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Sigourney Weaver: Die Frau, Die Den Aliens Heimgeleuchtet Hat

Sigourney Weaver: Die Frau, die den Aliens heimgeleuchtet hat

In «Alien» schrieb Sigourney Weaver Filmgeschichte. Sie schuf damit die wichtigste Action-Heldin der Kinogeschichte. Selbst wollte sie aber gar nicht immer die starke Frau geben.

08.10.2019 20:32:00

In «Alien» schrieb Sigourney Weaver Filmgeschichte. Sie schuf damit die wichtigste Action-Heldin der Kinogeschichte. Selbst wollte sie aber gar nicht immer die starke Frau geben.

In «Alien» schrieb Sigourney Weaver Filmgeschichte. Sie schuf damit die wichtigste Action-Heldin der Kinogeschichte. Selbst wollte sie aber gar nicht immer die starke Frau geben.

Der Konflikt begann für Weaver in jungen Jahren. Sie kam am 8. Oktober 1949 in Manhattan als Susan Alexandra Weaver zur Welt. Ihre Eltern waren die englische Schauspielerin Elizabeth Inglis und der TV-Produzent Sylvester «Pat» Weaver Jr., zeitweise Präsident der Rundfunkanstalt NBC.

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Die Tochter aus gutem Hause erreichte früh ihre Körpergrösse von rund 1,83 Metern. Das passte ihrer Ansicht nach nicht mit ihrem Vornamen überein. «Ich war so gross, und ich hasste es, Sue genannt zu werden», erinnerte sich die Schauspielerin im «Interview»-Magazin. Also benannte sich die 13-Jährige um, sie gab sich den Namen einer Randfigur aus «The Great Gatsby»: Sigourney. Rückblickend muss Weaver aber gestehen: «Ich bin eindeutig eine Suzie.»

Der vermeintliche Widerspruch aus Naturell und Erscheinungsbild sollte Weavers Karriereweg prägen. Nach dem Studium der englischen Literatur an der Stanford University wechselte sie 1971 an die Yale School of Drama. Die Schauspielerin verabscheute ihre Lehrer, die sie offenbar auch wegen ihrer Körpergrösse benachteiligten. «Sie überzeugten mich davon, dass ich kein Talent besass», sagte Weaver. «Sie besetzten mich vor allem als Prostituierte und alte Frau.»

Weaver stürzte sich nach dem Studium zunächst in die Theaterszene. Ihr Leinwanddebüt in «Annie Hall» (1977) als stumme Freundin von Woody Allens Stadtneurotiker dauerte nur wenige Sekunden. Weaver bezeichnet deshalb «Alien» als ihren richtigen ersten Film.

Ihre Besetzung war eher ein Unfall der Filmgeschichte. Alle Crewmitglieder des Weltraumfrachters «Nostromo» waren als Männer angelegt worden. Die Drehbuchautoren liessen das Geschlecht mit einem Verweis im Skript zwar offen – um die Geschichte für Filmstudios interessanter zu machen, falls diese einige Nebenrollen lieber mit Frauen besetzen wollten.

Der Autor Ronald Shusett räumte in einem Making-of ein: «Aber um ganz ehrlich zu sein: Niemals hatten wir auch nur ansatzweise die Idee, dass die Hauptfigur Ripley eine Frau sein könnte.» Für die Hauptdarstellerin war es gerade die Abwesenheit von Geschlechterklischees, die Ripley so attraktiv machte. «Sie war keine Figur, die darauf wartete, gerettet zu werden», sagte Weaver. «Sie war von niemandem abhängig, sie hat nicht gejammert, sie hat sich nicht beklagt. Sie hat einfach ihre Arbeit getan und dabei Menschen gerettet.»

Das weitgehend unbekannte Nachwuchstalent überzeugte die «Alien»-Macher auf den ersten Blick. Alle übrigen Rollen waren bereits besetzt, die Kulissen wurden schon gebaut – da klopfte es an der Tür, «und da stand Ripley. Diese aussergewöhnlich aussehende Frau – hochgewachsen, eine eindrucksvolle Erscheinung», so erinnerte sich der Co-Produzent Gordon Carroll an Weavers Vorsprechen in einem New Yorker Hotelzimmer. «Ich war sehr von ihrer Grösse beeindruckt», sagte auch der Regisseur Ridley Scott über seinen ersten Eindruck.

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Das änderte aber nichts daran, dass der Regisseur seinen Frust über etablierte männliche Darsteller wie John Hurt lieber an der jungen Schauspielerin abreagierte. Die Kollegen wiederum sahen in der Newcomerin ein Risiko für den Erfolg des Films, der damals mitnichten eine sichere Sache war.

«Ich glaube, Sigourney fühlte sich als Heldin zwischen all diesen harten Kerlen recht einsam», meinte der Associate Producer Ivor Powell. Nach einer Szene sei Weaver in Tränen ausgebrochen, erinnerte sich die Kollegin Veronica Cartwright, neben ihr die einzige Frau im Film. «Das hat sie wütend gemacht. Denn sie meinte: Ripley würde nicht weinen.» «Ich bin keine Ripley», gestand Weaver 30 Jahre später dem «Guardian». «Ich hatte Zweifel, dass ich sie so stark spielen konnte wie nötig. Aber es hat Spass gemacht, diese Seite von mir zu erkunden. Frauen bekommen diese Gelegenheit nur selten.»

Tatsächlich schufen Weaver und Scott eine Heldin, die nicht nur mit Stärke, Anstand und Führungsqualitäten beeindruckte. Das Aussergewöhnliche war: Ripleys Figur wurde nicht durch die sie umgebenden Männer definiert – weder als Mutter oder Geliebte (wie Sarah Connor in «The Terminator») noch als Königskind (wie Prinzessin Leia). Weaver verkörperte Ripley in drei weiteren Filmen. Für den grandiosen Nachfolger «Aliens» (1986) erhielt sie ihre erste Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin.

Weaver nahm ihr «Alien»-Image nicht allzu ernst. Sie spielte mit den daraus resultierenden Erwartungen; etwa in «Ghostbusters» (1984) als von einem Dämon besessene Cellistin. Oder als Schauspieldiva in der «Star Trek»-Parodie «Galaxy Quest» (1999). Ihren kommerziell grössten Erfolg landete sie mit «Avatar» (2009) des «Aliens»-Regisseurs James Cameron.

Dem Theater blieb die Schauspielerin treu. 1984 erhielt sie eine Tony-Nominierung für das Broadway-Stück «Hurlyburly». 1996 gehörten sie und ihr Ehemann Jim Simpson zu den Mitbegründern des New Yorker Flea Theatre für Nachwuchstalente.

In Hollywood aber war die Mutter einer Tochter auf die Rolle als starke Frau abonniert. In «1492» (1992) spielte sie die Königin von Spanien, in der Politkomödie «Dave» (1993) war sie die First Lady, in Roman Polanskis «Death and the Maiden» (1994) übte sie Rache an ihrem Folterer. 1989 gelang Weaver als erster Person das Kunststück, in einem Jahr zwei Schauspiel-Golden-Globes zu gewinnen: als beste Hauptdarstellerin im Biopic «Gorillas in the Mist: The Story of Dian Fossey» (1988) und für die Nebenrolle der intriganten Chefin in «Working Girl» (1988). Dort wie in Ang Lees «The Ice Storm» (1997) als gelangweilte, untreue Ehefrau erkundete Weaver die weniger sympathischen Seiten einer dominanten weiblichen Persönlichkeit.

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Weaver hat mit Ripley der Emanzipation der Frau im Actionfilm endgültig zum Durchbruch verholfen. Sie selbst blieb weitgehend in hartnäckigen Stereotypen gefangen. Womöglich auch, weil sie einfach eine so gute Schauspielerin ist und starke Frauen derart überzeugend verkörpert.

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Weaver spielt fast immer eine in der Literatur typische Frauenrolle. Die defensiv starke Frau, die auf Herausforderungen reagiert. Das macht Alien einzigartig. Das Defensive ist auch das attraktive, aber es setzt komplexe Filmstoffe voraus. Das sind nicht so die Blockbuster.

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