Mit der Pestizidinitiative wird Schweizer Schokolade teurer - Blick

Nahrungsmittelindustrie warnt vor Pestizid-Initiative: Schoggi wird 30 Prozent teurer

10.05.2021 01:40:00

Nahrungsmittelindustrie warnt vor Pestizid-Initiative: Schoggi wird 30 Prozent teurer

Befürworter und Gegner sind sich einig: Die Pestizid-Initiative wird Lebensmittel verteuern. Bei Schokolade-, Kaffee- und Getränkeherstellern stellt sich die Frage: Wird es das Ausland auch bezahlen?

KEYSTONE/dpa/OLIVER BERG1/8Neben den Deutschen essen wir so viel Schokolade wie keine andere Nation. Und wir stellen auch viel davon her.PronatecDer Rohstoff für den Exportschlager wird aber in Übersee produziert.Pronatec3/8Bei einem Ja zur Pestizid-Initiative würde sich Schokolade verteuern. Im Bild: Ein Kakaobauer aus Peru erntet eine Kakaofrucht.

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Chocosuisse7/8Wenn nicht, seien Arbeitsplätze in der Schweiz in Gefahr. «Gut möglich, dass sich vor allem exportorientierte Hersteller von der Schweiz verabschieden und im Ausland produzieren», sagt Urs Furrer, Geschäftsleiter des Branchenverbands Chocosuisse.

ZVG8/8Ähnliche Fragen stellen sich für Nespresso. Würde auch weiterhin in der Schweiz produziert, wenn der gesamte Kaffee in Bioqualität sein muss?Wir sind ein einig Volk von Schoggiverrückten! Nur die Deutschen gönnen sich noch mehr Schokolade als wir. headtopics.com

Wird die Pestizid-Initiative angenommen, würde das schmelzende Glück wohl kostspieliger. Denn dann dürften nur noch pestizidfreie Lebensmittel importiert werden. Also nur noch Kakao in Bioqualität, der mehr kostet als konventionell angebauter.

«Schokolade würde wahrscheinlich 25 bis 35 Prozent teurer», sagt David Yersin (59). Mit seiner Winterthurer Firma Pronatec ist er der grösste Schweizer Rohstoffhändler von Bio- und Fairtradekakao. Wer eine Bioschokolade produzieren will, klopft bei Yersin an. Er kennt die Bauern, er kennt die Preise, er kennt die Probleme. Und das grösste Problem: Schokolade ist im Moment einfach zu billig!

Ist das Ausland bereit, mehr zu zahlen?Noch nie gaben Schweizerinnen und Schweizer so wenig für Lebensmittel aus. 2006 verwendete ein durchschnittlicher Haushalt noch 8,6 Prozent seines Bruttoeinkommens für Nahrungsmittel, 2018 waren es gerade einmal noch 7,3 Prozent. Darf dann die Schokolade nicht etwas mehr kosten?

Das Problem ist nicht (nur) der Schweizer Markt. Die Pestizid-Initiative droht vielmehr, die hiesige Nahrungsmittelindustrie auf den Kopf zu stellen. 200’000 Tonnen Schoggi produzieren Schweizer Fabrikanten pro Jahr, 70 Prozent davon werden exportiert. Hauptabnehmer ist Deutschland – «ein sehr preissensitiver Markt», sagt Urs Furrer, Geschäftsleiter des Branchenverbands Chocosuisse. headtopics.com

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Für ihn stellt sich die Frage: «Ist man im Ausland bereit, mehr für Schweizer Schokolade zu bezahlen, weil sie bio ist?» Wenn nicht, seien Arbeitsplätze und der Produktionsstandort Schweiz in Gefahr. «Gut möglich, dass sich vor allem exportorientierte Hersteller von der Schweiz verabschieden und im Ausland produzieren», sagt er.

Zu teuer, um zu bleiben?Die Schokoladenbranche ist nicht allein. Seit 2005 produziert der Getränkehersteller Redbull in Widau SG Energydrinks für die ganze Welt. Jede zweite verkaufte Redbull-Dose soll aus dem Werk im Rheintal stammen. Bleibt das so, wenn nur noch Biozucker benutzt werden darf?

Nestlé, der grösste Lebensmittelhersteller der Welt, steht unter demselben Druck. Alle Nespresso-Kapseln, die irgendwo auf der Welt in eine Maschine gesteckt werden, stammen aus drei Schweizer Werken in Romont FR, Avenches VD und Orbe VD. Und die dürften künftig ausschliesslich Biokaffee verwenden.

Weder Redbull noch Nestlé wollen sagen, ob sie bei Annahme der Initiative am Standort Schweiz festhalten werden.Nur: Das Schweizerkreuz auf der Schoggiverpackung ist ein Verkaufsschlager; Nespresso steht für Qualität made in Switzerland. Würde man dieses Markenzeichen so schnell aufgeben? «Swiss Made ist ein wichtiges Verkaufsargument, aber nicht das einzige», sagt Chocosuisse-Direktor Furrer. Und wer das Swiss-Image einmal habe, verliere es so schnell nicht wieder. headtopics.com

Zu wenig Bio auf dem WeltmarktFurrer bezweifelt zudem, dass die Initiative überhaupt umgesetzt werden kann. Auf dem Weltmarkt werde schlicht zu wenig Biokakao angeboten. «Wir bräuchten mindestens die Hälfte des weltweiten Bioangebots, um den Bedarf zu decken», sagt er.

Ins gleiche Horn stösst die Kaffeebranche. Auf der Welt gibt es gar nicht so eine grosse Bioproduktion», sagt Michael von Luehrte, Generalsekretär der IG Kaffee Schweiz. Im Moment seien es kaum mehr als zwei bis drei Prozent.«Industrie will halt nicht mehr bezahlen»

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Rohstoffhändler David Yersin (59) lässt das nicht gelten. Er meint, dass die Bauern in Lateinamerika gerne mehr Kakao in Bioqualität anbauen würden. «Aber die Nachfrage ist noch nicht gross genug.»Müssten alle bio produzieren, würde die Nachfrage steigen und damit auch das Angebot. Dann gäbe es auch genügend Biokakao auf dem Weltmarkt, um den Schweizer Bedarf zu decken.

Die grossen Schokoladenhersteller hingegen würden sich nicht von allein bewegen. «Die Industrie freut sich halt nicht, wenn sie mehr für die Rohstoffe zahlen muss», sagt er. «Aber die Kakaobauern würden sich freuen!» Denn mit dem Preis, der im Moment für Schokolade gezahlt werde, könnten die Produzenten in den Ursprungsländern nicht leben.» Yersin ist überzeugt: «Das, was der Konsument mehr für Schokolade zahlen würde, käme den Bauern zugute.»

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ein klares JA zur Pestizide-Abstimmung!!!! Denn es geht um unsere Gesundheit! Schoggi ist leider nicht gesund, deshalb weniger essen und dafür bessere Qualität wie bei Läderach! Das wäre mir egal, Schoggi macht ja auch dick🤣 Ich bin mir sicher, dass die Befürworter der Initiative, dann ins Ausland fahren um Einzukaufen, weil in der CH alles viel zu teuer ist!

Nicht nur Schokolade, alle Lebensmittel werden massiv teurer und weniger, import kommt fast zum stillstand. Oder ist egal wen Import mit Pestiziden kommen, aber unsere Lebensmittel dürfen keine haben. Schon heute haben wir fast keine Kontrolle was kommt . Dann spart man den Zahnarzt. Wir müssen immer weniger für Lebensmittel bezahlen.Sollten jetzt die Preise für GIFTFREIE steigen.Wo liegt das Problem? Etwas mehr für gesundes Essen=weniger Gesundheitskosten.

Nicht nur der Schoggi! Wenn diese Initiativen inklusiv CO2 angenommen werden, wird in den nächsten Jahren ein erheblicher Teil der heute unteren Mittelschicht verarmen ... das ist die bittere Realität ... 😭😭😭

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