Regeln für Ungeimpfte – Aus Angst vor der Quarantäne stornieren Touristen ihre Reise

Ungeimpften droht bei der Einreise in die Schweiz eine Quarantäne. Am Freitag will der Bundesrat entscheiden.

16.09.2021 19:30:00

Ungeimpften droht bei der Einreise in die Schweiz eine Quarantäne. Am Freitag will der Bundesrat entscheiden.

Am Freitag will der Bundesrat entscheiden, ob Ungeimpfte bei der Einreise in die Schweiz in die Quarantäne müssen. Die Unsicherheit schlägt sich bereits auf das Buchungsverhalten nieder.

9 Kommentare9Reisende auf dem Flughafen Zürich im vergangenen Juli. Bei den anstehenden Herbstferien könnte ungeimpften Reiserückkehrern eine Quarantäne drohen.Foto: Walter Bieri (Keystone)Mit Sorge blickt die Schweizer Reise- und Touristikbranche dem am Freitag erwarteten Entscheid des Bundesrats entgegen, ob ungeimpfte Einreisende aus dem Ausland oder Schweizer Heimkehrer in die Quarantäne müssen. Die Unsicherheit habe bereits Folgen für das Buchungsverhalten, berichten Branchenvertreter.

Raus aus der Pandemie – Mit diesem 5-Punkte-Plan haben wir Corona bis Frühling 2022 überstanden Trendwende bei Fallzahlen – Experten fürchten harten Corona-Winter wegen Datenchaos beim Tracing «Verhalten schockiert mich» – Polizist überwältigt Mann mit Tritt in Bauch

«Es gibt – zumindest laut der Rückmeldung aus einer Destination – Stornierungen von ausländischen Gästen, bei denen vor allem die Ungewissheit vor neuen Quarantänevorschriften eine Rolle spielt», berichtet Luzi Bürkli, Sprecher von Graubünden Ferien.

«Nichtgeimpfte, die demnächst eine Reise buchen wollen, warten den Bundesratsbeschluss tendenziell noch ab», sagt ein Sprecher von DER Touristik. «Müssten sie nach der Rückkehr in die Quarantäne, würde ein Teil von ihnen wohl Abstand von den Reiseplänen nehmen.» TUI spürt nach eigenen Angaben zwar noch keinen Effekt bei den Buchungen. «Einige TUI-Kundinnen und -Kunden fragen bei unseren Reiseexperten nach, welche Möglichkeiten sie bei den verschiedenen Varianten hätten», so ein Sprecher. headtopics.com

Zwei Varianten in der DiskussionDer Bundesrat hattezwei Varianten in die Vernehmlassunggeschickt, wie die Schweiz verhindern kann, dass die Infektionszahlen durch ungeimpfte Reiserückkehrer wieder zunehmen. Bei der ersten Variante müssen Betroffene bei der Einreise in die Schweiz einen negativen Test vorweisen – egal, woher sie kommen. Nach vier bis sieben Tagen muss ein zweiter Test gemacht werden. Das Resultat dieses zweiten Tests muss an die Kantonsbehörden übermittelt werden. Beide Tests müssen die Reisenden selbst bezahlen. Die zweite Variante sieht vor, dass sie sich anstelle eines zweiten Tests nach der Einreise für zehn Tage in Quarantäne begeben. Sie können die Quarantäne nach sieben Tagen mit einem negativen Testergebnis aufheben.

Die Reise- und Tourismusbranche spricht sich unisono für die erste Variante ohne Quarantäne aus. «Ans Testen haben sich mittlerweile viele gewöhnt», heisst es von einem Sprecher der Jungfrau Region Tourismus. «Eine erneute Quarantäne hätte hingegen verheerende Folgen.» Auch die Hotelleriesuisse erklärt: «Wir wehren uns dezidiert gegen neue Quarantäneregeln, da diese Regelung zu mehr Stornierungen führen kann.» Der Schweizer Reiseverband ist nach Angaben seines Geschäftsführers Walter Kunz «zuversichtlich», dass sich der Bundesrat für Variante eins entscheidet.

Probleme mit ausländischem ImpfpassZudem fordert die Hotelleriesuisse, dass die Schweiz auch Impfzertifikate von Gästen aus Nicht-EU-Ländern anerkennt. Derzeit müssen sich Gäste zum Beispiel aus den USA trotz Impfnachweis jedes Mal testen lassen, bevor sie in ein Restaurant können. «Das ist ein unhaltbarer Zustand», so ein Sprecher des Hotelverbands.

Holger Alichist stellvertretender Leiter des Wirtschaftsressorts. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Banken und die Pharma-Branche. Davor arbeitete der Volkswirt als Korrespondent aus Paris und Zürich für das deutsche Handelsblatt. Das journalistische Handwerk hat er an der Kölner Journalistenschule gelernt. headtopics.com

Organisatoren sprechen von 50’000 – Wie viele Menschen waren wirklich an der Corona-Demo in Bern? «Finde ich ungerecht» – Alain Berset attackiert Hochschule wegen kostenpflichtiger Corona-Tests Corona-Demo in Bern – Foto von Polizist mit Trychel sorgt für Wirbel

@Holger_AlichJon Mettlerist seit 2018 Wirtschaftsredaktor bei der Zentralredaktion von Tamedia. Er berichtet über Telekommunikation, Digitalisierung, Tourismus und die Uhrenindustrie. Für seine datenjournalistische Analyse von Urteilen des Berner Obergerichts erhielt er 2015 den Nebenmedienpreis des Schweizerischen Anwaltsverbands.

Publiziert heute um 16:10 Uhr Weiterlesen: Tages-Anzeiger »

Wir hätten eine Mitteilung an den bundesrat. Thread ⤵️ Fliegen nur mit 2G! Diese lächerliche Quarantäne sollte dann am besten einfach ignoriert werden. Hoffen wir das beste 🙏

Die SVP und die Gratistests – Im Bundesrat dagegen, vor dem Volk dafürVor einem Monat haben Ueli Maurer und Guy Parmelin das Ende der Gratistests durchgedrückt. Jetzt protestiert ihre Partei am schärfsten dagegen. Gratis natürlich, so lange sie vom Staat aufgezwungen werden. Doch am besten Tests ganz abschaffen Sie sollten für alle kostenlos bleiben, denn zunehmend stellt sich heraus, dass sich Geimpfte massiv gegenseitig anstecken und gefährden. Tests sind eine weitere „line of defense“ gegen C19, die Impfung alleine ist es nicht! Hier in 🇩🇪 mehren sich täglich die Superspreader events

Wegen Zertifikatspflicht - Für ungeimpfte Studierende wird es bald ungemütlichViele Unis haben eine Zertifikatspflicht eingeführt – wie sie diese genau umsetzen wollen, ist allerdings noch unklar. Derweil laufen Vorbereitungen, juristisch gegen die Pflicht vorzugehen. Klar werden sie diskriminiert. Diese Pflicht muss sofort wieder aufgehoben werden, nur das wäre fair. Nein sie werden nicht diskriminiert. Sie müssen sich nur an die Vorschriften halten. Ihr könnt auch fragen: Werden besoffene Autofahrer diskriminiert? Genauso, wie Autofahrer nüchtern sein müssen, muss man halt ein Zertifikat vorweisen. Ihre Schlagzeile ist dumm. Wenn sie keine Lust haben sich impfen zu lassen, dann ist das halt eine Konsequenz. Gesundheitliche Gründe gibt's ja nicht.

«Überraschung» nach Nicki Minajs Impf-Tweet: Den Fall des Hoden-Freundes gibt's gar nichtNicki Minaj's Tweet sorgte nicht nur im Netz für Diskussionsstoff: Jetzt hat sich der Gesundheitsminister ihres Heimatlandes Trinidad und Tobago dazu geäussert. globales Wettschwurbeln mit Promi-Besetzung