Negativzinsen: Nach Reichen kommen nun Kleinsparer dran - Blick

Negativzinsen auf Vormarsch: Jetzt triffts auch die Kleinsparer!

12.9.2019

Negativzinsen auf Vormarsch: Jetzt triffts auch die Kleinsparer!

Bislang traf es nur die wirklich Reichen. Doch jetzt drohen Konsumenten neue Kosten. Bald könnten Banken damit beginnen, Minuszinsen auf die Guthaben von Kleinsparern abzuwälzen.

Hinter geschlossenen Türen geht bereits der Rat des Bankberaters an Kunden mit viel Flüssigem auf dem Konto, nicht allzu viel Barguthaben darauf zu belassen. Und es lieber anderswo zu horten.

Benjamin Manz (38) vom Finanzvergleichsdienst Moneyland.ch sagt: «Nur schon null Prozent Zins auf dem Sparkonto hat eine hohe Symbolwirkung. Negativzinsen haben eine noch stärkere.»

... oder Migros Bank fürchten die Reaktion der Bankkunden, wenn sie auf breiter Front Strafzinsen einführen würden.

Bis jetzt belasten Grossbanken wie UBS und CS lediglich sehr Vermögende mit Negativzinsen.

Oder als nach dem Mindestkurs-Aus der Euro zum Schnäppchen wurde. Damals, Mitte Januar 2015, drängten Tausende Schweizer entlang der Grenze in die Bankfilialen, um den erstarkten Franken in billige Euro umzutauschen.

Der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) liegt heute bei minus 0,75 Prozent (siehe Grafik). Das ist noch leicht tiefer als jener der Europäischen Zentralbank. Die EZB wird den Leitzins am heutigen Donnerstag allerdings weiter senken.

Ein weiterer Top-Banker sagt: «Der Spielraum für die Banken ist nicht mehr allzu gross.» Noch einer sagt: «Minuszinsen sind ein grosses Thema bei uns. Der Druck, diese an die Kleinsparer weiterzugeben, ist gross.»

Pikant: Diese Aussagen von Bankern stammen nicht etwa von Kleininstituten, sondern von Finanzriesen wie Credit Suisse, UBS und volksnahen Banken wie Raiffeisen, Migros Bank oder Postfinance. Die befragten Spitzenmanager wollen ihre Namen nicht in der Zeitung lesen.

Eine weitere grosse Frage ist, ab welchen Grenzbeträgen die Negativzinsen eingeführt werden.

Der Leitzins hat einen grossen Einfluss auf das allgemeine Zinsniveau in der Schweiz. Viele Zinssätze wie etwas Spar- und Hypothekarzinsen richten sich nach der Veränderung des Leitzinses. Christian Kolbe

Ein Bankchef sagt zu BLICK, dass sein Institut lieber auf Gewinn verzichte, als beim normalen Kunden die Negativkeule schwingen zu müssen.

Ein Indiz dafür: Schon heute stellen Banken fest, dass die Bargeldbezüge kurz vor dem Jahreswechsel massiv ansteigen. Kunden holen ihre nicht angelegten Ersparnisse nach Hause, um ihre Vermögenssteuerlast zu senken. Stichtag für die Steuerbewertung ist der 31. Dezember.

Eine Antwort erwartet er nicht. Banken müssten folglich vorsorglich weitere Bezugslimiten in ihre Verträge einbauen. Bis diese Änderungen wirksam sind, könnte es aber bereits zu spät sein.

Enormer Druck baut sich derzeit also an der Zinsfront auf, auf den Bankchefs in irgendeiner Weise reagieren müssen. Und was können Kleinsparer tun? Gegen die Einführung der Negativzinsen durch ihre Hausbank sind sie machtlos. Experte Manz von Moneyland rät: häufiger vergleichen, häufiger wechseln – sofern die anderen Konditionen stimmen.

Weiterlesen: BLICK

Das ist toll, nach Doppelbesteuerung (Einkommen und Vermögen), darf ich dann mit meinem mühsam gesparten Geld auch noch die Gier-Saläre der Banker und deren Missmanagement mitbezahlen? Klingt fair. 🤦🏻‍♂️. Kein Wunder verprassen viele Leute ein Leben lang ihr Geld und sparen nicht. Wer will, der kann ja Goldmünzen kaufen und bei sich im Garten vergraben oder im Haus einmauern. Wer weiss, vielleicht freuen sich dann in ein paar hundert Jahren ein paar Schatzsucher oder Nachmieter über einen schönen Fund. 😃

Blödsinn....die 'Sparer' legen schon lange drauf. Die Gebühren fressen meistens die Alibizinsen auf. Und kaum jemand erkennt, dass sich dieser Trend beim Plastikgeld munter weiterzieht. Der Begriff 'Volksnahe Bank' wird immer mehr zum Hohn...

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