Kommentar zur Organspende – Wir können Tote vermeiden

Wir alle sollen zu Organspendern werden – wenn wir nicht widersprechen. Höchste Zeit!

06.05.2021 13:00:00

«Diesen ethischen Fragen sollten wir uns als Gesellschaft nicht länger entziehen», schreibt raphaelabirrer.

Wir alle sollen zu Organspendern werden – wenn wir nicht widersprechen. Höchste Zeit!

Foto: KeystoneEs gibt unvermeidbare und es gibt vermeidbare Todesfälle. Vermeidbar sind Tote, die vergeblich auf ein neues Herz, eine neue Niere oder Leber gewartet haben–obwohl es ausreichend Spendewillige gäbe. Genau solche Todesfälle werden in der Schweiz aber in Kauf genommen. Es sind 50 bis 100 Menschen pro Jahr; Kinder, Jugendliche, Erwachsene jeden Alters.

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In Kauf nehmen wir sie deshalb, weil aus repräsentativen Umfragen bekannt ist, dass bis zu 80 Prozent der Bevölkerung bereit wären, ihre Organe zu spenden. Doch nur 16 Prozent haben einen Spenderausweis. Die Bürde tragen die Angehörigen: Sie müssen im Todesfall unter Zeitdruck entscheiden, ob ihren verstorbenen Liebsten die Organe entnommen werden dürfen. Im Zweifel – in 60 Prozent der Fälle

–entscheiden sie sich dagegen.Mit der Widerspruchslösung lösen wir dieses Dilemma auf, indem wir den Grundsatz umkehren: Wer nach seinem Tod Organe spenden will, muss dies zu Lebzeiten nicht mehr explizit festhalten. Er muss dies nur noch tun, wenn er nicht spenden will. Was in anderen europäischen Ländern längst Standard ist, will die Organspende headtopics.com

-Initiative nun auch in der Schweiz einführen.Entsteht ein unzulässiger moralischer Druck, unseren Körper nach dem Tod zu versehren?Sie konfrontiert uns mit anspruchsvollen ethischen Fragen–mit Fragen aber auch, denen wir uns als Gesellschaft nicht länger entziehen sollten. 1500 Menschen warten aktuell auf ein Organ. Ist ihr Leben weniger wert als die körperliche Integrität Verstorbener? Oder verkommen wir alle zu einem

«Ersatzteillager», wenn uns nach dem Tod die Organe entnommen werden, um andere Leben zu retten? Handeln wir solidarisch, wenn wir uns zeitlebens nicht gegen einen solchen Eingriff wehren? Oder entsteht ein unzulässiger moralischer Druck, unseren Körper nach dem Tod zu versehren?

Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten–politische schon gar nicht. Gerade deshalb ist der Entscheid des Nationalrats weise, dem Gegenvorschlag zur Initiative zuzustimmen: Damit wird künftig zwar davon ausgegangen, dass wir alle mit einer Organspende einverstanden sind. Wenn aber kein dokumentierter Wille vorliegt, könnten die Angehörigen

im Notfalldoch noch widersprechen. Eine bestechende Lösung für ein hochkomplexes Problem. Weiterlesen: Tages-Anzeiger »

raphaelabirrer Die Reichen von der SVP lassen sich doch noch so gerne ein gesundes Organ von armen Indern, die als Ersatzteillager dienen, einpflanzen... raphaelabirrer Gute Frage. raphaelabirrer Es ist schlimm, wenn das passende Organ fehlt! Aber warum soll ich mich ausschlachten lassen für einen Haufen Geld für das gesundheits Wesen? Ohne meine zustimmung, das entscheide ich und nicht irgendwelche Verwandtschaft oder der Staat. Wen ich das will entscheide ich mich dafür

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