Konditor und Koch kämpfen bis heute mit Geschmacks- und Geruchssinn

Nach Corona-Erkrankung: Konditor und Koch kämpfen bis heute mit Geschmacks- und Geruchssinn.

23.01.2021 18:33:00

Nach Corona-Erkrankung: Konditor und Koch kämpfen bis heute mit Geschmacks- und Geruchssinn.

Konditor Reto Schmid schmeckte und roch bis vor Kurzem nach seiner Corona-Erkrankung gar nichts mehr. Molekularkoch Rolf Caviezel hat noch Probleme, Düfte zu erkennen.

Reto SchmidIm Oktober verlor Schmid den Geschmacks- und Geruchssinn.Reto SchmidDas Tüfteln an neuen Süssspeisen für Grossverteiler macht einen grossen Teil seines Berufs aus.Reto SchmidDarum gehtsKonditor Reto Schmid erkrankte im Oktober an Corona. Dabei verlor er auch den Geschmacks- und Geruchssinn.

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Dass ihm diese Sinne immer noch fehlten, realisierte der Tüftler erst, als er ein neues Griesstörtchen kreieren wollte.Molekularkoch Rolf Caviezel erwachte eines Sonntagmorgens im Novmeber und roch den Kaffee nicht mehr.«Der Verlust meines Geruchssinns zog mir den Boden unter den Füssen weg», sagt Caviezel.

Das Coronavirus attackiert häufig den Geschmacks- und Geruchssinn. Bei manchen Betroffenen sind diese Sinne selbstnoch nicht zurückgekehrt. Die Folge der Viruserkrankung macht auch vor Menschen nicht Halt, die in ihrem Beruf auf das Riechen und Schmecken angewiesen sind. Ein Koch und ein Konditor erzählen. headtopics.com

Reto Schmid (46), Konditor aus Sedrun GR: «Ich schmeckte und roch beim Tüfteln nichts mehr»«Am 22. Oktober ass ich den besten Nussgipfel meines Lebens. Nie werde ich vergessen, wie gut mir dieser schmeckte, als ich ihn alleine im Zimmer während meiner Isolation verspeiste. Zum Abendessen stellte meine Frau mir dann Capuns vor die Tür. Davon ass ich nur die Hälfte und meckerte, dass diese null Geschmack hätten. Meine Frau war überrascht. Dem Rest der Familie hätten sie ausgezeichnet geschmeckt, meinte sie.

Um zu testen, ob ich wegen meiner Corona-Erkrankung (siehe Box) einen Geschmacksverlust erlitten habe, brachte sie mir darauf eine Portion Spaghetti. Und tatsächlich: Auch die Spaghetti schmeckten nach nichts.Das Tüfteln an neuen Süssspeisen für Grossverteiler macht einen grossen Teil meines Berufs aus. Unsere bekannteste Kreation auf dem Markt sind die Mini Bündner Nusstörtli. Nach meiner Isolation und Genesung nahm ich die Arbeit in meiner Konditorei wieder auf und tüftelte für einen Kunden an einem Griesstörtchen mit Latwerge. Als ich die Kreation probieren wollte, merkte ich, dass ich ein Problem hatte: Weder schmeckte noch roch ich etwas. Meinen Verlust des Geruchs- und Geschmackssinn hatte ich zuvor komplett ausgeblendet.

«Mitarbeiter testeten für mich»Ich fühlte mich wie ein Handwerker mit gebrochenen Armen. Nun musste ich mich auf die Sinne meines Personals verlassen. Ich erstellte ein Formular mit der ganzen Palette von Geschmacks- und Geruchsbeschreibungen. Sobald ich etwas kreiert hatte, übernahmen meine Mitarbeiter den Test und kreuzten an, ob ein Aroma zum Beispiel zu süss, zu salzig oder zu schwer war.

Ab dem 2. Januar kam mein Geschmacks- und Geruchssinn langsam wieder zurück. Beim Produzieren eines Florentiners wollte ich mich deshalb wieder einmal auf meine eigenen Sinne verlassen. Ich war überzeugt, dass alles stimmte: Couverture, Biss und Geschmack waren perfekt. Der Kunde war jedoch nicht zufrieden. Das Orangenaroma sei zu stark, kritisierte er im Bericht. Ich hatte das nicht herausgeschmeckt. headtopics.com

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Mit einigen Finessen von Aromen habe ich noch zu kämpfen. Ich bin aber sehr dankbar, dass es mit meinen Sinnen nach über zwei Monaten aufwärts geht. Alles andere wäre eine Katastrophe für mich. Das Tüfteln ist meine Leidenschaft.»

Rolf Caviezel (48), Molekularkoch aus Grenchen SO: «Das war ein Berufskiller für mich»«An einem Sonntagmorgen Anfang November bemerkte ich nach dem Aufstehen, dass der Kaffee nach nichts roch und ebenso das Duschgel. Schmecken konnte ich aber alles. Sofort ging ich ins Spital zum Coronatest, der positiv ausfiel. Im Spital sagten die Ärzte, es bestehe 40-prozentige Chance, dass der Geruchssinn wieder zurückkehre.

Der Verlust meines Geruchssinns zog mir den Boden unter den Füssen weg. Als Molekularkoch muss ich die zartesten Düfte voneinander unterscheiden können, schaffte es aber nicht einmal, irgendetwas zu riechen. Das war ein Berufskiller für mich.

Am fünften Tag meines Geruchsverlusts begann ich mit einem Intensivtraining. Ich hielt mir starke Gewürze, Pfefferminze und Knoblauch unter die Nase. Doch ich roch nichts und war total frustriert. Um den Verlust verarbeiten zu können, führte ich Tagebuch und hielt fest, was ich alles zu riechen versuchte. headtopics.com

Geheim gehaltener GeruchsverlustAls ich wieder zur Arbeit zurückkehrte, hielt ich meinen Geruchsverlust geheim. Es hätte mich nur unter Druck gesetzt, wenn noch mehr Leute gefragt hätten: ‹Und? Riechst du jetzt etwas?›. Natürlich kam es auch zu kleinen Pannen. Einmal brannte die Milch an und ich roch es nicht. Manchmal schwindelte ich auch. Als ein Kollege in der Weihnachtszeit von einem Zimtduft schwärmte, stimmte ich ihm einfach zu. Wurde es brenzlig, weil ich Speisen nicht riechen konnte, verliess ich mich aber immer auf meine Frau, die auch in meinem Team arbeitet. Sie wusste natürlich Bescheid.

Am 10. Januar, nach fast zwei Monaten, roch ich das erste Mal wieder. Ich kam gerade nach Hause und nahm einen Käsegeruch war. Meine Frau bereitete gerade ein Fondue zu. Endlich wieder etwas zu riechen, war mein grösstes Geschenk. Ich war richtig baff. Danach begann ich an allem zu schnuppern – an jedem Holzstückchen. Ich kam mir vor wie ein Hund. Erst dann war ich auch bereit, über meinen erlittenen Geruchsverlust zu informieren und veröffentlichte einen Facebook-Post dazu.

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Bis jetzt ist 80 Prozent meines Geruchssinns zurückgekehrt. Noch nicht riechen kann ich zum Beispiel die feinen Noten eines Parfums oder Schneeluft. Mein Wunsch wäre meinTagebuch mit vielen Rezepten zu veröffentlichen, um anderen Leuten Tipps zu geben, die ebenfalls den Geruchssinn verloren haben.»

So verlief ihre KrankheitBei Reto Schmid und Rolf Caviezel äusserte sich Sars-Cov-19 mit schweren Symptomen. Schmid litt zuerst an Kopfschmerzen. «Nach drei Tagen kamen Muskel- und Gliederschmerzen sowie der Geruchs- und Geschmacksverlust dazu», sagt der Konditor. Danach habe er immer wieder Fieber bekommen und ein Bein sei blau angelaufen. «Auch verspürte ich einen Druck auf der Brust.» Rund drei Wochen habe er sich elend gefühlt. Danach seien die Symptome abgeklungen.

An Heilig Abend habe er jedoch einen «Rückfall» erlitten, sagt Schmid. «Ich fühlte mich unwohl und hatte 39 Grad Fieber.» Am nächsten Tag habe er Kopf- und Gliederschmerzen bekommen. Rätselhaft sei gewesen, dass er darauf eine Woche lang jede Nacht 41 Grad Fieber gehabt habe, sich tagsüber aber wieder fit gefühlt habe. «Mein Arzt stellte dies auch bei zwei weiteren Patienten fest, die die Erkrankung im November durchgemacht hatten.» Schmids Geschmackssinn spielt bis heute verrückt. «Kaffee schmeckt mir überhaupt nicht mehr, Tee neuerdings dagegen sehr.»

Zuerst tauchte bei Rolf Caviezels der Geruchsverlust auf. Drei Tage später habe er extreme Atemprobleme bekommen, so der Molekularkoch. «Mein Brustkasten schwoll an und drückte auf die Lunge, sodass ich fast keine Luft mehr bekam.» Sofort sei er zum Arzt gegangen und habe ein Medikament gegen die Schwellung erhalten. «Am nächsten Tag war die Schwellung weg.» Nach drei Wochen habe er sich vom Virus erholt.

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Was ist mit DIESEN Testsstäbchen los! Die Wattefäden bewegen sich wie wild und das schieben die an unser Gehirn 😵🥶🤮 Mir wird kotzübel bei dem Gedanke.. Papperlapapp!!! Corona. KMU Beizer sind Sozialfälle. Riechen aber alles. Geld immer noch nix. Das Stinkt zum Himmel. Geschmackssache ? Immer schön dran bleiben.. Schön Panik verbreiten.

🤣🤣🤣 Das kann bei jeder Grippe vor kommen! Kann zur Not immer noch bei McDonalds arbeiten, dort braucht es beides nicht...