Tabu-Wörter und Geschlechterkonflikt – «Wir brauchen keine Sprachpolizei»

31.05.2021 23:00:00

Noch nie tobte der Kampf um das richtige Deutsch heftiger. Wer ist schuld? Linguist Thomas Niehr über Gender-Sternchen, Bullenschweine und das friedvoll entschlafene Fräulein.

«Wenn wir nicht mehr miteinander sprechen, dann schlagen oder schiessen wir. Somit ist der Streit um die Sprache per se nichts Unnötiges oder gar Unanständiges.» Linguist Thomas Niehr im Interview. (Abo)

Noch nie tobte der Kampf um das richtige Deutsch heftiger. Wer ist schuld? Linguist Thomas Niehr über Gender-Sternchen, Bullenschweine und das friedvoll entschlafene Fräulein.

Publiziert heute um 04:40 Uhr105 Kommentare105«Bisher hat es eigentlich immer gut funktioniert, dass eine Sprachgemeinschaft sich am Ende selbst geeinigt hat»: Guerilla-Sprachreform an einem Strassenschild in Zürich.Foto: Boris Müller

Herr Niehr, wem gehört die Sprache?Die Sprache gehört allen – und gleichzeitig niemandem. Sprache ist kein Ding, kein Objekt, auf das jemand Anspruch erheben kann, so wie auf ein Auto oder einen Hund. Sprache ist etwas, das die Mitglieder einer Sprachgemeinschaft miteinander teilen.

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15’000 Franken sparen - «Für kein Geld der Welt würde ich nach Riemenstalden ziehen»Nirgends leben Singles so günstig wie in der Schwyzer Gemeinde Riemenstalden SZ - und nirgends so teuer wie in der Berner Innenstadt. Laut einer Studie der Credit Suisse über finanzielle Wohnattraktivität haben Alleinstehende in Riemenstalden Ende Jahr 15’000 Franken mehr Budget übrig als in der Berner Innenstadt. Wir haben Menschen in beiden Orten gefragt, warum sie dort leben, wo sie leben - und ob ein Umzug des Geldes wegen für sie in Frage käme. Wieso trägt sie draussen eine Maske? Die haben halt keine Ahnung vom Land. Ich habe fast 20 Jahre in Zürich und Umgebung gelebt und gearbeitet. Ich vermisse die Stadt nicht, mir gefällt es auf dem Land. Mir sind die Städte zu linksgrün. Auf dem Land gefällt es mir daher besser.

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Michael Marti Publiziert heute um 04:40 Uhr 105 Kommentare 105 «Bisher hat es eigentlich immer gut funktioniert, dass eine Sprachgemeinschaft sich am Ende selbst geeinigt hat»: Guerilla-Sprachreform an einem Strassenschild in Zürich.(Video: S..25 Bilder, die beweisen, dass hier keine Techniker am Werk waren So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2020 Die Sommerferien sind seit heute in den meisten Kantonen vorbei, die Lehrer wieder gefordert.

Foto: Boris Müller Herr Niehr, wem gehört die Sprache? Die Sprache gehört allen – und gleichzeitig niemandem. Sprache ist kein Ding, kein Objekt, auf das jemand Anspruch erheben kann, so wie auf ein Auto oder einen Hund. Glauser. Sprache ist etwas, das die Mitglieder einer Sprachgemeinschaft miteinander teilen. Dafür, dass die Sprache niemandem gehört, wird aber ziemlich heftig um sie gestritten. Temel, C. Kritik an der Sprache gibt es wohl, seit es Sprache gibt. Trotzdem bleibt die Entschädigung der Lehrerinnen und Lehrer insbesondere auf den unteren Stufen nicht gerade rosig – gemessen an der Ausbildung und der gesellschaftlichen Verantwortung.

Typischerweise immer an der Sprache der anderen, die als nicht korrekt bezeichnet wird. Nur einige Beispiele aus der neueren Geschichte: Fremdarbeiter oder Gastarbeiter? Asylant oder Asylbewerber? Oder der Streit über die angebliche Überfremdung der Sprache durch Anglizismen. Oder die Debatte um die Rechtschreibreform – jahrelang ein Politikum, das in Deutschland sogar das Verfassungsgericht beschäftigte. Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. .