Ohne Lehrdiplom: Kita-Mitarbeitende wandern in Kindergärten ab – Verband geht auf die Barrikaden

29.06.2022 17:43:00

Kita-Mitarbeitende wandern ohne Lehrdiplom in Kindergärten ab – Verband geht auf die Barrikaden.

Kita-Mitarbeitende wandern ohne Lehrdiplom in Kindergärten ab – Verband geht auf die Barrikaden.

Kita-Mitarbeitende wechseln in Kindergärten, da sie dort bald ohne anerkanntes Lehrdiplom unterrichten können. Das stellt Kita-Betreibende vor grosse Probleme.

4Die Kitas verlieren Mitarbeitende. Wie eine Betriebsleiterin sagt, ist der Grund dafür, dass sie neu an Kindergärten unterrichten dürfen.Anna-Tia Buss / Tamedia«Mit noch weniger Personal müssen wir die Gruppen verkleinern und das bestehende Personal ist noch mehr belastet.»

Anna-Tia Buss / TamediaAuch Kita-Betreiberin Nicole Hablützel-Ruch aus Winterthur kennt das Problem. «Aus meinem Team wechselt zurzeit eine Mitarbeiterin in den Kindergarten.» Der Hauptgrund sei der Lohn.20min/Matthias SpicherDarum gehts

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/ 4 Die Kitas verlieren Mitarbeitende.Der Bahnverkehr auf der Gotthardlinie ist unterbrochen.für Mitarbeitende stark ausgedehnt.20 20 Von den 1400 Stellen, die in der Schweiz gestrichen werden, entfallen allein 600 auf die zentrale Verwaltung im Novartis-Campus in Basel.

Wie eine Betriebsleiterin sagt, ist der Grund dafür, dass sie neu an Kindergärten unterrichten dürfen. Anna-Tia Buss / Tamedia «Mit noch weniger Personal müssen wir die Gruppen verkleinern und das bestehende Personal ist noch mehr belastet. Wer mit dem Zug durch den Gotthard fahren möchte, brauche deshalb Geduld.» Anna-Tia Buss / Tamedia Auch Kita-Betreiberin Nicole Hablützel-Ruch aus Winterthur kennt das Problem. Hinzu kommen immer mehr Aufgaben. «Aus meinem Team wechselt zurzeit eine Mitarbeiterin in den Kindergarten. Betroffen sind sowohl der Gotthard-Basistunnel als auch die Bergstrecke.» Der Hauptgrund sei der Lohn. Bei der Massenentlassung geht es um die Zusammenführung bislang getrennter Konzernteile.

20min/Matthias Spicher Darum gehts Schweizweit beklagen Kindertagesstätten (Kitas) seit längerem einen akuten Personalmangel. Der IC21 verkehrt im Norden bis Flüelen und im Süden bis Biasca, die EC im Norden bis Flüelen und im Süden bis Bellinzona, der IR26 verkehrt im Norden nur bis Flüelen und fällt im Tessin ganz aus. Wer bei der arbeitet, muss seinen Wohnsitz im Kanton Zug oder einem ausserkantonalen Einzugsbereich haben, von dem sie in einer gewissen Zeit am Einsatzort sein kann. Jetzt zeichnet sich ein neues Phänomen ab. «Ein Fünftel meiner Mitarbeitenden wandert aktuell in Kindergärten ab», sagt Bettina Jecklin, Betreiberin einer privaten Kita in der Stadt Zürich. Die Störung soll voraussichtlich mindestens bis 12 Uhr Mittags andauern, wie die SBB gegenüber 20 Minuten bestätigen. «Sie werden direkt von den Kindergärten oder von Bekannten, die in der Branche arbeiten, kontaktiert und können dann ab Sommer ohne eine zusätzliche Ausbildung dort arbeiten. Von Zürich bis Nidwalden wird für die Polizei geworben Da die Zuger Polizei aber wie andere auch knapp besetzt ist, hat sie sich entschieden, diesen Rayon für Mitarbeitende auszuweiten.» Das sei ein grosses Problem. Jedoch haben die die Busse nur sehr begrenzte Kapazitäten. Viele Jobs entfallen ganz.

«Uns gehen Erfahrung und Know-How verloren und daran leidet die Qualität der Betreuung. Zudem ist es zunehmend schwierig, erfahrene Fachpersonen zu finden. Reisende nach Italien sollen via Bern–Lötschberg–Brig fahren. Bewerber auf eine Stelle bei der Polizei können nun aus den Kantonen Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Aargau und Zürich kommen.» Die Möglichkeit für einen solchen Stufenwechsel hat der Kanton Zürich kürzlich geschaffen. Wegen des akuten Lehrermangels können Personen ohne Diplom nach den Sommerferien auf der Volksschulstufe unterrichten. Etwas gesehen, etwas gehört? Schick uns deinen News-Input! Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende spannende Videos, Fotos und Dokumente schnell und unkompliziert an die 20-Minuten-Redaktion. Diese Anstellungen sind vorerst auf ein Jahr befristet. Noch keine Sorge um Auswirkungen auf die Sicherheit Den Rayon gibt es allerdings aus einem wichtigen Grund. Im Pharmabereich in der Schweiz verlieren jedoch rund 250 Menschen im Marketing und Produktmanagement ihren Job.

Jecklin erklärt sich die Abwanderungen auch mit den höheren Löhnen der Kindergärtnerinnen und Kindergärtner. Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt:. Der Einstiegslohn in Zürcher Kindergärten liegt gemäss den veröffentlichten Grundlöhnen 2022 des Zürcher Volksschulamts bei rund 87’000 Franken – in Stadtzürcher Kitas bei etwa 56’000 Franken. «Hinsichtlich Lohn- und Anstellungsbedingungen können wir unter den gegebenen ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen nicht mithalten», so Jecklin. «Die Sicherheit und der Auswuchs von Polizeikräften bei grösseren Ereignissen oder ausserordentlichen Lagen ist jederzeit gewährleistet», sagt er. Auch Nicole Hablützel-Ruch, Inhaberin von vier Kitas in Winterthur und Umgebung, kennt die Problematik. «Aus meinem Team wechselt zurzeit eine Mitarbeiterin in den Kindergarten. Es ist bekannt, dass in der Branche der grösste Kostenbrocken nicht für Forschung und Entwicklung, sondern für Marketing, Vertrieb und Verwaltung anfällt.

» Der Hauptgrund sei auch hier der Lohn. Sie fühlt sich von den Behörden mit dem Fachkräftemangel alleine gelassen. «Ich habe ihnen das Problem immer wieder erklärt, aber es wird nichts unternommen», so ihr Vorwurf. «Es ist so weit gekommen, dass wir Kitas mit den Kindergärten um das Personal kämpfen müssen. Und mit den aktuellen Umständen haben wir in diesem Kampf nur wenig Chance. Foto: Patrick Straub (Keystone) Die Schaffung eigenständiger Pharmabereiche erfolgte im Jahr 2000, vier Jahre nach der Fusion von Ciba Geigy mit Sandoz.

» «Lehrkräfte und Kita-Mitarbeitende werden gegeneinander ausgespielt» Dem Verband Kinderbetreuung Schweiz (Kibesuisse) ist die Problematik bekannt. «Die Schulen stehen offenbar unter immensem Druck. Da das Schulsystem im Vergleich zu der familienergänzenden Bildung und Betreuung über deutlich mehr finanzielle Ressourcen verfügt, werden nun Fachkräfte mit vermeintlich tollen Bedingungen abgeworben», sagt Sprecherin Prisca Mattanza. Das sei jedoch höchst problematisch. «Kita-Mitarbeitende sind in keiner Weise auf die Anforderungen im Kindergarten vorbereitet. Sparübungen wären eigentlich nicht nötig, denn das Unternehmen schwimmt durch den Verkauf seiner Roche-Anteile im Geld, das es aber per Rückkaufprogramm an seine Aktionärinnen und Aktionäre zurückgibt.

» Das ergebe einen sogenannten Spillover-Effekt: «Zwei Branchen, die beide vom Fachkräftemangel betroffen sind, nämlich die Lehrpersonen und die Fachpersonen Betreuung, werden gegeneinander ausgespielt.» Der Verband sei der Ansicht, dass die Abwerbung von Fachkräften von einer Branche in die andere «unbedingt» zu vermeiden sei, insbesondere aufgrund des Risikos von Qualitätseinbussen. Um qualifizierte Fachkräfte für die Branche zu gewinnen und diese auch zu behalten, braucht es laut Kibesuisse eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und Finanzierungsmodelle. «Die öffentliche Hand muss rasch und engagiert mehr Geld für die familienergänzende Bildung und Betreuung in die Hand nehmen. Ohne derartige Investitionen und eine unterstützende Politik ist absehbar, dass es zu einem Abbau von Betreuungsplätzen kommen wird. Er dürfte üppig ausgestattet sein.

Es droht eine Betreuungskrise.» Verbesserung der Anstellungsbedingungen wird erarbeitet Auf Anfrage bei der kantonalen Bildungsdirektion heisst es, dass aufgrund des bestehenden Lehrkräftemangels gemäss Lehrpersonengesetz von den Gemeinden auch Personen ohne anerkanntes Lehrdiplom angestellt werden dürfen. Damit ist auch die Anstellung von Fachangestellten Betreuung (FaBe) möglich. «Im Rahmen der Stellenbesetzungen werden in allen Branchen auch persönliche Kontakte genutzt, um geeignete Personen zu rekrutieren. Das ist per se nichts Aussergewöhnliches. Publiziert heute um 16:29 Uhr Fehler gefunden?.

» Wie die einzelnen Gemeinden bei der Rekrutierung vorgehen, liege jedoch in deren Kompetenz. Laut dem Sozialdepartement der Stadt Zürich ist der Fachkräftemangel derzeit ein grosses Thema, der viele Branchen betrifft. «Die neuen beruflichen Möglichkeiten, die sich FaBes aktuell bieten, sind aber sicherlich eine zusätzliche Herausforderung.» In Bezug auf die Motivation einzelner Personen, die einen Stellenwechsel vollzogen haben, könne man keine Aussagen machen. Die Karrieremöglichkeiten die sich Kindergartenlehrpersonen bieten, seien jedoch sicherlich ein Anreiz.

Das Sozialdepartement sei zurzeit in Zusammenarbeit mit der Branche daran, Massnahmen zur Verbesserung der Qualität in Kitas und der Anstellungsbedingungen zu erarbeiten. «Beide Aspekte haben direkt oder indirekt eine Verbesserung der Arbeitssituation der FaBes in den Kitas zur Folge.» Deine Meinung .