, führte der 58-jährige Schweizer Diplomat weiter aus. «Aber wir werden uns weiterhin um ein Freihandelsabkommen bemühen», sagte Pitteloud gegenüber dem «Blick». headtopics.com

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Für die Vertretung der US-Interessen in der Islamischen Republik Iran durch die Schweiz erwartet er dagegen kaum Änderungen. Die Hochs und Tiefs zwischen den beiden Staaten habe es seit 40 Jahren gegeben, hiess es. Aber sowohl in den USA als auch im Iran stünden in diesem Jahr Machtwechsel an – «das ist eine delikate Zeit», erklärte er. «Die Schweizer Diplomaten in Washington und Teheran stellen jederzeit sicher, dass Nachrichten zwischen den beiden Regierungen so rasch wie möglich übermittelt werden», hob Pitteloud diesbezüglich hervor.

02:00 UhrTrump: «Beten für Bidens Erfolg»Der scheidende US-Präsident Donald Trump hat in seiner Abschiedsrede seine Regierungsbilanz verteidigt. Der Republikaner nahm in einer Videoansprache am Dienstag zahlreiche Erfolge in der Innen-, Wirtschafts- und Aussenpolitik für sich in Anspruch: «Wir haben amerikanische Stärke zu Hause wiederhergestellt – und amerikanische Führung im Ausland.» Zugleich rief Trump zum Gebet für die Regierung seines Nachfolgers Joe Biden auf, ohne den Demokraten auch nur ein Mal namentlich zu erwähnen.

«Zusammen mit Millionen hart arbeitenden Patrioten im ganzen Land haben wir die grossartigste politische Bewegung in der Geschichte dieses Landes aufgebaut», sagte Trump in der im Weissen Haus aufgezeichneten knapp 20-minütigen Rede. «Wir haben auch die grossartigste Wirtschaft in der Geschichte der Welt aufgebaut.»

Die USA würden in der Welt wieder «respektiert», beteuerte Trump, dessen Amtszeit am Mittwochmittag endet. «Ich bin besonders stolz darauf, der erste US-Präsident seit Jahrzehnten zu sein, der keine neuen Kriege begonnen hat.» headtopics.com

Der umstrittenste US-Präsident der vergangenen Jahrzehnte bezeichnete auch seinen Kampf gegen die Corona-Pandemie als grossen Erfolg – an dem Tag, an dem die Zahl der Corona-Toten in den USA die Schwelle von 400.000 überschritt. Trump hob dabei insbesondere die schnelle Entwicklung von Impfstoffen hervor.

In seiner Rede rief der scheidende Präsident die US-Bürger auf, für den Erfolg der Regierung seines Nachfolgers Biden zu «beten»: «Diese Woche führen wir eine neue Regierung ins Amt ein und beten für ihren Erfolg, Amerikas Sicherheit und Wohlstand zu bewahren."

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Der Rechtspopulist hat seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November bis heute nicht klar eingeräumt und Biden auch nicht zu dessen Sieg gratuliert. Trump hatte vielmehr wochenlang ohne jede Beweise angeblichen Wahlbetrug angeprangert und versucht, den Wahlausgang zu kippen.

Am 6. Januar stürmten radikale Trump-Anhänger dann den US-Kongress, um die endgültige Bestätigung von Bidens Wahlsieg zu verhindern. Trump hatte seine Anhänger zuvor in einer aufwieglerischen Rede zum Marsch auf das Kapitol aufgerufen und wird deswegen für die Gewalt mitverantwortlich gemacht. Das US-Repräsentantenhaus leitete vor einer Woche ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen «Anstiftung zum Aufruhr» ein.

In seiner Abschiedsrede verurteilte Trump die Kapitol-Erstürmung. «Politische Gewalt ist ein Angriff auf alles, was wir als Amerikaner wertschätzen. Sie kann nie toleriert werden.» An seine Anhänger gerichtet sagte Trump weiter: «Die Bewegung, die wir begonnen haben, ist nur der Anfang.»

Trump wird Bidens Vereidigung am Mittwoch nicht beiwohnen, sondern vor der Zeremonie in sein Anwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida fliegen. Er ist der erste Präsident seit mehr als 150 Jahren, der der Amtseinführung seines Nachfolgers fernbleibt.

Gestern, 22:30Biden in Washington eingetroffenDer künftige Präsident Joe Biden ist zu seiner Amtseinführung in Washington eingetroffen. Er landete am Dienstagnachmittag (Ortszeit) auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews unweit der US-Hauptstadt, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Zuvor hatte er sich von seinem Heimatbundesstaat Delaware sichtlich gerührt verabschiedet. (sda)

Joe Biden bei seiner Rede in Wilmington (Delaware).Quelle: Webvideo TamediaDer Zeitplan zu Bidens InaugurationDer Ablauf des historischen Tages nach Angaben des Weissen Hauses und des Biden-Teams:14.00 UhrMEZ (8.00 Uhr Ortszeit): Donald Trump und First Lady Melania Trump verlassen das Weisse Haus. Sie fliegen mit dem Präsidenten-Hubschrauber Marine One zum Militärflughafen Andrews, wo eine Abschiedszeremonie stattfindet. Danach reisen sie ein letztes Mal mit dem Regierungsflugzeug Air Force One nach Palm Beach (Florida), wo Trumps Club-Resort Mar-a-Lago liegt.

14.45 UhrMEZ (8.45 Uhr Ortszeit): Biden, die künftige First Lady Jill Biden, die gewählte Vizepräsidentin Kamala Harris und der künftige Second Gentleman Douglas Emhoff nehmen an einem Gottesdienst in der Matthäuskathedrale in Washington teil.

16.30 UhrMEZ (10.30 Uhr Ortszeit): Ankunft von Biden und Harris sowie ihren Ehepartnern an der Ostseite des Kapitols.17.15 UhrMEZ (11.15 Uhr Ortszeit): Biden und Harris sowie ihre Ehepartner nehmen an der Vereidigungszeremonie an der Westseite des Kapitols teil. Der scheidende Vizepräsident Mike Pence und die scheidende Second Lady Karen Pence werden den Feierlichkeiten am Parlamentsgebäude beiwohnen.

18.00 UhrMEZ (12.00 Uhr Ortszeit): Biden wird zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. Harris legt – als erste Schwarze – ihren Amtseid als Vizepräsidentin ab. Üblicherweise erfolgt zunächst die Vereidigung des Stellvertreters. Anschliessend hält Biden seine Antrittsrede. Bei den Amtsantritten von Barack Obama (2009) und Trump (2017) dauerten die Ansprachen jeweils rund 20 Minuten.

19.40 UhrMEZ (13.40 Uhr Ortszeit): Der neue Präsident und die neue Vizepräsidentin inspizieren Einheiten des US-Militärs bei einem Parademarsch an der Ostseite des Kapitols.20.25 UhrMEZ (14.25 Uhr Ortszeit): Biden, Harris und ihre Ehepartner nehmen an einer Kranzniederlegung am Grab des Unbekannten Soldaten auf dem Nationalfriedhof in Arlington teil.

21.15 UhrMEZ (15.15 Uhr Ortszeit): Biden, Harris und ihre Ehepartner erhalten eine Präsidenteneskorte ins Weisse Haus.23.15 UhrMEZ (17.15 Uhr Ortszeit): Präsident Biden unterzeichnet erste Anordnungen. Biden hat an seinem ersten Tag im Amt unter anderem eine Rückkehr der USA ins Pariser Klimaschutzabkommen und Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie versprochen.

23.45 UhrMEZ (17.45 Uhr Ortszeit): Präsident Biden vereidigt von ihm ernannte Mitarbeiter bei einer Online-Zeremonie.1.00 Uhr MEZ am Donnerstag(19.00 Uhr Ortszeit): Die neue Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, gibt ihr erstes Presse-Briefing.

2.48 Uhr MEZ am Donnerstag(20.48 Uhr Ortszeit): Biden, Harris und ihre Ehepartner nehmen am Festprogramm zur Vereidigung unter dem Motto «Celebrating America» (auf Deutsch in etwa: Amerika feiern) teil. Der Präsident und die Vizepräsidenten halten Ansprachen.

3.55 Uhr MEZ am Donnerstag(21.55 Uhr Ortszeit): Präsident Biden und die First Lady Jill Biden erscheinen auf dem Balkon des Blauen Raumes im Weissen Haus.EU-Kommission befürchtet weitere Angriffe wie Sturm auf US-KapitolVor dem Amtsantritt des künftigen US-Präsidenten Joe Biden hat die EU-Kommission Besorgnis über weitere Angriffe auf demokratische Institutionen in den USA geäussert. «Jeder, der den Angriff auf das Kapitol in Washington gesehen hat, muss sich Sorgen machen», sagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Vera Jourova, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwochsausgaben). «Ich hoffe sehr, dass während der Amtseinführung nichts passiert», fügte sie hinzu.

Ähnliche Vorfälle wie der Sturm auf das Kapitol durch Anhänger des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump seien auch in Europa möglich, warnte Jourova. «Auch in Europa gibt es leider Menschen, die glauben, die Demokratie sei nicht gut», sagte sie dem RND und fügte hinzu: «Wenn dann noch eine Person hinzukommt wie Trump, die diese Gruppe über die sozialen Medien anstachelt, dann können solche Angriffe überall geschehen.»

Vera Jourova, Vizepräsidentin der EU-Kommission.Foto: KeystoneJourova forderte die künftige US-Regierung auf, mit der EU über die Regulierung von Internet-Konzernen zu verhandeln. «Die US-Gesetze sind, was die Regulierung der Internetkonzerne angeht, nicht scharf genug», kritisierte sie. Dadurch komme es zu «willkürlichen Entscheidungen der Konzernspitzen».

Die EU-Kommissarin bezog sich dabei auf die Sperrung des Twitter-Accounts von Trump. Im Falle des US-Präsidenten hatte der Twitter-Konzern die Sperrung des Kontos veranlasst. Er begründete diesen Schritt mit der Gefahr von Posts, die zur Gewalt aufriefen.

«Wir mögen das in Trumps Fall für richtig halten, doch eine klare rechtliche Grundlage gibt es dafür nicht in den USA», sagte Jourova. Es könne nicht sein, dass die Geschäftsbedingungen der Online-Konzerne wichtiger seien als demokratische Gesetze, fügte sie hinzu.

Lady Gaga: «Tag des Friedens»Popstar Lady Gaga (34) schickt ihren Instagram-Fans am Abend vor der Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris aus Washington eine Botschaft zu. «Ich bete, dass morgen für alle Amerikaner ein Tag des Friedens ist. Ein Tag für Liebe, nicht Hass», schrieb die Sängerin am Dienstag zu einem Foto von sich, weiss gekleidet, in der Rotunde des Capitols. «Love, from the Capitol», vermerkte der Star.

Vorige Woche war bekannt geworden, dass Lady Gaga bei der Zeremonie am Mittwoch die US-Nationalhymne «Star Spangled Banner» singen wird. Die 34-Jährige («Poker Face») hatte Biden bereits mit einem Auftritt zum Abschluss seiner Wahlkampagne unterstützt.

Weitere Starauftritte sind nach der Vereidigung von Biden und Harris bei einer live übertragenen Sondersendung im Fernsehen geplant. Oscar-Preisträger Tom Hanks (64, «Philadelphia») soll das TV-Special «Celebrating America» (Wir feiern Amerika) moderieren.

«Vogue»-Sonderausgabe mit zweitem Harris-BildNach der Kontroverse um ein Foto der künftigen US-Vizepräsidentin Kamala Harris auf dem Titelblatt der «Vogue» hat die Modezeitschrift angekündigt, eine limitierte Auflage mit einem anderen Bild zu veröffentlichen. «Um diesen historischen Moment zu feiern, werden wir eine begrenzte Anzahl von Sonderausgaben der Einweihungs-Ausgabe veröffentlichen», teilte die Zeitschrift am Dienstag vor der Amtsübernahme von US-Präsident Joe Biden und seiner Stellvertreterin Harris mit.

Auf dem Titelblatt der Sonderauflage wird Harris in einem blauen Hosenanzug zu sehen sein. Dieses Bild war bereits für das digitale Cover der Februar-Ausgabe ausgewählt worden und fand im Netz grosse Zustimmung – anders als das kürzlich publik gemachte Titelfoto der Printausgabe.

Foto: AFPDas umstrittene Bild zeigt Harris lächelnd in T-Shirt und Blazer, in engen Jeans und Chucks. Die künftige Vizepräsidentin – die erste Frau und erste Afroamerikanerin in diesem Amt – steht dabei vor grünem und rosafarbenem Hintergrund.

Die Aufnahme sorgte schnell für Wirbel: Internetnutzer bezeichneten das Foto als Respektlosigkeit gegenüber der künftigen Nummer zwei der USA. Kritik wurde auch an der fahrig wirkenden Beleuchtung laut, die Harris bleich erscheinen lässt.

«Vogue»-Chefin Anna Wintour hatte das umstrittene Foto verteidigt. Die lässig wirkende Aufnahme sei «fröhlich und optimistisch», sagte sie. Das Foto sei «charmant und so entspannt» – und Harris sehe «fantastisch» aus.

Pence nimmt nicht an Trump-Abschied auf Militärflughafen Andrews teilUS-Vizepräsident Mike Pence will nicht zur geplanten Abschiedszeremonie von Präsident Donald Trump am Mittwochmorgen am Militärflughafen Andrews bei Washington kommen. Auf dem vom Weissen Haus veröffentlichten Programm des Vizepräsidenten für Mittwoch ist nur die Teilnahme von Pence und Second Lady Karen Pence an der Zeremonie zur Amtseinführung von Trump-Nachfolger Joe Biden am Kapitol in Washington vorgesehen, die um 11.30 Uhr (Ortszeit/17.30 MEZ) beginnen soll. Der Sender CNN berichtete, auf den Einladungen für den Trump-Abschied sei 8.00 Uhr als Starttermin angegeben. Trump will nach Medienberichten danach nach Florida fliegen.

CNN und die «Washington Post» zitieren Quellen aus dem Pences Umfeld, wonach die Teilnahme an beiden Veranstaltungen logistisch schwierig gewesen wäre. Die «Washington Post» verwies allerdings auch darauf, dass ein Hubschrauber die rund 21 Kilometer lange Strecke vom Weissen Haus zu dem Militärflughafen in zehn Minuten bewältigen könne. In seiner am Dienstag veröffentlichten Abschiedsbotschaft an die Nation danke Trump Pence zwar ausdrücklich. Zwischen dem Präsidenten und seinem Stellvertreter war es zum Schluss aber zum Bruch gekommen.

Mike Pence.Foto: KeystonePence hatte sich geweigert, Trumps Druck nachzugeben und die Zertifizierung der Ergebnisse der Präsidentenwahl vom 3. November im Kongress zu verhindern. Trump wollte so Bidens Wahlsieg in letzter Minute noch kippen. Der abgewählte Präsident hatte Pence daraufhin scharf kritisiert. Trump-Anhänger stürmten am 6. Januar das Kapitol, in dem die Sitzung zur Zertifizierung der Ergebnisse unter Pences Vorsitz stattfand – der Vizepräsident ist zugleich Präsident des Senats. Trump-Unterstützer skandierten unter anderem «Hängt Pence».

Trump hat angekündigt, der Vereidigung Bidens fernzubleiben. Er ist der erste Präsident seit Andrew Johnson 1869, der nicht an der feierlichen Amtseinführung seines Nachfolgers am Kapitol teilnimmt.Gestern, 20:55Trump reist noch vor Biden-Feier nach Florida

Donald Trump bleibt Joe Bidens Amtseinführung fern. Wenige Stunden vor der Inaugurationsfeier wird er das Weisse Haus und Washington verlassen. Medienberichten zufolge fliegt der scheidende Präsident am Mittwochmorgen (ab 7 Uhr Ortszeit, 13 Uhr MEZ) zu seinem Anwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida. Trump ist der erste amerikanische Präsident seit 1869, der an der Zeremonie zur Vereidigung seines Nachfolgers nicht teilnimmt. Dagegen wird der bisherige Vizepräsident Mike Pence an der Feier für den neuen Präsidenten erwartet.

An diesem 20. Januar könnte auch ein 32 Jahre alter Brauch im Weissen Haus zu Ende gehen. Seit Ronald Reagan haben alle scheidenden Präsidenten ihrem Nachfolger eine kurze Notiz auf dem Schreibtisch des Oval Office hinterlassen. Es ist denkbar, dass der scheidende Präsident Trump auch mit dieser Tradition bricht.

Trump-Residenz Mar-a-Lago in Palm Beach.Foto: KeystoneGestern, 20:30«Friedliche Machtübergabe» zugesichertDer noch amtierende US-Justizminister Jeffrey Rosen hat eine friedliche Vereidigung des künftigen Präsidenten Joe Biden zugesichert und mögliche Störer vor Konsequenzen gewarnt. «Am Mittwoch werden die Nation und die Welt Zeuge einer geordneten und friedlichen Machtübergabe in den Vereinigten Staaten», teilte Rosen am Dienstag mit. «Das Justizministerium wird niemanden tolerieren, der versucht, den Tag mit Gewalt oder anderem kriminellen Verhalten zu stören.» Polizisten und Soldaten der Nationalgarde seien rund um die Uhr in Washington im Einsatz, um die Sicherheit der Zeremonie zur Amtseinführung am Mittwoch vor dem Capitol zu gewährleisten.

Gestern, 19:45McConnell besucht mit Biden MesseDer wichtigste Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, wird am Mittwoch an einem Gottesdienst mit dem künftigen Präsidenten Joe Biden teilnehmen. Das gemeinsame Gebet kurz vor Bidens Amtseinführung sei eine «wichtige und symbolische Geste der Einheit», sagte der demokratische Senator Chris Coons, ein enger Vertrauter Bidens, am Dienstag im Nachrichtensender CNN. McConnell war in den vergangenen Jahren ein einflussreicher Verbündeter von Donald Trump. Er distanziert sich aber vom scheidenden Präsidenten nach dem Sturm von Trump-Anhängern auf das Capitol in Washington.

Gestern, 19:15Vier Jahre Trump in vier MinutenUnser USA-Korrespondent Alan Cassidy fragt sich, was von Donald Trumps Präsidentschaft bleiben wird. Schauen Sie seine Analyse an!Quelle: Webvideo TamediaGestern, 18:35Genauer Zeitplan noch unbekanntAus Gründen der Sicherheit haben die Veranstalter der Inaugurationsfeier von Joe Biden am Montag noch keinen genauen Zeitplan veröffentlicht. Bekannt wurde immerhin der grobe Ablauf des Anlasses, der am Mittwoch vor dem Capitol in Washington stattfindet.

Das offizielle Programm beginnt um 10 Ortszeit (16 MEZ) mit einem Livestream, der speziell an junge Amerikaner adressiert ist. Dabei soll es unter anderem eine Botschaft von der künftigen First Lady Jill Biden geben. Eine Uhrzeit für die Vereidigung und die Ansprache von Joe Biden wurde bisher nicht genannt, sie wird zwischen 11.30 und 12.30 Ortszeit (17.30 bis 18.30 MEZ) erwartet.

Danach wird der neue Präsident neben dem Capitol Einheiten des Militärs inspizieren und einen Kranz am Grab des Unbekannten Soldaten auf dem Nationalfriedhof Arlington niederlegen. Dabei sollen auch die früheren Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton anwesend sein. Anschliessend soll Biden vom Militär ins Weisse Haus eskortiert werden.

Tom Hanks führt durch das Unterhaltungsprogramm der Inaugurationsfeier.Foto: Keystone Weiterlesen: Tages-Anzeiger »

Ihr dürft zwischendrin schon auch mal absitzen. Ein US-Kabinett, das 'so aussieht wie Amerika'? Stellt Euch vor ein Kommunist wird Amerikas Präsident und keiner kommt. hahaha