Super-G in Beaver Creek – Odermatt im Hundertstel-Pech – aber die Ski-Legenden schwärmen

Nur hauchdünn geschlagen: Marco Odermatt brilliert auch im zweiten Super-G von Beaver Creek, Aleksander Kilde gewinnt.

04.12.2021 00:30:00

Nur hauchdünn geschlagen: Marco Odermatt brilliert auch im zweiten Super-G von Beaver Creek, Aleksander Kilde gewinnt.

Der Nidwaldner wird Zweiter, um einen Hauch muss er sich Rückkehrer Aleksander Kilde geschlagen geben. Und doch: Der 24-Jährige fährt so gut wie nie.

0 KommentareFreut sich für den Konkurrenten: Marco Odermatt mag dem unmittelbar vor ihm gestarteten Aleksander Kilde den Sieg gönnen.Foto: Gregory Bull (Keystone)Es ist die Frage, die Marco Odermatt zuletzt oft gehört hat. In Beaver Creek sind es die Leute des österreichischen Fernsehens, die es wissen wollen: «Herr Odermatt, gibt es für Sie überhaupt Grenzen?»

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Die Frage kommt nicht von ungefähr. Der Nidwaldner wird abwechslungsweise als Wunderskifahrer, Skigenie und Alleskönner betitelt, nicht nur von Fans und Journalisten, sondern auch von Fahrern und Trainern. Fünf Rennen alt ist die Saison, vier davon hat Odermatt bestritten. Seine Resultate: 1., 4., 1., 2. – viel besser geht es nicht. Knapp 24 Stunden nach dem

Sieg im ersten Super-G von Beaver Creekwird er am Freitag Zweiter, geschlagen nur von Rückkehrer Aleksander Kilde. Die beiden trennt die Winzigkeit von drei Hundertsteln. Oder eben 80 Zentimeter. Dritter wird der US-Amerikaner Travis Ganong.Im Ziel wirkt Odermatt zunächst nicht restlos glücklich. Die Reaktion verdeutlicht die Anspruchshaltung des 24-Jährigen, der um seine bestechende Form weiss und unlängst klipp und klar sagte: «Ich weiss, dass ich es kann.» headtopics.com

Schon eine Viertelstunde später jedoch meint Odermatt, er sei absolut zufrieden, es sei schwer gewesen, die Spannung wieder aufzubauen nach dem deutlichen Erfolg am Donnerstag. «Die drei Hundertstel kann man überall suchen und finden», resümiert er, ergänzend, er möge Kilde den Sieg gönnen.

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Der Norweger erlebt einen emotionalen Moment. Der Freund von Mikaela Shiffrin hat einschwieriges Jahrmit Corona-Erkrankung und Kreuzbandriss hinter sich, bereits im dritten Rennen nach dem Comeback ist er wieder ganz oben angelangt. Odermatt hält er für einen Draufgänger, der oft noch mehr riskiere als die Konkurrenz. «Und wenn er einen Fehler macht, zieht er sein Ding dennoch durch, und es kommt gut.»

Im dritten Rennen nach seinem Comeback schon wieder der Schnellste: Aleksander Kilde.Foto: Seam M. Haffey (Getty/AFP)Sogar die Ski-Legenden ziehen ob Odermatt den Hut. Franz Heinzer, 1991 Gewinner des Super-G-Weltcups, sagt: «Marcos Instinkt ist einzigartig. Er kann einen Lauf besichtigen und weiss sofort, was er zu tun hat. Er fährt, als hätte er schon 15 Jahre Erfahrung.»

Der Vergleich mit Pirmin ZurbriggenRichtig ins Schwärmen gerät Martin Hangl, 1989 Super-G-Weltmeister. «Für mich ist er das Pendant zu Pirmin Zurbriggen. Diese Disziplin ist wie geschaffen für ihn, weil er technisch perfekt fährt und intuitiv das Richtige tut.» Marc Girardelli, der für Luxemburg einst neun Super-Gs gewann, hält derweil fest: «Odermatt ist derzeit der klar beste Skifahrer. Würde er das Slalomtraining intensivieren, könnte er auch in dieser Disziplin mithalten.» headtopics.com

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Es versteht sich von selbst, ist Odermatt der Favorit auf den Gewinn des Gesamtweltcups. Die grosse Kugel ist sein Ziel, vorgelegt hat er schon mal tüchtig. Unweigerlich werden Erinnerungen wach ans Jahr 2009, als Carlo Janka in Beaver Creek drei Rennen innert dreier Tage gewann und den Grundstein legte für den Triumph in der Gesamtwertung.

Der Schweizer Speedtrainer Reto Nydegger hob zuletzt die mentale Stärke seines Schützlings hervor, «ihn verunsichert kaum etwas». Längst ist Odermatt zum Posterboy der Skination geworden, überdies zum wohl bestvermarkteten Fahrer überhaupt. Und doch ist er bodenständig geblieben. Im Sommer etwa schaute er bei seinem Ausrüster Stöckli vorbei, den Mitarbeitern im Werk in Malters spendierte er einen Znüni.

Mittelmässiges Schweizer TeamWeiter geht es am Samstag und Sonntag mit zwei Abfahrten, das Programm ist ungewohnt intensiv, das sagt auch Odermatt. Wobei Nydegger lapidar festhält: «Dafür haben im Sommer alle wochenlang Kondition trainiert.»

Gönnten sich die Schweizer nach der starken Darbietung am Donnerstag (5 in den besten 12) ein Bier, dürften sich tags darauf nur wenige in Feierlaune präsentieren. Gino Caviezel überzeugt zwar als Neunter, Beat Feuz kommt aber nicht über Rang 14 hinaus. Justin Murisier, Urs Kryenbühl und Niels Hintermann scheiden aus. headtopics.com

Philipp Rindlisbacherist seit 2008 für Tamedia tätig. Er fungiert als Vorsitzender des Berner Sport-Teams sowie als Stellvertreter der Ressortleitung. Zudem begleitet er den Ski-Zirkus vor Ort und aus der Ferne, berichtet über Eishockey und den Schwingsport.

Publiziert heute um 18:35 Uhr

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