Tessiner Grenzgemeinden fordern mehr Sicherheit - Blick

Grenzgemeinde in Angst: Schützt uns endlich vor den Kriminaltouristen!

12.9.2019

Grenzgemeinde in Angst: Schützt uns endlich vor den Kriminaltouristen!

Immer wieder wird in Häuser eingebrochen. Es werden Tankstellen überfallen, Bankomaten gesprengt. Woher die Täter kommen, weiss jeder: über die drei unbewachten Grenzübergänge im Ort. «Basta», sagen die Bürger nun und fordern von Bern eine bessere Überwachung.

Über den unbewachten Grenzübergang Ponte Cremenaga kommen und gehen viele Räuber. Zuletzt war es eine Bande, die im Juli 2019 einen Geldtransporter stahl und dessen Chauffeur als Geisel nahm.

Über den Grenzübergang Fornasette in Monteggio TI führt die Strasse nach Luino (I). Er dient aber auch als Schlupfloch für Kriminaltouristen.

Tankstellenbesitzer Carlo «Charly» Rondina (57) weiss, wie die Banden ticken: «Die Einbrecher kommen gern, wenn wir unsere Dorffeste feiern.»

Piero Marchesi (38), SVP-Gemeindepräsident von Monteggio TI, fordert von Bern und dem Tessiner Staatsrat mehr Kontrollen an den drei Grenzübergängen seiner Gemeinde.

Luftaufnahme des unbewachten Grenzübergangs Ponte Cremenaga von Monteggio TI.

Die Tessiner Grenzregion sei eine der gefährlichsten Ecken der Schweiz, meint Catherine Walter (51). Die Mutter und Hausfrau hatte jahrelang ein Schild «Bissiger Hund» am Gartenzaun, um Einbrecher abzuschrecken. «Seit der Personenfreizügigkeit ist die Zahl der Diebstähle stark gestiegen. Finstere Typen gibt es hier zuhauf. Einmal hielt ein weisser Lieferwagen vor meiner Haustür. Zwei Männer wollten mir eine Alarmanlage verkaufen.» Später habe die Polizei die beiden geschnappt. Es waren Einbrecher, die sich mit dieser Masche in die Häuser einschlichen.

Carlo «Charly» Rondina (57) hatte bislang Glück. Seine Tankstelle steht direkt am unscheinbaren Grenzübergang Cassinone. Überfallen wurde er in 30 Jahren noch nie. Doch wie die Kriminaltouristen ticken, weiss er zur Genüge: «Sie beobachten uns genau. Vor allem wenn wir unsere Dorffeste feiern, stehen Leute Schmiere und flüstern ihren Komplizen, wo die Luft rein ist, um einzubrechen.»

Monteggio aber steht nicht alleine da. Unter Kriminaltourismus leiden auch andere Grenzgemeinden. Und auch sie wollen sich wehren. Piero Marchesi weiss: «Bereits zehn weitere Gemeinden wollen Briefe an den Bund schreiben.» ��

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Die wichtigste Aufgabe eines Staates ist die Sicherung der Grenzen. Dafür sorgte früher das Grenzwachkorps. Tempi passati! Die Betroffenen, die nun schutzlos den Einbrechern ausgeliefert sind, tun mir leid. Sie erleben eine massive Verschlechterung ihrer Lebensqualität.

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