Indonesien, «Die Affen Wollen Frei Sein» – İn Indonesiens Östlichen Provinzen Flammt Ein Alter Konflikt Neu Auf, International Nachrichten

Indonesien, «Die Affen Wollen Frei Sein» – İn Indonesiens Östlichen Provinzen Flammt Ein Alter Konflikt Neu Auf

Rassismus in Indonesien: Papua wehren sich gegen Beschimpfungen

«Die Affen wollen frei sein» – in den östlichen Provinzen von #Indonesien flammt ein alter Konflikt neu auf. @NZZAusland

23.8.2019

«Die Affen wollen frei sein» – in den östlichen Provinzen von Indonesien flammt ein alter Konflikt neu auf. NZZAusland

Rassistische Beschimpfungen entfachen den Zorn der Papua: Heftige Proteste geben der Unabhängigkeitsbewegung im Osten Indonesien s Auftrieb. Die Behörden lassen das Internet abschalten.

Das Chaos begann mit Fotos, die eine beschädigte indonesische Flagge zeigen sollen. Wenige Tage später brennen Regierungsgebäude, Tausende Menschen demonstrieren, es kommt zu gewaltsamen Zusammenstössen mit der Polizei. Daraufhin entsendet die Regierung Truppen. Es ist eine Eskalation im Zeitraffer, die Indonesien seit dem Wochenende in den Provinzen Papua und Westpapua erlebt, die 3000 Kilometer östlich der Hauptstadt Jakarta liegen. In der Auseinandersetzung geht es um Rassismus, um eine jahrzehntealte Unabhängigkeitsbewegung und um eine Spätfolge der niederländischen Kolonialgeschichte in Asien: Der westliche Teil der Insel Neuguinea war einst unter niederländischer Herrschaft und wurde in den 1960er Jahren nach einem umstrittenen Referendum von Indonesien annektiert. Seither gab es immer wieder Bestrebungen von Separatisten, sich von Indonesien loszusagen. Die gegenwärtigen Proteste sind aus Sicht von Aktivisten die grössten seit Jahren. «Ich habe die Menschen dort noch nie so wütend erlebt», sagt die indonesische Anwältin und Aktivistin Veronica Koman, die sich gegen Menschenrechtsverletzungen in der Region einsetzt. Vor Ort war sie zuletzt vor einigen Monaten. Die heutigen Unruhen beobachtet sie aus der Ferne und veröffentlicht über ihren Twitter-Account laufend Fotos und Videos der Demonstrationen, die ihr von ihren lokalen Kontakten zugespielt werden. Am Donnerstag zeigte sie Bilder von Hunderten Menschen, die zum Protest ihre Faust in die Luft strecken. Auch lokale Medien berichteten von Kundgebungen in mehreren Städten. Koman zeichnet ein anderes Bild von der Lage, als die Regierung zu verbreiten versucht. Die Behörden hatten bereits am Montag verkündet, die Lage unter Kontrolle zu haben. An jenem Tag hatten Demonstranten in der Stadt Sorong staatliche Gebäude angegriffen, einen Flughafen beschädigt und ein Gefängnis angezündet. Mehr als 250 Häftlingen gelang in der Folge die Flucht. Die Ausschreitungen setzten sich trotz massiver Präsenz der staatlichen Einsatzkräfte fort. Am Mittwoch warfen Demonstrationsteilnehmer Steine, ein Markt brannte, mehrere Geldautomaten wurden zerstört. Bei Strassenschlachten mit der Polizei kam es zu Verletzten. Die Beamten nahmen 34 Personen fest. Polizei und paramilitärische Truppen wurden daraufhin mit 1200 Personen verstärkt. Am späten Mittwochabend verkündeten die Behörden zudem, das Internet in der Region abzuschalten – offiziell, um die Verbreitung von Falschnachrichten zu verhindern. «Das ist mit Blick auf das Verhalten der indonesischen Sicherheitskräfte in der Vergangenheit eine sehr beunruhigende Entwicklung», sagt Koman, deren Informanten die Sperre sporadisch umgehen können. Aktivisten werfen den staatlichen Einsatzkräften seit langem massive Menschenrechtsverletzungen gegen die lokale Bevölkerung in den beiden Provinzen Papua und Westpapua vor. Nun fürchten sie, dass die Internetsperre dazu dienen wird, das harte Durchgreifen des Militärs vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Ausländische Journalisten lässt Indonesien so gut wie nie in die Gegend. Das Verhältnis zwischen der indigenen Bevölkerung, den Papua, und den staatlichen Einsatzkräften ist von einem tiefen Misstrauen geprägt. Das vergangene Wochenende, das den Auslöser für die derzeitigen Unruhen gab, lieferte dafür einen weiteren Grund: Während die Feiern zu Indonesiens Unabhängigkeitstag den Nationalstolz anfachten, versammelte sich in der Stadt Surabaya auf Indonesiens Hauptinsel Java eine wütende Menge vor einem Wohnheim von Papua-Studenten. Über Whatsapp hatten sich Fotos verbreitet, die angeblich zeigten, wie die Studenten die indonesische Flagge vor ihrem Heim beschädigt haben sollen. Die Polizei drang daraufhin in das Wohnheim ein, setzte Tränengas ein und nahm 43 Bewohner fest. Bei der Konfrontation sollen die Papua als «Affen» beschimpft worden sein. Wenig später wurden die Studenten wieder freigelassen – aus Mangel an Beweisen, dass sie sich etwas haben zuschulden kommen lassen. Der als unverhältnismässig empfundene Polizeieinsatz und die Berichte über die rassistische Beschimpfung sorgten in der Heimat der Studenten für Empörung. Der Zorn entlud sich in massiven Unruhen. Papua haben eine andere ethnische Zugehörigkeit als die indonesische Mehrheitsbevölkerung, von der sie sich häufig ausgegrenzt fühlen. Unabhängigkeitsbefürworter fühlen sich durch die Beleidigungen bestärkt: «Die Affen wollen frei sein», schrieben sie auf Protestplakate. Einige Aktivisten hissten ihr Unabhängigkeitssymbol, die Morgensternflagge, die in Indonesien verboten ist. Für diesen Akt des Widerstandes drohen lange Haftstrafen. Indonesiens Präsident Widodo rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Er versprach eine faire Aufklärung der Vorfälle im Studentenwohnheim. Nächste Woche will er nach Papua reisen, um dort eine neue Brücke einzuweihen. Grosse Infrastrukturprojekte gehören zu seiner Hauptstrategie, um die armen, östlichen Provinzen stärker an den Rest des Landes zu binden. Doch Erfolg hatte er damit bisher nicht. Regierungsgegner in Papua und Westpapua sehen in den Bauprojekten die Vorbereitung einer weiteren Ausbeutung der ressourcenreichen Region, die unter anderem die grösste Goldmine der Welt beheimatet. Im vergangenen Jahr griffen bewaffnete Rebellen die Arbeiter einer Autobahnbaustelle an. 19 Menschen wurden getötet. Die indonesischen Truppen reagierten darauf laut Aktivisten mit brutaler Härte. Vor einer Kommission der Uno in Genf sagten sie im März, die Einsatzkräfte hätten Häuser niedergebrannt, Zivilisten getötet und Tausende Menschen in die Flucht getrieben. «Widodo ist nicht in der Lage, das Militär zu kontrollieren», kommentiert Camellia Webb-Gannon, Papua-Expertin an der australischen University of Wollongong. «Er scheint auch nicht verstanden zu haben, dass sich der bewaffnete Aufstand nicht mit wirtschaftlicher Entwicklung lösen lässt.» Eine politische Lösung sei gefragt. Die Menschenrechtsanwältin Koman glaubt, dass es für eine Einigung zwischen der Regierung in Jakarta und der Unabhängigkeitsbewegung schon zu spät sei. Sie ist überzeugt, dass ein internationaler Mediator nötig ist, um die verfahrene Lage zu lösen. «Das Vertrauen ist aufgebraucht», sagt sie. «Eine Entschuldigung reicht den Menschen längst nicht mehr.» Weiterlesen: Neue Zürcher Zeitung

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