Recherche deckt Putins geheimen Angriff auf Europa auf

10.05.2022 21:00:00

Recherche deckt Putins geheimen Angriff auf Europa auf: «Deutschland eine Geisel».

Russland, Wladimir Putin

Recherche deckt Putins geheimen Angriff auf Europa auf: «Deutschland eine Geisel».

Die russische Invasion richtet sich nicht allein gegen die Ukraine. Den Hauptfeind wähnt der Kreml im Westen. Recherchen von t-online zeigen das Ausmass eines jahrzehntelangen Angriffs im Verborgenen.

bild: gettyWährend in Deutschland das Paradigma «Wandel durch Handel» Bahrs «Wandel durch Annäherung» über den Kalten Krieg rettet und die deutsche Politik unbeirrt an ihm festhält, beschiesst Russland seine Handelspartner in Georgien und der Ukraine. Im hybriden Krieg gegen die Nachbarstaaten und den Westen werden die fossilen Rohstoffe zur Waffe. Warnende Stimmen wie die von Claudia Kemfert stehen in Deutschland im Abseits.

Von Destabilisierungen und Wahlbeeinflussungen bis hin zu Putsch und sogar Mord.Belarusund die Ukraine umgehen, um sie unter Druck setzen zu können. Polen vergleicht die Pipeline damals sogar mit dem Molotow-Ribbentrop-Pakt, der das Staatsgebiet zwischen Nazi-Deutschland und der Sowjetunion aufteilte.

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Recherche? Wohl eher Propaganda und Hetze trifft eher zu boah was fürn dreck. Vo wo sind solche Info 😂😂😂 wehrs glaubt ist selber schuld Was für ein Geschwurbel! Habe schon 1974 in der Schule gelernt, dass Russland Widerstand leistet, wenn es sich bedroht sieht! Da verlief die Grenze noch durch Berlin! Also Geschwurbel!

Winterthur: «Erschreckend und verwerflich» – Unbekannte sprayen «Z»-Symbol und Hakenkreuz auf ukrainisches AutoPutin-Freunde sprayen in Winterthur «Z»-Symbol und Hakenkreuz auf ukrainisches Auto: Rassismuskommission verurteilt die Tat. Kranke Welt Offensichtlich sind Putin-Freunde selbst für das Aufmalen eines Hakenkreuzes zu doof. Wie gehirnlos diese Idioten sind zeigt schonmal die Unfähigkeit ein Swastika zu malen.

Berichte über Sturm aufs Capitol – «Washington Post» gewinnt Pulitzer-PreisDie Zeitung wurde in der Kategorie «Dienst an der Öffentlichkeit» für ihre «überzeugend erzählten und anschaulich präsentierten Berichte über den Angriff auf Washington» ausgezeichnet. washingtonpost Die Wahrheit ist nicht wichtig nur überzeugend muss es sein.

Preisaufschlag vor Sommerferien – Flüge, Hotels, Mietautos – alles wird teurerBei vier von fünf Reiseanbietern sind die Ticketpreise bereits gestiegen. Auch sonst belastet der russische Angriff auf die Ukraine das Reisebudget.

Ukraine-Krieg: Glaubt Putin seine eigenen Schauermärchen?Die Moskauer Militärshow zu Ehren des Weltkriegsendes zeigt nicht nur Putins verqueres Geschichtsbild auf, sondern auch sein propagandistisches Genie - unser Kommentar von sam_schumacher

Krieg gegen Drogen auf den Philippinen – Auf blutigem EntzugDer Drogenkrieg in den Philippinen ist ein Krieg gegen die Bevölkerung. Das zeigt der Fall von Luis und Gabriel Bonifacio, Vater und Sohn, deren Frau und Mutter Gerechtigkeit sucht. (Abo) Was in den Philippinen abgeht ist schrecklich. Eine sehr mutige Journalisten Kollegin von Euch, mariaressa kämpft seit vielen Jahren für Gerechtigkeit und gegen die Drogenpolitik von Duterte. Sie wurde deswegen auch schon mehrmals gefangen genommen. Sie ist eine Heldin 🌺

Auf allen Kanälen: Egomane auf EinkaufstourElon Musk mag einer der reichsten Männer der Welt sein, einen Beliebtheitswettbewerb wird er aber wohl nicht mehr gewinnen. Auch der Erwerb des Kurznachrichtendiensts Twitter wird daran nichts ändern. Von dhackbarth1981 dhackbarth1981 Seit wann ist es ein Beliebtheitswettbewerb? Grund gütiger Sprache war mal was schönes.... dhackbarth1981 Die Aussage, dass er ein Redefreiheits-Absolutist ist, hat bei der Beliebtheit doch stark nachgeholfen 👍 vorbildsfunktion

Italien : Überall dort, wo Parlamentswahlen anstehen, sich antieuropäische Bewegungen formieren oder nationale Bruchstellen auftun, sind auch der russische Geheimdienst und mutmassliche Mittelsmänner nicht weit, greifen Hacker die Regierung an, fluten Desinformationskampagnen der russischen Medien die Öffentlichkeit./ 4 «Ich bin schockiert und habe kein Verständnis für so eine Aktion.Publiziert: 09.Publiziert heute um 12:47 Uhr 8 Die Küsten Europas dürften dieses Jahr gut besucht sein: Strandbesucherinnen in Portugal.

Während Putin selbst nie müde wird, westliche Staaten als «Partner» zu bezeichnen. Denn auch wenn die russische Führung keine Demokratie ist, braucht Europa – so heisst es zumindest vielfach – die Freundschaft zu Russland. 20min/News-Scout Laut der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus EKR ist der Vorfall «äusserst verwerflich und richtet sich klar gegen Ukrainerinnen und Ukrainer». Für den Kampf gegen den Terror, für atomare Abrüstung und vor allem: für den Import russischer Rohstoffe. Januar 2021. Ein verhängnisvoller Irrglaube. Auch ähnliche Vorfälle seien der Polizei nicht bekannt. KPdSU-Generalsekretär Breschnew besucht das Ehepaar Brandt: Die Kanzlerschaft gibt den Startschuss für die Gaslieferungen.

bild: getty Die Energiefalle Gefördert wird Europas Energie in den Weiten Sibiriens südlich des Polarkreises. Mit dem «Z» markiert die russische Armee Fahrzeuge und Panzer, die bei der Invasion der Ukraine eingesetzt werden. Diese hätten der Öffentlichkeit ein «gründliches und unerschrockenes Verständnis über einen der dunkelsten Tage der Nation vermittelt», hiess es zur Begründung bei der Verleihung in New York am Montag. Seit den Sechzigerjahren floss Gas nach Westeuropa. SPD und CSU fädelten für Deutschland die Deals mit den Kommunisten ein, Tausende Kilometer lange Röhren brachten den Brennstoff seitdem in jeden Haushalt und jede Fabrik und wurden zu einer deutschen Glaubensüberzeugung: den «Wandel durch Annäherung», ersonnen von SPD-Politiker Egon Bahr . Laut der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus EKR ist der Vorfall «äusserst verwerflich und richtet sich klar gegen Ukrainerinnen und Ukrainer». «Wer Handel miteinander treibt, schiesst nicht aufeinander», frei nach Altbundeskanzler Helmut Schmidt . Bei dem Angriff kamen fünf Menschen ums Leben. Neue Ostpolitik, Entspannung, die Deals fügen sich damals in eine Neuausrichtung deutscher Aussenpolitik und überdauern Brandt und Breschnew, Reagan und Gorbatschow, den Fall der Mauer und den Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums. Das «Z» gilt als Symbol für die russische Invasion in die Ukraine.

Sie überdauern auch die politische Realität in der Welt. Während in Deutschland das Paradigma «Wandel durch Handel» Bahrs «Wandel durch Annäherung» über den Kalten Krieg rettet und die deutsche Politik unbeirrt an ihm festhält, beschiesst Russland seine Handelspartner in Georgien und der Ukraine. Ich verstehe wirklich nicht, wer so etwas macht», sagt eine 30-jährige Winterthurerin. Sturm aufs Capitol. Im hybriden Krieg gegen die Nachbarstaaten und den Westen werden die fossilen Rohstoffe zur Waffe. Warnende Stimmen wie die von Claudia Kemfert stehen in Deutschland im Abseits. Der 23-Jährige hatte das versprayte Auto auf seinem Weg zur Arbeit entdeckt, wie er sagt. Die Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) erkennt bereits vor über 15 Jahren die Gefahr – und findet kein Gehör, während die Granden der deutschen Volksparteien SPD und Union gemeinsam mit deutschen Energieversorgern den Staatskonzern Gazprom hofieren und ihm zur marktbeherrschenden Stellung verhelfen.

Einwände von Experten wischt Frank-Walter Steinmeier als Aussenminister beiseite: Das sei Alarmismus, der «altem Denken» entspreche.» Wie es bei der Stadtpolizei Winterthur auf Anfrage heisst, sind bisher keine Meldungen eingegangen. «Fassungslos machte uns das», sagt Kemfert rückblickend. «Man konnte schon im Jahr 2006 kurz vor Nord Stream 1 ein Muster erkennen: Russland suchte die Abhängigkeit von den Lieferungen und setzte sie als politische Waffe ein. «Richtet sich klar gegen Ukrainerinnen und Ukrainer» «Diese Tat ist sehr erschreckend, äusserst verwerflich und besorgniserregend.» Dasselbe 2014 kurz vor Nord Stream 2 : Eine weitere DIW-Studie stellt «hohe geopolitische Risiken» für die geplante Pipeline fest. Was das bedeutet, ist heute offenkundig: Die Abhängigkeit hemmt bis heute im russischen Angriffskrieg die deutsche Handlungsfähigkeit. Betroffene können laut Reimann bei der Polizei oder direkt bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen Unbekannt einreichen.

Aktivitäten russischer Geheimdienste Von Destabilisierungen und Wahlbeeinflussungen bis hin zu Putsch und sogar Mord. grafik: t-online Möglicherweise klingt deswegen ein bisschen Bitterkeit bei Kemfert an: «Wir haben nie verstanden, warum die Politik unsere Warnungen nicht nur negiert, sondern auch lächerlich gemacht hat. Symbole wie das Hakenkreuz oder das Z-Symbol seien in der Schweiz per se nicht strafbar.» Dabei ist das, was Kemfert etwas abstrakt «geopolitische Risiken» nennt, keineswegs abstrakt, sondern liegt schon damals sehr konkret zu Tage. An Lettland stoppt Russland inmitten politischer Verstimmungen 2003 die Öllieferungen. «Ausserdem kann die Verwendung auch dann strafbar sein, wenn damit eine Gruppe von Menschen wegen namentlich ihrer Ethnie in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabgesetzt wird», so Reimann. Der Ukraine dreht Gazprom 2005 nach Juschtschenkos Wahlerfolg den Hahn zu.

Für Georgien erhöht der Staatskonzern 2006 inmitten einer Spionageaffäre drastisch die Preise. Wofür steht das «Z»? Das «Z» war Ende Februar auf russischen Panzern aufgetaucht, die Richtung Ukraine vorrückten. Weitere Drohungen und Lieferstopps folgen in Belarus . Was in Deutschland offenbar unbemerkt bleibt, ist da im europäischen Ausland längst Grund nachhaltiger Sorge. Ob der lateinische Buchstabe darüber hinaus eine Bedeutung hat, ist unklar. 55 solcher Fälle zählt eine Agentur des schwedischen Verteidigungsministeriums in einer Studie bis 2006 auf – also ein Jahr, nachdem Deutschland beschloss, die erste Gaspipeline durch die Ostsee zu bauen. Dabei warnen EU-Partner fortwährend: Russland wolle nur Transitländer wie und die Ukraine umgehen, um sie unter Druck setzen zu können. Gemeint sein könnte die Bewegungsrichtung der Truppen oder, dass es sich um Panzer aus westlichen Landesteilen handelt.

Polen vergleicht die Pipeline damals sogar mit dem Molotow-Ribbentrop-Pakt, der das Staatsgebiet zwischen Nazi-Deutschland und der Sowjetunion aufteilte. Große Party für die Pipeline: Was unter Schröder begann, setzte Merkel fort. In Deutschland wird Verwendung des «Z»-Symbols teils verfolgt Wer das «Z»-Symbol in Deutschland trägt, muss mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe rechnen: Die Bundesländer Niedersachsen und Bayern gehen gegen die Verwendung des Zeichens vor, mit dem die russische Armee im Ukraine-Krieg ihre Fahrzeuge und Panzer markiert. bild: getty Die schwedischen Verteidigungsexperten kommen zu einer weitsichtigen Einschätzung. Gas und Öl seien Machtinstrumente des Kremls, der Geheimdienst FSB kontrolliere die Ausrichtung des Energiesektors. In Niedersachsen habe es schon «entsprechende Beobachtungen» gegeben. «Ohne Zweifel sollte Russlands nötigende Energiepolitik in einem langfristigen geopolitischen und strategischen Kontext verstanden werden», heisst es in der Studie.

Die Rohstoffe würden eingesetzt, um den Einfluss über ehemalige Staaten der Sowjetunion zu sichern. Auch Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) warnte: «Sympathisanten, die in Bayern das Kennzeichens ‹Z› der russischen Streitkräfte öffentlich verwenden», könnten sich wegen der Billigung von Straftaten strafbar machen. Langfristig seien auch die Risiken eines Lieferstopps für Europa unkalkulierbar: «Alles kann passieren.» Deutschland sei «eine Geisel» russischer Energie und es existiere ein «starker Zusammenhang» zwischen seinen zunehmenden Verbindungen nach Russland und dem Widerwillen, den Kreml zu kritisieren. Bist du oder jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen? Hier findest du Hilfe:. Das bleibt auch in Russland selbst nicht unbemerkt: «Deutschland ist auf der Seite Putins, nicht auf unserer», hält die später ermordete Journalistin Anna Politkowskaja zur Kanzlerschaft Gerhard Schröder s in einem Buch fest. Dabei hätten nicht nur Expertenmeinungen und russische Oppositionelle in Deutschland ein Umdenken zwingend notwendig gemacht.

Über die Jahre wird immer deutlicher, dass sich die russischen Geheimdienste auffallend für die Energieversorgung ihrer westlichen Handelspartner interessieren. 2004 entspinnt sich in Polen ein Spionageskandal um den Verkauf einer Ölraffinerie im Hafen von Gdansk nach Russland. Ein Jahr später werden Treffen desselben ehemaligen KGB-Spions mit Mitarbeitern eines Nuklearkraftwerks in Lettland öffentlich. In Deutschland spionieren die russischen Dienste immer intensiver zur Energiepolitik, wie aus Berichten des Bundesamtes für Verfassungsschutz hervorgeht. Zeitgleich baut Gazprom sein Deutschlandgeschäft aus und erwirbt Speicher und Pipelines.

Gegenmassnahmen der EU-Kommission greifen zu kurz. Drei Agenten des FSB: Mittels Malware stießen sie in die westliche Energieversorgung vor. bild: US-Justizministerium Der grösste Schlag aber gegen die westliche Energieversorgung und ihre kritische Infrastruktur ereignet sich tatsächlich im Geheimen ab 2012. Drei Männer mit den Namen Pawel Akulow, Mikhail Gawrilow und Marat Tyukow dringen so tief ins Zentrum der westlichen Versorgung ein wie kein russischer Agent vor ihnen. Für die FSB-Einheit «71330» verschaffen sich die Geheimdienstoffiziere Zugriff auf Kraftwerke und Energieunternehmen.

Weltweit sind laut US-Anklage 500 Ziele in 135 Staaten betroffen, darunter auch in Deutschland. Das Mittel der drei staatlichen Hacker: die Malware Havex. Mit ihr schaffen sie nicht nur Möglichkeiten, Informationen in bis dato kaum denkbarem Umfang abzuschöpfen. Sie erhalten auch Zugriff auf Steuerungssoftware zur Stromerzeugung und -versorgung. Und ermöglichen dem Kreml damit, Systeme im Konfliktfall nicht nur virtuell, sondern sogar physisch zu stören und zu beschädigen.

Dass russische Regierungshacker dazu durchaus in der Lage sind, zeigt 2017 ein Notfall in einer US-Ölraffinerie. Nach einem Computerangriff aus einem Institut des Verteidigungsministeriums fährt sie komplett herunter. Dabei bleibt es vorerst – doch der Angriff habe auch die Gefahr von Explosionen und des Austritts giftiger Gase geborgen, heisst es in Anklagedokumenten des US-Justizministeriums. All das bleibt deutschen Nachrichtendiensten zumindest in Teilen nicht verborgen. Mitte der 2000er-Jahre vermerkt der Bundesverfassungsschutz, dass russische Spione ein «besonderes Interesse» an der Energiepolitik haben.

Kurz vor dem Angriff auf Georgien bescheinigen die deutschen Aufklärer ihren Gegenspielern bereits, ein «hohes Mass an Interesse». Kurz vor dem Angriff auf die Krim ist die deutsche und europäische Versorgung sogar «hervorgehobenes Spionageziel» und bleibt für Jahre ein Schwerpunkt. Agenten seien derweil dazu übergegangen, nicht nur Informationen zu sammeln, sondern auch politische Entscheidungen beeinflussen zu wollen. Wenig später wird die Pipeline Nord Stream 2 beschlossen, die Deutschland noch enger an die Gaslieferungen aus Russland bindet. Haupt-Zielländer russischer Geheimdienstaktivitäten Länder mit mehr als 20 Vorfällen seit 2000.

tabelle: t-online Wieso hat der kontinuierliche Griff des Kremls nach der europäischen Energieversorgung bis zuletzt in Deutschland keine Konsequenzen? Wieso bleibt Nord Stream 2 für die Regierung Merkel und die Regierung Scholz ein «rein privatwirtschaftliches Projekt», während es tatsächlich ein unabwägbares nationales Sicherheitsrisiko darstellt? Im Verfassungsschutzbericht findet sich seit einigen Jahren ein Kapitel zur Gefahr von Direktinvestitionen durch ausländische Staaten. Darin heisst es, sie könnten «insbesondere im Bereich Kritischer Infrastrukturen zu Abhängigkeiten von staatlich kontrollierten ausländischen Investoren und – im äussersten Fall – zu entsprechenden sicherheitsrelevanten Kontrollverlusten führen». Dahinter könnten «staatliche Stellen stehen, die versuchen, wirtschaftliche und politische Machtverhältnisse zugunsten ihrer Länder zu beeinflussen». Die Gaspipelines durch die Ostsee, die russischen Investitionen in die Gasinfrastruktur, die mit den Jahren immer grössere deutsche Abhängigkeit von den russischen Lieferanten finden keine Erwähnung. Angeblich hätten die Dienste intern gewarnt.

«Dieses Kapitel ist ein kleines diplomatisches Meisterwerk», sagt jemand aus mit der Sache befassten Sicherheitskreisen. Was heissen soll: Es sind viele politische Spieler mit unterschiedlichen Interessen involviert. Das Wirtschaftsministerium, das für die Prüfung der Direktinvestitionen zuständig ist. Das Auswärtige Amt, das die Beziehungen zu den Staaten pflegt. Das Innenministerium, in dessen Verantwortungsbereich der Bericht erstellt wird.

Und möglicherweise auch das Kanzleramt, dem der Bundesnachrichtendienst unterstellt ist. Die Dienste können warnen, aber entschieden wird in Berlin. Gute Freunde kann niemand trennen: Wladimir Putin und Gerhard Schröder. Bild: AP Die deutschen Interessen Es gibt KGB-Handbücher, die aus der Zeit stammen, als Wladimir Putin im Geheimdienst aufstieg, und die der amerikanische Journalist Michael Weiss veröffentlicht hat. Sie handeln von der Kunst, Menschen als Zuarbeiter zu kultivieren und gegebenenfalls als Agenten zu rekrutieren.

Im Kern sind sie eine Anleitung, auf der Klaviatur menschlicher Eitelkeiten und Motivationen zu spielen. Mit Schmeichelei, mit Anerkennung, mit Geld, mit Einschüchterung und Erpressung – was immer am aussichtsreichsten erscheint. Handlungen, so heisst es darin, dürften den Zielpersonen im besten Fall nicht aufgezwungen werden. Von selbst sollen sie zu den Entscheidungen gelangen. Oft wissen sie selbst nicht, dass sie dem Geheimdienst behilflich sind.

«Um eine Person auf unsere Seite zu ziehen, müssen wir sie erst überzeugen, dass wir seine aufrichtigen Freunde sind», steht in einem der Handbücher. Oft müsse ein solcher Vorgang mit kleinen Dingen beginnen. Vielleicht mit einem Saunabesuch und einem Bier. Gerhard Schröder, der sein Amt als Bundeskanzler antritt, kurz bevor Putin Präsident wird, hat einmal im russischen Fernsehen erzählt, dass mit dieser Anekdote die Freundschaft begann, die ihn heute isoliert wie keinen Altkanzler vor ihm. Der Ex-KGB-Spion Putin weiss damals womöglich, auf welche Knöpfe er drücken muss: Bereits Schröders Stasi-Akte hält fest, der damals noch junge Sozialdemokrat sei «sehr von sich eingenommen» und trinke «gern und viel Bier».

Ex-CIA-Mann Sipher hat aus seiner Geheimdiensterfahrung eine Vermutung dazu: «Putin spielte den Gegner und nicht das Brett, wie der Schachgrossmeister Kasparow sagt.» Er habe erkannt, dass er die Beziehung zum Kanzler ausnutzen könne. «Putin behandelte Schröder so, als wäre er sehr wichtig. Das streichelte dessen Ego, dann kam das Geld dazu und so entwickelte sich langsam eine Beziehung, die Russland sehr viel nützt und dem Westen sehr wenig.» Die Wertschätzung und Kumpelhaftigkeit, die der neue russische Präsident Schröder entgegenbringt, fällt jedenfalls offenkundig auf fruchtbaren Boden, denn es bleibt nicht beim Saunabesuch und Christbaumkugeln als Mitbringsel aus St.

Petersburg . Putin lädt zum Geburtstag ein, Putin lädt zur Schlittenfahrt durch Moskau. Es entsteht eine scheinbar unverbrüchliche Freundschaft zwischen zwei Männern, geschweisst durch viele gemeinsame Jahre. Legendär wird Schröders öffentliche Einschätzung Putin sei «ein lupenreiner Demokrat». Stasi-Hausausweis von Wladimir Putin: Als KGB-Offizier war er in Dresden stationiert.

bild: BStU Und so bringen er und seine SPD die Ostsee-Pipelines aus Russland auf den Weg, um die deutsche Wirtschaft mit günstigem Gas anzukurbeln – während sie für die Ukraine wenig mehr als Floskeln erübrigen, als Juschtschenko in der Ukraine erst vergiftet und dann doch noch Präsident wird. Nach verlorener Wahl geht der Ex-Kanzler als Aufsichtsrat zur Nord Stream AG, Jahre später sogar zu Putins Staatskonzern Rosneft . Von dem heisst es, dort seien so viele Silowiki tätig, dass unmöglich zu sagen sei, wer noch im aktiven Dienst stehe. Seit diesen Jahren hält er Putin die Treue und spielt als Verwaltungsratschef für die zweite Nord-Stream-Pipeline eine entscheidende Rolle. Belohnt werden soll er dafür bald mit einem Gazprom-Aufsichtsratsposten.

Um Putin zu Diensten zu sein, braucht es nur die richtige Motivation. Über Schröders Gründe darf spekuliert werden, für die SPD insgesamt ist es über Jahrzehnte Willy Brandt. Denn wie Schröder, der sein Engagement für Putin und seine Staatskonzerne stets als Beitrag zur europäischen Friedensordnung verstanden wissen will, geht es auch seiner Partei weniger um Russland selbst als vielmehr um das sozialdemokratische Erbe der Friedenspartei. Bis heute sieht sich die SPD als Versöhner in der Tradition von Brandts Ostverträgen. Der Moment, als Putin kurz nach Amtsantritt im Bundestag spricht, beflügelt Ideen einer neuen Ära der Verständigung.

«Ich bin überzeugt: Wir schlagen heute eine neue Seite in der Geschichte unserer bilateralen Beziehungen auf und wir leisten damit unseren gemeinsamen Beitrag zum Aufbau des europäischen Hauses», sagt er unter dem Beifall der Abgeordneten. Europa könne «seinen Ruf als mächtiger und selbständiger Mittelpunkt der Weltpolitik langfristig nur festigen», wenn es seine Möglichkeiten mit russischen Ressourcen und Potenzialen vereinige. Im Nachhinein klingt es wie eine Drohung. Russische Operationen in Deutschland 1 / 5 Russische Operationen in Deutschland Doch damals scheint in den Folgejahren der Gedanke zu verführerisch, dass nur Sozialdemokraten das Unglaubliche schaffen könnten: eine neue Friedensarchitektur zu errichten und Putin zur Räson zu bringen. Die Brücken dorthin formen Parteikarrieren wie die von Bundespräsident Steinmeier – sie vollständig einzureissen, hätte dramatische Folgen.

Mit einem Ohr hören sie deswegen bis zuletzt immer nach Moskau. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig versucht die zweite Pipeline mittels einer angeblichen Klimastiftung vor US-Sanktionen abzuschirmen, Bundestagsfraktionschef Rolf Mützenich fordert den Abzug der amerikanischen Atomwaffen. Die «russische Bedrohungsanalyse» von der Einkreisung durch die Nato könne er nachvollziehen, auch wenn er sie nicht teile, sagt er noch kurz vor der Invasion. Der diplomatische Erfolg des neuen Bundeskanzlers Olaf Scholz , Putin zu einem Truppenabzug bewegt zu haben, entpuppt sich als Finte. Waffen an die Ukraine liefert Deutschland trotzdem nicht bis zum Kriegsausbruch.

Es scheint so, als wolle sich die SPD die Hoffnung auf den grossen sozialdemokratischen Wurf nicht von der Realität kaputt machen lassen. Dabei beginnt im Jahr des Startschusses für Nord Stream 2, ein Jahr nach dem Angriff auf die Krim, auch ein beispielloser Angriff auf das Herz der deutschen Demokratie. Hacker im Auftrag des russischen Militärgeheimdienstes, infiltrieren das Netz des Deutschen Bundestags, nisten sich ein in die Festplatten deutscher Volksvertreter, stehlen sensible Informationen, kapern Rechner. Als Einfallstor nutzen die Angreifer einen Trojaner, der sich im Anhang einer E-Mail versteckt. «Ukraine conflict with Russia leaves economy in ruins», lautet die Betreffzeile, mit der die Abgeordneten geködert werden.

Dimitri Badin auf einem Fahndungsplakat des FBI: Laut Medienberichten wird ihm der Hackerangriff auf den Bundestag vorgeworfen. bild: fbi .