Kommunikation und Wissenschaft – Morddrohungen gegen Corona-Experten

Vielleicht bräuchte es eine «Null-Toleranz-Strategie» gegenüber Drohungen und Beleidigungen an Forschenden.

16.10.2021 18:15:00

Vielleicht bräuchte es eine «Null-Toleranz-Strategie» gegenüber Drohungen und Beleidigungen an Forschenden.

Eine Umfrage zeigt, wie oft Forschende, die sich öffentlich äussern, bedroht und beschimpft werden. Die Pandemie wirkt für Hassrede wie ein Brennglas.

Kommunikation und Wissenschaft–Morddrohungen gegen Corona-ExpertenEine Umfrage zeigt, wie oft Forschende, die sich öffentlich äussern, bedroht und beschimpft werden. Die Pandemie wirkt für Hassrede offenbar wie ein Brennglas.Hanno Charisius

Volle Intensivstationen – Mediziner fordern Vorrang für Geimpfte bei Triage Pandemie-Massnahmen – 2G bald überall? GDK-Engelberger erhöht Druck auf Ungeimpfte Neue Corona-Massnahmen – «Wir geben noch das letzte Mal Vollgas im Ausgang»

Publiziert heute um 10:12 Uhr88 KommentareDer deutsche Virologe Christian Drosten unter Beschuss der Querdenker bei einer Demonstration in Berlin.Foto: Getty ImagesTodesdrohungen, Androhung von Gewalt und Beleidigungen haben viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erfahren, die sich in den vergangenen Monaten öffentlich irgendwie zum Pandemiegeschehen geäussert haben. Bislang waren solche Ungeheuerlichkeiten lediglich aus anekdotischen Berichten bekannt.

Jetzt lässt erstmals eine internationale Umfrage des Wissenschaftsjournals «Nature» das Ausmass der Attacken erahnen.321 Forschende, die meisten aus Grossbritannien, Deutschland und den USA, beantworteten den Fragenkatalog. 15 Prozent von ihnen hatten Morddrohungen bekommen, über die Androhung von Gewalt berichteten 22 Prozent der Befragten. 80 Prozent erlebten in sozialen Medien persönliche Angriffe und die versuchte Herabsetzung ihrer Glaubwürdigkeit. headtopics.com

Die Umfrage genügt zwar keinen wissenschaftlichen Standards und die Datenbasis müsse mit grosser Vorsicht interpretiert werden, sagen Expertinnen und Experten, doch «es wird deutlich, dass ein beträchtlicher Teil von Forscherinnen und Forschern, die während der Covid-19-Pandemie öffentlich auftraten, beleidigt, beschimpft oder gar bedroht wurden», sagt Mike Schäfer, Leiter des Kompetenzzentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung an der Universität Zürich. «Das ist schon für sich genommen ein unerträglicher Zustand, schliesslich werden viele der Kolleginnen und Kollegen damit zu kämpfen haben.»

Folgen für Wissenschaft und GesellschaftBereits vor der Pandemie habe der öffentliche Diskurs unter Hassrede gelitten, sagt Konstanze Marx, Lehrstuhlinhaberin für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Greifswald. «Alle in dem Artikel erwähnten Erfahrungen sind so bereits in anderen Zusammenhängen dokumentiert. Die Pandemie wirkte jedoch wie ein doppeltes Brennglas. Alle Dynamiken, die wir in der Forschung bereits beschrieben hatten, traten nun in hoher Konzentration und Blitzgeschwindigkeit zutage.»

Auch der Bundesrat wird diffamiert: Plakat bei einer Kundgebung am 23. Mai 2020 in Bern.Foto: Anthony Anex (Keystone)Mike Schäfer glaubt, dass die während der Pandemie eskalierte Situation auch Folgen für die weitere Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft haben wird. Viele Forschende fänden es zwar grundsätzlich wichtig, sich in gesellschaftliche Debatten einzubringen, doch wenige täten d

ies tatsächlich. Das werde sich verstärken. «Viele wollen sich diesen Beschimpfungen nicht aussetzen. Und viele fühlen sich auch – in vielen Fällen zu Recht – in solchen Situationen alleingelassen.» Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in der Öffentlichkeit angegangen werden, sollten deshalb unterstützt werden – «emotional, sozial, notfalls sogar juristisch», sagt Schäfer. headtopics.com

Grosse Nachfrage – Bereits 64’000 Antikörper-Zertifikate – Experten zweifeln an Zuverlässigkeit Daniele Ganser bietet Verschwörungstheorien im Jahresabo – und wirbt für Ungeimpfte Verwirrende Angaben – Dürfen Firmen statt Maskenpflicht freiwillig 2G einführen?

Die Prozentwerte der Studie mit Zurückhaltung interpretierenMichael Brüggemann, Professor für Kommunikationswissenschaft, Klima- und Wissenschaftskommunikation an der Universität Hamburg, weist auf einige Schwächen der«Nature

»-Arbeit hin. «So wissen wir zum Beispiel nichts über die Antwortrate in den verschiedenen Ländern.» Daher müssten die Prozentwerte in der Befragung mit grösster Zurückhaltung interpretiert werden. Klar sei, dass es ein Problem mit Aggression gegenüber Forschenden gibt. «Aber offen ist: Wie weit verbreitet ist diese Aggression wirklich und in welchen Ländern und Randbedingungen trat sie auf?» Niemand solle sich durch diese Studie entmutigt fühlen, sich gegenüber Journalist

innen und Journalistenoder in sozialen Medien zu äussern. «Nur müssen wir in einer polarisierten Debatte auf sozialen Netzwerken auch mit unsachlichen und überzogenen Reaktionen rechnen», sagt Brüggemann.Wichtig wäre ein Signal der Regierung, sagt Susan Michie, Professorin für Gesundheitspsychologie am University College London. Etwa eine offizielle «Null-Toleranz-Strategie» gegenüber Drohungen und Beleidigungen von Forschenden, die sich in den öffentlichen Diskurs einbringen.

Publiziert heute um 10:12 Uhr Weiterlesen: Tages-Anzeiger »

Weshalb trägt er denn einen Helm? Der Typ hat doch nichts Schützenswertes in der Birne. Ich denke, wir haben schon viel zu viel Nulltoleranz im Land! Gleichesrechtfüralle Das muss aber auch für die Querdenker gelten, die in der Wissenschaft oft recht behielten. Diese werden von den Mainstream-Medien und den Politikern beleidigt und als inkompetent hingestellt, eine alte gemeine Taktik. Wir brauchen offene Diskussionen!

Was heisst hier vielleicht? Es stellt sich eher die Frage, wie lange soll man das überhaupt noch erdulden? Ein solches unsägliches Beispiel konnte man gestern in Rapperswil erleben. Nicht gegen Forschende, trotzdem nicht zu tolerieren? postcovid_CH Nicht nur an Forschende. In unserem Wohlstand fällt eine Verrohung der Gesellschaft auf. SARS-CoV-2 ist nur der Spiegel. Die Diskussionskultur inkl. Dauerdemos kommen von Personen und Gruppierungen. Für Drohungen und Beleidigungen sind die jeweiligen Personen verantwortlich.

VIELLEICHT...?! Oder einfach Medien, die nicht den Hetzern einen Platform bieten. Wenn schon, dann eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber Drohungen und Beleidigungen an allen Leuten. Oder sind Forschende gleicher als andere? Man könnte auch mit Nulltoleranz gegenüber Schimpfwörtern und bei sich selber beginnen.

Braucht es. Definitiv. Diskussionen ja, Beleidigungen und Bedrohungen sind indiskutabel. Vielleicht müssen Forscher die Verantwortung für ihre Wörter tragen und sich im voraus Folgen ihrer hypotetishen Aussagen und Fehlprognosen überlegen.

Bern – Auseinandersetzungen zwischen Polizei und DemonstrierendenIn der Stadt Bern haben sich am Donnerstag erneut hunderte Personen zu einer Demonstration gegen die Corona-Massnahmen versammelt. Die Kapo Bern ist mit einem Grossaufgebot vor Ort und kesselte die Demo ein. Lasst uns die Spiele beginnen!🤗 Bleibt stark💪🏼 Auffällig, dass Menschen, die immer alles besser wissen und unter der Gürtellinie agieren, selten etwas verbessern können 🤦‍♀️

Coronavirus: US-Arzneimittelbehörde empfiehlt Auffrischimpfung mit ModernaCorona-Pandemie: Im Liveticker findest du alle aktuellen Informationen und Updates zur Coronavirus-Lage in der Schweiz und weltweit.

Corona-Chaos in Rumänien - Ein Klub in Personalnot und ein Impfgegner als EigentümerDem rumänischen Fussball-Team FCSB Bukarest stehen wegen zahlreicher Covid-19-erkrankter Spieler aktuell nur noch 14 Mann zur Verfügung. Klubbesitzer «Gigi» Becali untersagt seinen Mitarbeitern im Klub die Impfung. srfsport srffussball