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Nach der Affäre bei der «Bild» folgt die Entzauberung des «Medienzampano»

Nach der Affäre bei der «Bild» folgt die Entzauberung des «Medienzampano».

20.10.2021 20:15:00

Nach der Affäre bei der «Bild» folgt die Entzauberung des « Medien zampano».

Die Affäre um den geschassten «Bild»-Chef Julian Reichelt wirft auch ein schlechtes Licht auf den einflussreichsten deutschen Verleger Mathias Döpfner. Dieser lästerte in «Querdenker»-Sprache gegen Konkurrenzmedien und deckte lange seinen Chefredaktor.

Grosse Pläne in den USADie Stossrichtung der von der «NYT» beschriebenen Zustände in der Redaktion bei «Bild» ist die gleiche wie im Frühjahr dieses Jahres, als Springer-intern Vorwürfe des Machtmissbrauchs gegen Julian Reichelt erhoben worden waren, die durch den «Spiegel» publik gemacht wurden. Eine durch «Springer» im Frühjahr veranlasste Untersuchung entlastete den umstrittenen Chefredakteur danach. Reichelt durfte bereits nach zwei Wochen wieder auf seinen Chefsessel zurückkehren.

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Interview mit der «Schweiz am Sonntag» im Jahr 2013: Mathias Döpfner (rechts) im Gespräch mit Patrik Müller, Chefredaktor von CH Media.Andreas Chudowski (2013)Die Anschuldigungen der US-Qualitätszeitung kommen für den Springer-Konzern zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das Verlagshaus investiert seit 2019 und dem Einstieg des New Yorker Finanzinvestors KKR bei «Springer» kräftig in den US-Markt. In dieser Woche vermeldete der in Berlin ansässige Verlag die Übernahme des US-Nachrichtenunternehmens «Politico».

«Springer» hat für das 2007 gegründete Unternehmen, das vor allem im Internet Politnachrichten und Analysen publiziert und 700 Beschäftigte zählt, mindestens 639 MillionenEurolockergemacht, mutmassen Branchen-Experten. Es handelt sich um die grösste Investition des «Springer»-Konzerns in der Firmengeschichte. Springer-Chef Döpfner hat für sein Verlagshaus das Ziel herausgegeben, der «führende digitale Verlag in der demokratischen Welt» zu werden. headtopics.com

Die Berichterstattung in den US-Medien über ein toxisches Arbeitsklima beim Springer-Flaggschiff «Bild» wirft nicht nur auf Ex-Chef Julian Reichelt ein schlechtes Licht, sondern auch auf den sich auf US-Expansionskurs befindlichen deutschen Verlag selbst - und auf einen Vorstandsvorsitzenden, der über eine Macho-Kultur in seinen Redaktionsstuben lange Zeit hinweggesehen oder - auch nicht besser - diese nicht erkannt hatte. Ein Unternehmen, in dessen Führungsetagen es zu Machtmissbrauch kommt, hat auf dem US-Markt einen schweren Stand.

«Mutig gegen den neuen DDR-Obrigkeitsstaat»Pikant ist, wie Döpfner auf die im Frühjahr erstmals erhobenen Vorwürfe gegen Reichelt reagiert hatte. In einer vom «Spiegel» veröffentlichten SMS an einen Bekannten legte er die schützende Hand über Reichelt. Dieser sei gerade in der Corona-Berichterstattung quasi der «letzte und einzige» Journalist im Land, der «noch mutig gegen den neuen DDR-Obrigkeitsstaat» aufbegehre, fast alle anderen Journalisten im Land seien «zu Propaganda-Assistenten geworden». Und weiter:

«Da macht sich einer jeden Tag viele mächtige Feinde. Und wir müssen sehr genau unterscheiden, woher die Gegnerschaft kommt.»Brisant an dieser SMS ist, dass Döpfner damit implizierte, der Täter Reichelt sei in Wahrheit möglicherweise das Opfer. «Der raunende Ton, mit dem Döpfner die Aussagen der betroffenen Frauen schon präventiv zu entkräften versucht, passt zur mentalen Wagenburg, in der sich ‹Bild› und Springer eingerichtet haben», stellt die «Süddeutsche» fest.

Musste den Chefsessel bei «Bild» räumen: Julian Reichelt.Bild: keystoneProblematisch ist aber auch Döpfners Attacke gegen die restlichen Zeitungshäuser im Land - und wie er diesen Angriff formuliert. Die deutsche Regierung mit einer untergegangenen Diktatur gleichsetzen, solches kennt man ansonsten aus der Welt der «Querdenker». Döpfner relativierte seine Aussage in dieser Woche, sprach von «Ironie». headtopics.com

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Allerdings ist Döpfner nicht nur «Springer»-Chef, er sitzt auch dem Lobbyistenverband der deutschen Zeitungsverleger vor. Damit muss Döpfner die Interessen Hunderter Redaktionen mit tausenden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen aussen vertreten. Nun entpuppt sich der mächtigste Medien-Lobbyist im Land als ein Mann, der von der Arbeit der restlichen Presse ausserhalb seines Konzerns scheinbar wenig hält - und der auch nicht vor missglückten DDR-Vergleichen zurückschreckt.

Mehrere deutsche Medien stellen Döpfners Eignung für diesen Posten nun in Frage. Die «Affäre Reichelt» wird auch für Döpfner zum Problem. Dem «Medienzampano» droht die Entzauberung. (aargauerzeitung.ch)DANKE FÜR DIE ♥

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