Nach Wengen ist Schluss – Mit Janka geht einer der ganz Grossen

13.01.2022 16:19:00

Nach Wengen ist für Carlo Janka Schluss: Der Rücken zwingt den letzten Schweizer Gesamtweltcupsieger zum Rücktritt.

Nach Wengen ist für Carlo Janka Schluss: Der Rücken zwingt den letzten Schweizer Gesamtweltcupsieger zum Rücktritt.

Der Rücken zwingt den Bündner zur Aufgabe. Der 35-Jährige hat noch einmal alles gegeben für ein Comeback. Am Lauberhorn fährt der Olympiasieger seine letzten Rennen.

Die wichtigste Auszeichnung für einen Skifahrer: Carlo Janka gewinnt 2010 wie Lindsey Vonn die grosse Kugel für den Gesamtweltcup.Foto: Imago Images1 / 9«Carlo war in der ganzen Vorbereitung immer positiv, willensstark und glaubte, dass er das meistern und packen kann.»

Nie zu 100 Prozent schmerzfreiDie beiden Trainings, die er vor der Abfahrt in Bormio zwei Wochen darauf und kurz vor dem Jahreswechsel absolvierte, dürften zum Entscheidungsprozess ebenfalls das ihrige beigetragen haben. Er fühlte sich überhaupt nicht wohl auf der eisigen Pista Stelvio – erst noch bei schlechter Sicht. «Eigentlich habe ich mich noch nie wohlgefühlt bei solchen Bedingungen», sagt Janka. Ein Glück da, scheint in Wengen die ganze Woche die Sonne. Wohl auch ein bisschen für ihn.

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«Das werden wir sehen», stammelt der 35-Jährige, «ich versuche, Tag für Tag zu nehmen und es zu geniessen. Passend zum Thema Unmittelbar hinter Hintermann reihte sich Carlo Janka ein, der in dieser Saison noch gar kein Rennen bestreiten konnte. Er habe eine Freundin und sehe seine Zukunft in der Schweiz. Solche sonnigen Verhältnisse mag ich.» Pause. «Es ist für mich wichtig, dass ich die Piste sehe, sehe was auf mich zukommt. «Da käme ich gerne wieder zurück.» Pause. In Wengen – bei schönem Wetter – könnte dagegen etwas drinliegen, liess Janka, der Sieger von 2010, verlauten. Denn am gesamten CO₂-Ausstoss der Gruppe ist der Anteil dieser Emissionen sehr gering.

«Wenn es denn so ist.» Seine Entscheidung steht da schon fest, zwei Tage später lädt er zur Pressekonferenz, und die Skiwelt weiss: Er kommt nicht wieder.01. Janka wird nach den beiden Abfahrten am Freitag und Samstag zurücktreten. Der Rücken, jahrelang sein unangenehmer Begleiter, zwingt ihn dazu. abspielen Von einem starken Swiss-Ski-Team mit 4 Fahrern in den Top Ten war Stefan Rogentin am Dienstag überraschenderweise der Beste. Alles hat er gegeben, um doch noch einmal konkurrenzfähig zu sein, vielleicht noch einen Podestplatz zu holen, Olympia in Peking war sein grosses Ziel. Die CO₂-Bilanz von einem Liter Milch Wie gross die Herausforderung ist, zeigen zwei Beispiele aus dem Lebensmittelregal.

Nun werden die Rennen in Wengen die einzigen für ihn in diesem Winter – und seine letzten überhaupt. Platz einbilden: «Hier mogeln im Training noch einige, deshalb sieht es dann für mich so aus», meinte er, der sich auf der Fahrt «gar nicht so speziell gut gefühlt» habe. «Carlo war in der ganzen Vorbereitung immer positiv, willensstark und glaubte, dass er das meistern und packen kann.» Michael Bont, seit zehn Jahren Jankas Konditionstrainer Michael Bont war zehn Jahre lang Jankas Konditionstrainer. «Es ist immer ein Genuss, hier fahren zu dürfen. Er sagt: «Carlo war in der ganzen Vorbereitung immer positiv, willensstark und glaubte, dass er das meistern und packen kann. Das war extrem beeindruckend. 02:28 Video Rogentin: «Das Gefühl war gar nicht so gut während der Fahrt» Aus Sport-Clip vom 11. Hier fallen 95 Prozent der Emissionen bei der Herstellung an.

» Doch der Rücken hatte in den letzten Jahren zu sehr gelitten, seit 2012 eigentlich, als der Radius der Riesenslalomski vergrössert wurde, um Knieverletzungen zu verhindern. Dafür dauert die Belastung für die Athleten seither bei jedem Tor länger, was in den Rücken schiessen kann.2022. Riesenslaloms bestritt Janka deshalb längst keine mehr, im letzten Winter liess er gar die Super-G weg und konzentrierte sich auf die Abfahrten. Immerhin die Weltnummer 13 in dieser Disziplin war er Ende Saison. Einerseits sei da die Vorfreude über die Heimrennen, andererseits verletzte er sich hier vor 2 Jahren kurz nach dem Start am Fussgelenk. Nie zu 100 Prozent schmerzfrei Es sind solche Dinge oder die 28 Podestplätze im Weltcup, die er bis 2020 in schöner Regelmässigkeit herausfuhr, die ihn kämpfen und schuften liessen im Sommer. Auch auf sie will Migros Einfluss nehmen und engagiert sich beispielsweise für einen nachhaltigen Kakaoanbau in der Elfenbeinküste oder für einen klimaverträglichen Reisanbau in Thailand.

Im letzten Herbst sei Janka «physisch gar so bereit gewesen wie lange nicht», sagt Bont. Deshalb habe ich bewusst ein wenig rausgenommen und mehr genossen», gab der 27-Jährige zu. «Er hat auch muskulär zugelegt. Gab es in den Einheiten aber Fehlbelastungen, dann reizte das den Rücken zu sehr. «Einmal war es weich, dann eisig, das hat mich ein wenig überfordert. Dadurch kam er nicht auf den Trainingsumfang, den er bräuchte in seinem Alter.» Bont erklärt: «Die Struktur rund um die Wirbelsäule ist zu wenig stark.01.

Wir haben versucht, diese besser aufzubauen mit verschiedenen Methoden, mit viel Gewicht, wenig Gewicht. Doch das Problem ist: Er hat eine Krümmung im Rücken. abspielen 02:28 Video Feuz: «Jetzt geht es darum, das Feeling zu finden» Aus Sport-Clip vom 11.» Im Alltag habe er deswegen keine Einschränkungen, «aber wenn es auf der Skipiste rüttelt und die Sicht schlecht ist, hat er brutal Mühe. In den letzten Jahren konnte er nie zu 100 Prozent schmerzfrei fahren.2022.» Jede einzelne Kraftübung hätten sie auf Video aufgenommen, um zu sehen, ob der Rücken gerade war oder nicht.

Auch mit René van Engelen, Physiotherapeut im Abfahrtsteam, arbeitete Janka intensiv zusammen, gerade auch im Hinblick auf diese Saison.01. Doch letztlich musste er kapitulieren. «Das erste Mal, dass ich von Rücktrittsgedanken hörte, war, als er zu Beginn der Saison auf Kanada verzichten musste», sagt Bont. abspielen. «Und dann wieder, als er positiv auf Corona getestet wurde und Gröden verpasste.» Die beiden Trainings, die er vor der Abfahrt in Bormio zwei Wochen darauf und kurz vor dem Jahreswechsel absolvierte, dürften zum Entscheidungsprozess ebenfalls das ihrige beigetragen haben.

Er fühlte sich überhaupt nicht wohl auf der eisigen Pista Stelvio – erst noch bei schlechter Sicht. «Eigentlich habe ich mich noch nie wohlgefühlt bei solchen Bedingungen», sagt Janka. Ein Glück da, scheint in Wengen die ganze Woche die Sonne. Wohl auch ein bisschen für ihn. Nicht hier für ein «Chasperli-Theater» Janka jedenfalls sei bestimmt nicht nach Wengen gereist, «um irgendein Chasperli-Theater zu vollführen», so sagt es Bont.

Er wolle noch einmal zeigen, was noch in ihm steckt. Kein Ort eignet sich dazu besser. Das Lauberhorn mag für viele Schweizer Athleten ein Zauberberg sein. Für kaum einen aber so sehr wie für Janka. Er konnte im Berner Oberland jeweils auch brillieren, wenn es ihm sonst nicht sonderlich lief.

Achtmal ist er hier auf dem Podest gestanden, fünfmal in der Kombination, dreimal in der Abfahrt. «In Wengen liegt für mich immer etwas drin», sagt Janka diese Woche, «ich hoffe, dass das auch jetzt so ist.» 2010 hat er seine einzige Lauberhornabfahrt gewonnen. Es ist damals Jankas Wundersaison, in der ihm alles gelingen will: Zehnmal steht er auf dem Podest, gewinnt sechs Rennen, wird ein Jahr nach seinem WM-Titel Olympiasieger im Riesenslalom von Vancouver und holt als bislang letzter Schweizer den Gesamtweltcup. Doch schon im Folgewinter gerät die Karriere des jungen Skifahrers ins Stocken.

Wegen Herzrhythmusstörungen muss er Rennen auslassen, unterzieht sich letztlich einer Operation, noch heute spürt er Zwischenschläge. Diese seien aber ebenso wenig ein Problem, wie es der Eingriff gewesen sei, sagte Janka einmal. Nur zehn Tage nach der Operation gewinnt er 2011 den Riesenslalom von Kranjska Gora. Es bleibt sein letzter Sieg in dieser Disziplin. Weil die neuen Ski kommen, die Radien grösser werden und sein Rücken leidet.

Elf Jahre später hat er den Kampf gegen ihn verloren. René Hauri ist seit 2007 Redaktor im Ressort Sport und begleitet sowohl den Ski- als auch den Formel-1-Zirkus vor Ort und aus der Ferne. Er ist zudem als Blattmacher und Tagesleiter für das Ressort Sport tätig. Publiziert heute um 14:15 Uhr Fehler gefunden? .