Salvini plante den Coup – und riskiert nun, alles zu verlieren

Rom nähert sich dem Höhepunkt einer «surrealen Krise» – und alle rätseln.

19.8.2019

Rom nähert sich dem Höhepunkt einer «surrealen Krise» – und alle rätseln.

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat sich wohl verrannt. Nun wird er sogar als Bettler karikiert.

Premier Giuseppe Conte wird dann eine Rede halten. Man hört, er schreibe schon seit Tagen daran. Wahrscheinlich wird er darin die 14 Monate seiner Regierung Revue passieren lassen und erklären, wie es kam, dass dieses «Kabinett des Wandels» aus Lega und den Fünf Sternen, wie er es selbst einmal nannte, nun abrupt zu einem Ende kommt. Gewollt hat dieses Ende nicht Conte, sondern Matteo Salvini, sein Vize von der rechten Lega und Innenminister. Der hat einen Misstrauensantrag gegen Conte eingebracht.

Salvini riskiert also, alles zu verlieren, auch das Gesicht. Die Zeitung «Il Fatto Quotidiano», den Fünf Sternen nahe, zeigte ihn am Wochenende auf ihrer ersten Seite in einer Fotomontage mit Hut in der Hand, dazu den Titel: «Der Bettler».

Mattarella hat auf diskrete Art allen klargemacht, dass er diesen beiden Parteien genügend Zeit einräumen würde, wenn sie denn daran interessiert wären, eine dauerhafte Allianz einzugehen – eine bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2023. Das ist ihm auch deshalb wichtig, weil 2022 sein Nachfolger gewählt wird. Vorwürfe könnte man dem Staatspräsidenten dafür nicht machen, so sehr Salvini auch über eine angebliche Palastrevolution klagen würde. Vor eineinhalb Jahren gestand der geduldige Staatschef auch der Lega und den «Grillini» viel Zeit zu, als die an ihrem Regierungsvertrag feilten.

Im italienischen Politbetrieb sind Prognosen gefährlich, gerade in solchen Phasen taktischer Tollerei. Vielleicht gibt es in den allerletzten Stunden vor Contes Auftritt im Senat noch ein Überraschungsmanöver der Lega, eines, das die ganze Partie wieder öffnet. Doch wahrscheinlich ist das nicht. In Italien kann man sich jedenfalls nicht erinnern, wann sich ein Politiker, ein rasender Aufsteiger dann noch, zuletzt so verrannt hat wie Matteo Salvini in diesem wirren Sommer.

Weiterlesen: Tages-Anzeiger

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