Nicht nur die Tomatensorte Sursee droht zu verschwinden | zentralplus

19.01.2022 13:16:00

Unser reichhaltiges Erbe ist in Gefahr. Nicht nur die Tomatensorte Sursee droht zu verschwinden. @ublu_ch

Unser reichhaltiges Erbe ist in Gefahr. Nicht nur die Tomatensorte Sursee droht zu verschwinden. ublu_ch

Wussten Sie, dass es eine Tomatensorte Sursee gibt? Und eine Kefensorte nach Rothenburg benannt wurde? Wieso solche alten Sorten wichtig sind und wie es

Blogger/inMarie-Louise Kieffer, Umweltberatung LuzernDie Sortenvielfalt von Kulturpflanzen ist ein Erbe der Menschheit, welches über Jahrtausende entstanden ist. Sie bildet das Fundament für die Versorgung mit Lebensmitteln. Die Vielfalt ist stark gefährdet. Es gibt aber auch für «Normalsterbliche» spannende Möglichkeiten, um alte Sorten zu erhalten. Damit die Sortenvielfalt wieder nach draussen kommt – in die Gärten und auf die Felder.

Sortenjagd mit ÜberraschungenSeit mehr als dreissig Jahren helfe ich bei der Betreuung von alten Sorten mit und bin daher immer ein wenig im Jagdfieber. So wurde ich hellhörig, als mir ein Bewohner im Alterszentrum Sursee erzählte, er vermehre eine Tomatensorte seit mehr als 60 Jahren. Er war sich nicht mehr sicher, ob sein Vater die Samen ursprünglich bei «Samen Mauser» gekauft hat. Die Firma existiert nicht mehr – und der alte Herr ist vor ein paar Jahren gestorben. Die Tomatensorte wurde aber gerettet und heisst nun Sursee.

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um die Sortenvielfalt von Kulturpflanzen steht, erfahren Sie in diesem Blogpost.vielerlei Hinsicht aussergewöhnlich.zentralplus berichtete ), regen sich erste Stimmen ausserhalb der Stadtgrenzen.Joe Biden laufen beim 81-jährigen Immunologen alle Fäden im amerikanischen Kampf gegen Covid zusammen.

Blogger/in Marie-Louise Kieffer, Umweltberatung Luzern Die Sortenvielfalt von Kulturpflanzen ist ein Erbe der Menschheit, welches über Jahrtausende entstanden ist. Sie bildet das Fundament für die Versorgung mit Lebensmitteln. Die ehemalige Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin steht heute vor dem Kantonsgericht. Die Vielfalt ist stark gefährdet. «Aus Sicht der Fraktion Die Mitte Emmen wäre die ‹Määs› eine willkommene, zusätzliche Aufwertung der Gemeinde Emmen», schreibt Stübi im Postulat. Es gibt aber auch für «Normalsterbliche» spannende Möglichkeiten, um alte Sorten zu erhalten. Allein das hat es so in der Schweiz noch nie gegeben. Damit die Sortenvielfalt wieder nach draussen kommt – in die Gärten und auf die Felder. Besonders jetzt nicht, wo sich die Pandemie vielleicht endlich dem Ende zuneigt.

Sortenjagd mit Überraschungen Seit mehr als dreissig Jahren helfe ich bei der Betreuung von alten Sorten mit und bin daher immer ein wenig im Jagdfieber. Kein Wunder, könnte der Entscheid doch einschneidende Auswirkungen auf die Branche haben ( ). Stübi appelliert nun an jenen Pioniergeist, um der Määs eine neue Heimat zu geben. So wurde ich hellhörig, als mir ein Bewohner im Alterszentrum Sursee erzählte, er vermehre eine Tomatensorte seit mehr als 60 Jahren. Er war sich nicht mehr sicher, ob sein Vater die Samen ursprünglich bei «Samen Mauser» gekauft hat. Dennoch schreibt das Kantonsgericht auf seiner Website, hätten nicht alle Interessenten zugelassen werden können. Die Firma existiert nicht mehr – und der alte Herr ist vor ein paar Jahren gestorben. Die Tomatensorte wurde aber gerettet und heisst nun Sursee. Dies um einen ruhigen Ablauf die Verhandlung zu erreichen, der nicht durch die zeitgleich erfolgende Berichterstattung gestört wird. Anders als etwa bei den Masern, gegen die man sich einmal impfen lassen könne und danach einen lebenslänglichen Schutz geniesse, nehme die Immunität bei Covid-Genesenen und -Geimpften rasch ab, warnte Fauci.

Salatgurken aus Eschenbach Ein anderes Mal machten wir einen Ausflug nach Beromünster. Als wir durch das Chorherrenstift St. Wenn sich jemand im Saal nicht an die Regeln hält, kann das Gericht diese Person von der Verhandlung ausschliessen ( Jolanda Spiess-Hegglin will im Prozess gegen Ringier «jede einzelne Schweinerei live ins Universum twittern», wie sie angekündigt hat. Michael schlenderten, sahen wir eine alte Frau im Gemüsegarten arbeiten. Zufällig trafen wir dann die gleiche Frau auf unserem Rückweg von der Waldkapelle.. Mein Mann drängte mich, sie zu fragen, ob sie zufällig noch eine alte Sorte kultiviere – und tatsächlich! Nachdem sie sich zuerst über meine etwas dreiste Anfrage gewundert hatte, nahm sie uns mit in den Garten des Stifts – und schenkte mir eine Handvoll Samen einer alten Kefensorte.

Diese Sorte stamme noch von ihrer Grossmutter aus Rothenburg, erzählte sie mir. Auch diese Sorte wurde gerettet und trägt nun den Namen Rothenburg. Die Vielfalt steckt voller Überraschungen. Oder hätten Sie gewusst, dass es aus Eschenbach eine gelbe Salatgurkensorte gibt? Oder dass aus Schachen die Mooriemer Suppenbohne stammt? Der Klostergarten Sursee aus der Luft: Hier gedeiht schon seit langer Zeit kostbare Vielfalt. Klöster haben seit Jahrhunderten immer auch Züchtungsarbeit geleistet.

Sortenerhaltung ist gar nicht so einfach Je nach Bestäubungsbiologie ist die Vermehrung einfacher oder schwieriger. Arten wie die Karotte blühen erst im zweiten Jahr – die Pflanze, von der man Samen wünscht, muss also überwintert werden. Dazu werden sie von Insekten bestäubt – das kann zu unerwünschten Kreuzungen führen. Auch andere «Unfälle» können geschehen: So haben mir einmal die benachbarten Ziegen meine seltenen Sorten aufgefressen, und im Klostergarten hat mir einmal der Nachbar zwei seltene Getreidesorten abgemäht – er meinte, es sei Gras … Aber man sollte sich deswegen nicht entmutigen lassen. Entstehung der Sortenvielfalt Bis vor ein paar Jahrzehnten lag die Züchtung von Saatgut in den Händen der einzelnen Anbauerinnen und von regional tätigen spezialisierten Firmen.

Natürlich nahm man immer von besonders robusten und ertragreichen Pflanzen Saatgut für das nächste Jahr. Weil die Landschaft und das Klima sich von Ort zu Ort unterscheiden, entstanden so in jedem Tal und in jeder Region ganz eigene Sorten. Eine Kefensorte aus Weggis hat daher andere Eigenschaften als eine aus dem Wallis. Die Vielfalt zeigt sich schon beim Saatgut: vier verschiedene Nutzpflanzen mit ihren Samen. Heutige Situation Heutzutage ist die Saatgutzüchtung ein weltweites Geschäft geworden, das in der Hand von wenigen Firmen liegt.

In der Schweiz hatte es etwa in meiner Jugend noch mehrere Zuchtfirmen, die es heute nicht mehr gibt. Auch kommen heute fast nur noch sogenannte F1-Hybriden auf den Markt. Das bedeutet, dass es sich beim verkauften Saatgut nicht um eine «echte» Sorte handelt, sondern um ein Kreuzungsprodukt. Hierfür werden zwei Elternpflanzen gekreuzt und die erste Folgegeneration (F1-Generation) hat dann besonders gleichförmige und ertragreiche Pflanzen. Von diesen F1-Pflanzen kann man aber kein Saatgut mehr nehmen – die Eigenschaften werden nicht an die nächste Generation weitergegeben, sondern es entsteht ein Wirrwar von grossen, kleinen, robusten und kränklichen Pflanzen, welche mit der gewünschten Sorte nicht identisch sind.

Man muss also jedes Jahr wieder neues Saatgut kaufen – ein lukratives Geschäft! Warum ist die Sortenvielfalt so wichtig? Die genetische Vielfalt wird heute als Teil der Biodiversität verstanden – ihre Erhaltung ist von essenzieller Bedeutung für uns Menschen. Schliesslich wissen wir ja nicht, welche Anbauverhältnisse und Krankheitserreger die Zukunft bringt. Vielleicht wird dann plötzlich eine Sorte interessant, die zwar keine Höchsterträge bringt, aber beispielsweise sommerliche Trockenheit gut erträgt oder gegen einen Pilz resistent ist. Weiterführende Informationen .